Archiv der Kategorie: Reaktionäre Architektur

Palas

Wer das heutige Iași sehen will, muß bloß Palas besuchen. Palas ist ein Einkaufs- und Bürozentrum, aber keines, wie man es erwartet. Es hat die üblichen Geschäfte, einen großen Food Court über einem großen Auchan-Supermarkt, einige mittelhohe Bürogebäude, ein Bürohochhaus, das wie ein Wohnhochhaus aussieht, und ein Hotelhochhaus.

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Außer dem Hotel, das in seinem billigen Historismus an amerikanische Provinzhochhäuser vor hundert Jahren erinnert, ist die Architektur mit viel braunverspiegeltem Glas, braunem und hellem Stein und brauner glatter Verkleidung auf dem üblichen internationalen Standard für solche  Architektur.

Der interessanteste Teil ist eine große Halle mit weitem Dach aus weißen Metallstreben, an deren Seiten drei Geschosse in Terrassenstufen ansteigen. Wie um die Leichtigkeit und Eleganz der Konstruktion auszugleichen, sind die einzigen Stützen in der Mitte mit grauem Stein möglichst wuchtig und monumental gestaltet.

Doch das Besondere an Palas ist nichts von alledem, sondern einzig die Tatsache, daß es sich in vager Hufeisenform um den Park des Schlosses von Iași legt. Alles an ihm ist auf diesen Freiraum und den riesigen neogotischen Bau des Schlosses selbst, der oberhalb des terrassierten Hangs steht, ausgerichtet.

Zwischen dem Einkaufszentrum und dem Park stehen weiterhin stark verglaste zweigeschossige Pavillons mit Cafés, Restaurants und Bars. Der Pavillon eines Restaurants namens „Platz Bierhaus” hat Tische auch in einer Laube im Parkteich, in dem selbstverständlich eine Fontäne ist.

Anderswo gibt es Trampoline und Karussells für Kinder. Über all dem steht das Schloß, das mit der vor seiner Mitte den Hang herabführenden Treppen- und Brunnenanlage ein perfektes Selfiemotiv bietet. Der gesamte Park bis kurz vor dem Schloß ist wohlgemerkt kein öffentlicher Ort, sondern als Teil von Palas im Privatbesitz.

Es läßt sich nicht einmal sagen, daß Palas ein schlechter Ort ist, eher ist es einer, der staunen und recht eigentlich schwindelig macht. Palas, das ist der gegenwärtige Kapitalismus komprimiert in einen städtischen Raum. Es ist damit in mancher Hinsicht ein perfekter Ort.

Die reaktionäre historistische Architektur des 1926 fertiggestellten Schlosses, das schon lange Palatul Culturii (Kulturpalast) mit mehreren Museen und heute so renoviert ist, daß von einer „Patina des Alters” (Piltz) nichts mehr bleibt, paßt gut zum Bedürfnis nach photogenem Kitsch. Palas war klug genug, sich selbst architektonisch zurückzuhalten und die Formen des Schlosses nicht etwa nachzuahmen. Um den privaten Park ist kein Zaun und es gibt sehr viele Bänke und frei zu betretende Wiesen, die öffentlichen Raum simulieren. Sie tun das sogar mit gewissem Erfolg, doch wo auch immer man ist, ist da von etwas zu viel. Verschiedene Musik aus mindestens zwei, drei Quellen vermischt sich zu einer Kakophonie, wenn man nicht in einem der Cafés etc. sitzt. Das Licht nachts ist grell und läßt alles noch surrealer wirken. Überall sind so viele Menschen, daß es immer auf unklare Art voll wirkt, ohne daß man meist eine Menge wahrnimmt. Ein umfangreiches Verbotsschild macht stets deutlich, daß man hier nur zu Gast ist, aber die Verbote werden gegenwärtig offenbar nicht im geringsten durchgesetzt.

Zu dem zahlenden Publikum in den Bars etc. kommen daher immer noch viele andere Menschen. Links des Schlosses etwa haben die Skater ihren Platz. Und es gibt sogar erstaunlich dunkle Stellen mit Bänken, wo Pärchen andere für Palas schwer direkt zu monetisierende Dinge machen können.

Aber nein, ein schlechter Ort ist Palas nicht. Wenn auch das Schloß eine traurige Monstrosität ist, so ist das Grün des Parks wertvoll und es wird durch grüne Dachterrassen auf manchen der Pavillons noch erweitert. Erst an den Rändern, sozusagen auf der Rückseite von Palas wird die absichtliche Unzulänglichkeit dieser Architektur völlig deutlich. Während innen im Park alles offen und autofrei ist, hat man sich hier durch ein Gewirr von Zufahrtsstraßen und Tiefgarageneinfahrten zu kämpfen.

Sicher, eine Mauer wäre schlimmer, aber vermeidbare Hindernisse bedeuten doch eine Erniedrigung, was nun wieder paßt, da diese für die Angestellten in den auf frankophone Märkte ausgerichteten Outsourcingfirmen von Palas und für jeden in einer kapitalistischen Gesellschaft eine tägliche Erfahrung ist.

„Inima orașului“ (Das Herz der Stadt) lautet der Slogan von Palas und wenn das stimmte, wäre die Stadt eine Art Zombie oder Cyborg. Aber es stimmt nicht und obwohl es Schlimmeres gibt als Palas, ist Iași glücklicherweise weit mehr, noch immer und trotz alledem.

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Ein Albtraum von Gotenhafen

Wenn man in Gdynia den Hauptbahnhof hinter sich läßt und mit der SKM (Stadtschnellbahn) weiter nach Norden fährt, sieht man rechts die weite Industrielandschaft des Hafens und links vermischte Bebauung vor den Hügeln. Doch plötzlich taucht darin ein Monster auf.

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Es ist ein Gebäude so böse, daß es alles andere überdeckt. Schon höher am Hang, durch einen weiten kahlen Vorbereich von der großen Morska (Meeresstraße) getrennt, steht es da. Besonders groß ist es den bloßen Daten nach nicht einmal: der Hauptteil hat fünf Geschosse, wobei das unterste halb unterirdisch ist, und dahinter ist in der Mitte ein noch einmal zwei Geschosse höherer Teil. Aber es will groß sein und alles um sich herum kleinmachen. Die vertikalen Linien der Fenster der vier unteren Geschosse sowie der Putzflächen zwischen ihnen werden von den schmalen vertikalen Ritzen des fünften Geschosses vom bloß Monumentalen ins Monströse verstärkt. Wie Schießscharten oder Pechnasen mittelalterlicher Burgen drohen sie der Umgebung entgegen.

In der Mitte ist der Eingangstrakt deutlich vorgesetzt und ein riesiger tiefer Rundbogen mit vertikalem Streben erstreckt sich über die ersten vier Geschosse. Oben sind wieder die Schießscharten und das noch weiter als sonst schon überstehende Dach, dessen Wirkung durch antikisierende Kranzgesimse noch verstärkt wird.

Dieses durch und durch reaktionäre Gebäude baute sich im Jahre 1929 das Instytut Handlu Morskiego (Institut für Seehandel). Wie eine feindliche Zwingburg sitzt es über dem Hafen, der einem zu Füßen liegt, wenn man aus seinen Fenstern blickt oder aus seiner Tür tritt. Dort die modernste Technik, die zu klarsten Formen zwingt, hier eine unsäglich rückwärtsgewandte Architektur.

Doch diese Verbindung war in der Zwischenkriegszeit nichts Besonderes. Architektur galt noch immer weithin als etwas, das würdevoll und schmückend der Technik entgegengesetzt sein müßte. Reaktionäre Architektur wie diese in Gdynia entstand in den Zwanzigern überall, ob nun in bürgerlich-demokratischen Staaten wie der Tschechoslowakei oder Deutschland, im faschistischen Italien oder eben in einer Quasi-Diktatur wie Polen. Politische Schlüsse lasen sich daraus also nicht ziehen, aber es genügt ein einziger Blick auf das Instytut Handlu Morskiego, um zu spüren, wie wohl sich in ihm nach 1939 die neuen deutschen Herren der Stadt, die sie in Gotenhafen umtauften, gefühlt haben müssen. Denn in dieser Architektur war schon viel von Gotenhafen angelegt, bevor irgendwem dieser perverse Name eingefallen wäre.

Gdynia selbst war 1939 bereits viel weiter, war es auch 1929 eigentlich schon gewesen. Trotz all ihren Mängeln sind die übrigen Teile der Stadt glücklicherweise viel näher an der Klarheit des Hafens als an der Menschenfeindlichkeit des Seehandelsinstituts.

Oliwa auf dem Lidlparkplatz

An der Aleja Grunwaldzka (Grunwaldallee) im Gdańsker Stadtteil Oliwa, gegenüber vom Straßenbahnwendekreis, wurde vor einer Weile ein neues Gebäude errichtet. Es hat eine Verkleidung aus Kunststoffplatten in Grau-, Beige- und Weißtönen, als wolle es nur ja nicht auffallen, und einige spitze Dreiecksgiebel, als wolle es Bezug auf irgendetwas Historisches nehmen.

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Bloß ist nicht klar, was dieser Bezugspunkt sein sollte. Schmale Häuser mit spitzen Giebeln gibt es im Zentrum von Gdańsk, doch das ist acht Kilometer entfernt und alle älteren Gebäude der Umgebung sind vom Historismus der Kaiserzeit geprägt. Man kann nicht einmal sagen, daß dieses neue Gebäude also Nachahmungen nachahme, denn die Mietshäuser an der Grunwaldzka haben keinerlei lokalen Bezug, sondern unterscheiden sich nicht von dem, was zeitgleich anderswo in Deutschland gebaut wurde.

Gut kann man das an den großformatigen Schwarzweißphotos, die im Vorbereich des Lidl-Supermarkts im Erdgeschoß hängen, sehen.

Sie zeigen alte Straßenszenen, die überall entstanden sein könnten und nichts spezifisch mit Gdańsk oder Oliwa, damals Danzig und Oliva, zu tun haben. Sogar die Nepomuksäule vor einem nahen Gebäude war damals von Bäumen verdeckt, was Zufall oder aber antikatholische preußische Maßnahme gewesen sein mag.

Dadurch paßt das neue Giebelgebäude auf traurige Weise doch wieder, denn genauso wie seine älteren Nachbarn könnte es überall in Europa gebaut werden und einen Bezug auf etwas Historisches behaupten. Zum umgebenden Historismus ist es der Neohistorismus.

Und wo hinter einem alten preußischen Gebäude ein Hinterhof wäre, ist hinter diesem der Parkplatz von Lidl. Auf dessen großen umzäunten Fläche ist man inmitten von freistehenden Mietshäusern, wie sie alle Seitenstraßen in Oliwa prägen.

Diese ursprünglich bürgerlichen Gebäude, die so tun, als seien sie Villen, bekamen durch die Umwälzungen des Sozialismus und des Wechsels von deutscher zu polnischer Bevölkerung eine gemischtere Bewohnerschaft. Ihre Gärten grenzen direkt an den hohen Zaun, so daß man die ungewöhnliche Möglichkeit hat, sie nicht bloß von der Straßenseite zu sehen. Betreten jedoch kann man sie so wenig wie die Bewohner den direkten Weg zu Lidl nehmen können. Hierin zeigt sich die gegenwärtige kapitalistische Architektur noch etwas perfider als die preußische, da ein Hinterhof zwangsläufig abgeschlossen ist, der Zaun aber eine ganz willkürliche und bösartige Absperrung möglicher Wege und Verbindungen ist.

Während vor hundertfünf Jahren der Weg des städtebaulichen Fortschritts noch verschlossen scheinen konnte, liegt er heute auf dem Lidlparkplatz offen da.

Die Verhöhnung der Zaaner Architektur

In Zaandam, dem größten Ort an der Zaan nördlich von Amsterdam, kann man wie beschrieben noch einige Beispiele der traditionellen Architektur dieser Gegend, kleine Häuschen mit grünen Holzgiebeln, sehen.

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Aber genausogut kann man sie übersehen, da es in diesem industrialisiertesten und städtischsten Teil der Zaanstreek (Zaangegend) auch vieles andere gibt. Was man dafür auf jeden Fall bemerken wird, wenn man einmal im Zentrum von Zaandam war oder auch nur im Zug daran vorbeifuhr, ist die Verhöhnung dieser Architektur.

Entlang der Bahnstrecke, direkt neben dem Bahnhof stehen drei riesige grüngieblige Zaaner Häuser. Die Formen sind jeweils unterschiedlich abstrahiert, aber die Farbe und die Dreiecksgiebel lassen keinen Zweifel daran, was hier gemeint ist. Aber es sind keine traditionellen Zaaner Häuser, es sind die Quertrakte eines achtgeschossigen Verwaltungsgebäudes, zwischen dessen Stützen ein Busbahnhof ist.

Wenn man den Bahnhof verläßt, tritt man auf eine kleine Straße voller Zaaner Häuschen, typisch zweigeschossig, mit Holz und Giebelchen. Die Straße verläuft leicht gebogen und abschüssig, rechts ist ein schmaler Wasserlauf.

Aber es ist keine kleine Straße mit Zaaner Häuschen, es ist eine Terrassenebene mit Ladenzeilen über einer großen Straße.

Am Ende der Straße sind rechts viele Zaaner Häuschen übereinandergestapelt. Manche ragen etwas hervor, manche sind ineinander gesetzt, die Giebelchen sind jeweils unterschiedlich, von den einfachsten aus dem 17. Jahrhundert über barocke und klassizistische findet man alle Varianten. Aber es sind keine übereinandergestapelten Zaaner Häuschen, es ist ein zwölfgeschossiges Hotelhochhaus.

Wurden zuvor die Formen der Architektur an der Zaan aufgegriffen oder originalgetreu nachgeahmt, so werden hier die einzelnen Häuschen selbst zu Dekorationselementen eines anderen Gebäudes.

Danach beruhigt sich die Ornamentik etwas. Die Terrassenebene führt noch immer leicht abschüssig über ein Wasserbassin. Seitlich rechts noch weitere einfache grüne Dreiecksgiebel und im Hintergrund ein weiteres Hochhaus, das mit angedeuteten Treppengiebeln in angedeutetem Backstein gerade nicht Zaaner, sondern anderweitig niederländische Formen müde nachahmt. Das ockerfarbene Kino rechts und das weiße Wohngebäude links könnten dann auch überall anders sein.

Die Terrassenebene verläuft zwischen ihnen beidseits eines aus dem Bassin entspringenden Kanals. Zu ihr und zum Ufer öffnen sich aus den rahmenden Gebäuden Geschäfte. Links führt die Terrassenebene schließlich als sanfte Rampe auf die ebene Erde herab, während sie rechts vorher endet.

Hier beginnt die Haupteinkaufsstraße von Zaandam, die Gedempte Gracht. Der Straßenname wäre etwa mit Aufgefüllter Kanal zu übersetzen, doch in der Mitte verläuft vielfach überbrückt weiter der genannte Kanal, der, 1858 zugeschüttet, 2011 neu angelegt wurde. Nicht nur die Gebäude, auch der städtische Raum selbst ahmen vergangene Zeiten nach.

Die Bebauung der Straße ist niedrig und vermischt, nicht anders als in anderen niederländischen Städten.

Auf der rechten Seite hat sich ein einziges traditionelles Zaaner Haus aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Nachahmungen aber stehen als Imbißpavillons in der Mitte der Straße und einige Geschäfte, etwa C&A, haben Fassaden in monströs vergrößerten Zaaner Formen.

Vor allem weiterem, was zum Zentrum von Zaandam zu sagen ist, muß eingestanden sein: Es ist etwas Besonderes. Es ist etwas Auffälliges. Es ist etwas, das man nur im Vorbeifahren gesehen haben muß, um nicht glauben zu können, daß es so etwas gibt. Dieser seit 2003 umgesetze Bebauungsplan mit dem Namen „Inverdan“  hat eine Idee und eine Stringenz. Gleich darauf muß aber gesagt sein: Es ist lächerlich. Es ist eine Verirrung. Es ist reaktionär. Wie „inverdan“  ein altes Wort des Zaaner Dialekts mit der Bedeutung „von der Bebauung zurückgesetzt“ ist, so ist der so benannte Plan ein Schritt zurück. Ein solcher Bezug auf traditionelle Architektur der Region ehrt sie nicht, sondern verhöhnt sie. Gewiß waren auch die echten Zaaner Häuschen potemkinsch und etwas lächerlich, aber sie waren zugleich Ausdruck einer volkstümlichen Kreativität. Sie hatten einen Sinn. Die Fassaden eines Verwaltungsgebäudes, einer Ladenzeile, eines Hotels, eines Kaufhauses als Zaaner Häuschen zu verkleiden, ist bloß beliebig, egal, ob es in Zaandam oder wo auch immer geschieht.

Anhaben kann die Verhöhnung der Zaaner Architektur wenig. Der beste Weg durch die Zaanstreek verläuft daher entgegen den amsterdamzentrischen Touristenrouten von Norden entlang der Westseite der Zaan nach Zaandam. Nachdem man die echten Zaaner Häuschen gesehen hat, kann man sie am Bahnhof in Form des bizarren Hotelhochhauses in- und aufeinandergestapelt sehen. Die verhöhnende Architektur des Zentrums von Zaandam entlarvt sich so im besten Falle selbst.

Trotz alldem kann man das Zentrum nicht einfach abtun. Unabhängig von den gewählten Dekorationsformen ist es ein durchaus gelungener städtischer Raum.

Man kann dort sogar Anklänge an einige der besten fortschrittlichen Komplexe finden. Zwei Einkaufsebenen unter freiem Himmel, dahinter Wohnbebauung – was ist das anderes als das Frankfurter Nordwestzentrum? Ein großer Teich, ein Wasserfall neben einer Rolltreppe – was ist das anderes als der Londoner Barbican?

Ein Busbahnhof unter einem aufgestützten Gebäude, überbrückte Straßen, Trennung von Fußgänger- und Fahrzeugverkehr – alles fortschrittliche Aspekte. Gewiß wären mehr nichtkommerzielle Freiräume und bessere Wege in die Umgebung wünschenswert, aber als Tor in die Stadt, als Verbindung zwischen Bahnhof und Einkaufsstraße, ist das nicht schlecht.

Unter den reaktionären Formen versteckt sich in Zaandam ein recht fortschrittlicher Raum. Das entschuldigt diese Formen nicht, zeigt aber, daß man hinter sie schauen muß. Das hat das Zaandamer Zentrum dann wieder mit den Zaaner Häuschen gemein. Doch während die sich auf originelle Weise versteckten, weil sie eben nichts anderes hatten, ist es bedauerlich, daß unsere Zeit, die so viel hat, glaubt, sich verstecken zu müssen.

St. Stephen’s Green Shopping Centre

Man kann dieses Einkaufszentrum in Dublin ebensoschwer übersehen wie den Park, nach dem es benannt ist, eher sogar noch weniger. Denn wenn man ans Ende der Grafton Street (Graftonstraße), einer der Haupteinkaufsstraßen des südlichen Stadtzentrums, gelangt, weiß man vielleicht nicht, daß die Bäume vor einem zum größten innerstädtischen Park Dublins gehören, aber daß der riesige Eckbau eine seiner größten Merkwürdigkeiten ist, merkt man auf den ersten Blick.

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Um die Obergeschosse seiner Parkseite und der abgerundeten Ecke legen sich unzählige Rundbögen mit korinthischen Säulchen und ornamentierten Geländern aus weißem Blech. Ihre Formen haben etwas unklar Südliches, Maurisches vielleicht. Obwohl die Bögen Fensteröffnungen nachahmen und teils sogar Blumenkästen vor ihnen hängen, haben sie mit dem eigentlichen verglasten Gebäude nichts zu tun. Entsprechen sie zuerst noch den Geschossen im Inneren, so hängen die obersten Geländer zusammenhangslos vor dem höheren Glasdach. Es handelt sich also um eine Art historistische Vorhangfassade. Ganz oben wird die Ecke von einer großen runden Glaskuppel abgeschlossen.

Was auch immer man nach diesem Äußeren im Inneren erwartete, es übertrifft diese Erwartungen.

Ein weiter Innenraum, den auf drei Geschossen Ladengalerien rahmen, öffnet sich vor einem und auch er ist in bizarren historistischen Formen gestaltet. Von den Decken hängen Leuchter, an Wänden und laternengleich auf Pfählen sind Kugelleuchten. Auf der Fläche des Erdgeschosses erstrecken sich Ladenpavillons mit unzähligen gläsernen Zeltdächern. Das zweite Geschoß hat ornamentierte Geländer, halbrunde Balkone, Säulen. Im obersten Geschoß, das verglast statt offen ist, sind Rundbögenpaare.

Aber alles ist immer nur aus weißem Metallblech, zu dem hier ein blasser grüner Putz kommt.

Über den Innenraum spannt sich ein weites Glasdach. Es hat eine ganz einfache Sattelform, doch sein offenliegendes Stahlgerüst bildet große nach unten geöffnete Halbkreise. Im mittleren von diesen, auf der Hälfte des Innenraums, hängt eine riesige Uhr mit durchsichtigem Zifferblatt und Zeigern und lateinischen Ziffern in blassem Gold.

Diese Uhr ist es, die das Innere des St. Stephen’s Green Shopping Centre bestimmt. Sie ist der Mittelpunkt. Ist alles übrige bereits bizarr, so wird es durch die Uhr geradezu schwindelerregend. Kann man über die historistischen Formen nur lachen, so muß man angesichts dieser Uhr staunen.

Man kann vieles gegen diese Architektur sagen, aber was man ihr nicht vorwerfen kann, sind Halbheiten oder Inkonsequenz. Sie treibt ihr ästhetisches Programm bis zum Äußersten. Das spürt auch ein jeder Besucher und zückt auf der freischwebenden Treppe an der Eingangsseite unwillkürlich das Telefon, um die Uhr oder besser noch sich selbst mit der Uhr zu photographieren.

Vielleicht muß man daher auch gar nicht so viel gegen diese Architektur sagen und kann sie einfach als vollendeten Ausdruck der achtziger Jahre hinnehmen. Es ist der Versuch einer neoviktorianischen Architektur, der letztlich folgenlos blieb, der Versuch einer Antwort auf die nie gestellte Frage, wie ein Einkaufszentrum im Jahre 1897 ausgesehen hätte. Daß die historistischen Formen lächerlich und reaktionär sind, versteht sich von selbst, aber dafür ist der Innenraum weit großzügiger als in neueren, ob nun geschmackvoller oder noch reaktionärer gestalteten, Einkaufszentren.

Die Milde gegenüber dem St. Stephen’s Green Shopping Centre wird umso leichter, als es, obwohl erst 1988 eröffnet, einen etwas müden, abgehalfterten Eindruck macht. Die wirklich großen Marken sind nicht hier, sondern draußen auf der Grafton Street zu finden. Insbesondere im obersten Geschoß reihen sich obskurste Läden, an denen wohl nur Leute vorbeikommen, die das wirklich wollen oder die den Weg zu den Toiletten suchen. Draußen wurden die Mieten wohl zu teuer, so daß man nun im Einkaufszentrum die kleinen Geschäfte findet, die angeblich eine lebendige und authentische Stadtkultur ausmachen – ein Phänomen, das auch in Frankfurts Zeilgalerie seligen Andenkens zu beobachten war. Das St. Stephen’s Green Shopping Centre wirkt dadurch wie ein seltsamer, aber auch irgendwie sympathischer Loser, der selbst nicht mehr weiß, wie er dort mitten im Zentrum statt an einer Ausfallstraße gelandet ist.

Seinem langsamen Verfall verdankt das Einkaufszentrum auch seinen schönsten Ort: Chief Chang’s Buffet im großen Kuppelraum in der Ecke. Früher war hier offenbar ein griechisches Restaurant, wie es eine Statue und die Imitationen abgebrochener Säulen um die Stützen bezeugen, nun ist der ganze Raum von billigen Tischen mit Sonnenschirmen eingenommen.

Das Essen ist von so erstaunlich geringer Qualität, daß All you can eat nicht viel ist, aber dafür entschädigt der Raum selbst. Während draußen die weißen Bögen hängen, erinnern innen Glas und große gelbe Belüftungsrohre an das Centre Pompidou in Paris oder die Tržnica in Bratislava. Und durch das Glas hat man einen weiten Blick über St. Stephen’s Green oder hinab auf den Triumphbogen bei seinem Eingang und das städtische Leben. Hier oben unter der Glaskuppel wird das Einkaufszentrum endlich seinem Namen gerecht und man muß es endlich nicht mehr sehen.

Sopot in Westdeutschland

Sopot ist ein Badeort in Polen, mittlere Stadt der Trójmiasto (Dreistadt), aber wer in Westdeutschland aufgewachsen ist, wird dort auf dem zentralen Platz alles auf unangenehmste Art vertraut finden. Denn er sieht aus wie in einer westdeutschen Provinzstadt. Obwohl schon der unentschlossene Name Plac Przyjaciół Sopotu (Platz der Freunde von Sopot) nichts Gutes verspricht, gelingt es der Bebauung auf seiner linken Seite, noch weit schlimmer zu sein.

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Geschwungen erstreckt sich da ein langes Gebäude mit Geschäften, Büros, wohl auch einem Hotel, das mit allerlei spitzen und runden Giebeln irgendeinen historischen Bezug haben will, der aber nicht einmal an die Bauklötzchenstädte eines Dreijährigen heranreicht.

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Quer dazu steht an der nach links abzweigenden Straße ein nicht weniger großes Gebäude, das als Dom Zdrojowy (Kurhaus) neben Geschäften und Büros noch eine kulturelle Funktion, nämlich als Kunstgalerie, behauptet. Billige Steinverkleidung, weißes Metall, viefach unterteiltes Glas, das an leicht vorgesetzten Teilen abgerundet endet, über dem Eingang einen halbrunden Giebel bildet und an den Ecken in spitzen Pyramidenformen aufragt.

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Wie hier historistische Formen auf billig stilisierte Art zitiert werden, ist nun endgültig Bad Homburg circa 1986. Daß diese reaktionäre Architektur der achtziger Jahre in Sopot erst 2009 entstand, macht es nicht mehr oder weniger schlimm, sondern zeigt nur eines: was auch immer für Probleme Polen in den Achtzigern hatte, vor derlei Auswüchsen war es gefeit. So dominant sind diese beiden reaktionären Gebäude auf dem Platz in Sopot, daß man den weiter vorne rechts neben dem Dom Zdrojowy stehenden Turm eines Gebäudes, dessen Neorenaissanceformen um 1905 ähnlich dumm und reaktionär waren, übersehen kann und alles andere auch.

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Allerdings gibt es für den Plac Przyjaciół Sopotu, ganz wie in der westdeutschen Provinz, mildernde Umstände, ob derer man eher bereit ist, sich mit der Stadt zu befreunden. Neben der durch einem kurzen Tunnel für die querende Straße erreichten Befreiung vom Autoverkehr ist das die Bebauung auf der rechten Platzseite.

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Zuerst sind da ein, zwei kleine Gebäude, die mit ihren Vorbauten aus ornamentiertem Holz und viel Glas das Beste der Seebadarchitektur des 19. Jahrhunderts, eine gewisse Luftigkeit und Leichtigkeit, repräsentieren.

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An sie schließt ein Gebäude mit Cafés und Restaurants an, das die fortschrittliche Architektur des polnischen Sozialismus schuf, aber auch jene der westdeutschen Sozialstaatlichkeit hätte schaffen können.

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Sein Baukörper ist langgestreckt und hat zwei hohe Geschosse, wenig weiße Metallverkleidung und viel durch vorgesetzte silberne Stahlstreben strukturiertes Glas. Doch das sieht man kaum, da ein Stück davor auf hohen schlanken Stützen aus weißen Stahl eine Terasse ist, die zugleich ein Vordach für die Außenbereiche der Restaurants und Cafés bildet. Eine Treppe, die nur aus einer umgedrehten Y-förmigen Stütze, Stufen und Geländer besteht, führt rechts neben der Schmalseite auf die Terasse hinauf.

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In diesen ganz anderen Formen ist die Leichtigkeit der Kurarchitektur fortgeführt, ohne schon zu etwas radikal Neuem zu werden. Links wächst aus dem zweigeschossigen Gebäude dann ein Teil schräg auf sechs Geschosse an. Dieser höhere Teil schließt an die historistische Blockrandbebauung an und sieht von der Querstraße aus auch nur wie ein schmales Bürogebäude aus.

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Anders als die dumme Architektur gegenüber nimmt dieses kleine und leichte Gebäude also auf seine Umgebung Bezug, weiß, daß es in Sopot und nicht in Bad Homburg ist.

Schließlich gibt es auch noch etwas Kunst. Unter dem linken Ende der Terrasse, vor einem Eingang des höheren Bauteils, ist eine zurückgewölbte Wand mit einem Mosaik aus großen Kieseln in Rot, Schwarz, Gelb, Weiß. Hier hätte der polnische Sozialismus zeigen können und müssen, was ihn von Westdeutschland unterscheidet, hier hätte er sich selbst zeigen können und müssen, doch er tat es nicht: das Mosaik ist abstrakt.

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Daß dieses Gebäude in der beschriebenen Form schon nur noch einen Schatten seiner selbst darstellt, braucht nicht zu überraschen in einer Stadt, die ihren Platz mit den eingangs beschriebenen Gebäuden verschandelte. 1960 wurde es als Bar Alga eröffnet und ja, Alga heißt Alge, während Bar im heutigen polnischen Gebrauch auf dem Umweg über Bar Mleczny, Milchbar, zur Bezeichnung günstiger Selbstbedienungsrestaurants, in denen man Pierogi und andere unkomplizierte Speisen, aber keinen Alkohol bekommen kann, geworden ist. Ursprünglich hatte die Terrasse der Bar Alga ein kompliziert gefaltetes Dach aus Stahl und durchsichtigem Kunststoff, das die maritime Luftigkeit der Architektur noch einmal verstärkte. Für eine Weile war sie Wahrzeichen und Stolz der Stadt. Auch ihr späterer Niedergang wäre ähnlich in Westdeutschland geschehen und sogar, daß man ihre Geschichte jetzt auf einer Seite mit dem Namen Powojenny modernizm (Nachkriegsmoderne) nachlesen kann, paßt.

Einen in leider vor allem schlechten Sinne westdeutschen Platz also hat Sopot. Für ein endgültiges Urteil über seine heutige Gestalt ist noch eine Information wichtig: er liegt nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt. Anmerken kann man es ihm nicht.

Sátoraljaújhely

Wer würde schon damit rechnen, daß man ausgerechnet vom Bahnhof Slovenské Nové Mesto nach Ungarn kommt? Dieses Slowakisch Neustadt im südlichen Osten des Landes ist nämlich gewiß keine Stadt, sondern wenig mehr als der Bahnhof und einige entschieden dörfliche Straßen, und es ist auch nicht sehr slowakisch, da man sehr bald über die Grenze nach Ungarn kommt. Die Tschechoslowakei verabschiedet sich mit einem Grenzgebäude mit zwei Geschossen und einem Vordach, von dem die Stützen schrägt nach außen verlaufen.

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Dahinter ist Sátoraljaújhely.

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Nun könnte man meinen, daß eine ungarische Stadt ohnedies gar nicht so anders aussehen sollte als eine slowakische, schließlich gehörte die Slowakei bis 1918 zu Ungarn und schließlich waren beide Länder seit den späten Vierzigern vom Sozialismus geprägt. Doch diese verkürzte Sichtweise widerlegt Sátoraljaújhely sofort. Schon das Panorama der Stadt ist anders. Wo in der Tschechoslowakei am Rande, vielleicht höher am Hang, vielleicht niedriger am Bach, ein deutlich sichtbares fortschrittliches Wohngebiet mit Hochhäusern wäre, ragt hier nur ein höheres Wohngebäude auf, dafür aber sehr zentral. Auch die Sendeanlagen und der markante Aussichtsturm auf dem hinter der Stadt aufragenden pyramidenförmigen Hügel, dem etwas pathetisch benannten Magas hegy (Hohen Berg), sind nur durch die Grenznähe zu erklären.

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Zwar verstand sich die Tschechoslowakei auf großartige Türme, aber sie hätte keinen Grund gehabt, gerade dorthin einen zu bauen. Ungarn wählte die schwebende Zeltform des Turmdachs vielleicht bewußt, denn der Name der Stadt lautet, auf die Form des Bergs bezogen, etwa Neuer Platz oder auch Ort unter dem Zelt.

Einiges in Sátoraljaújhely gleicht selbstverständlich durchaus dem in anderen Orten. Die eingeschossigen dörflichen Häuschen entlang der Straßen, der historistische Prunk des Gerichtsgebäudes, um das die Bebauung höher, städtischer wird, der vereinzelte Jugendstil – das gibt es überall im ehemaligen Österreich-Ungarn. Der langgestreckte, offenkundig aus einer Verbreiterung der Straße entstandene Platz mit der römisch-katholischen Kirche in der Stadtmitte, die evangelische Kirche etwas abseits, die griechisch-katholische Kirche am Rande bei den Weinbergen – das gibt es auch in der östlichen Slowakei häufig. In Sátoraljaújhely sind alle drei Kirchen schlichte barocke, nachbarocke Gebäude, die sich von tausend anderen und untereinander wenig unterscheiden.

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Das sind die Gemeinsamkeiten jedoch bereits. Was in Sátoraljaújhely völlig fehlt, ist die mal mehr, mal weniger fortschrittliche, immer aber deutlich erkennbare Architektur der ersten tschechoslowakischen Republik. Falls es hier Gebäude aus der Zwischenkriegszeit gibt, unterscheiden sie sich vom Vorangegangenen nur marginal, was auch damit zu tun haben kann, daß die Tschechoslowakei eine aufstrebende bürgerliche Demokratie und Ungarn eine rückwärtsgewandte Diktatur war.

Aber auch, als sowohl die Tschechoslowakei als auch Ungarn sozialistisch wurden, verschwanden die Unterschiede keineswegs. Das größte fortschrittliche Wohngebäude von Sátoraljaújhely besteht aus zwei leicht schräg zueinandergesetzten elfgeschossigen Teilen, die durch einen kürzeren Verbindungsteil zu einer H-Form verbunden sind.

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Ein solches Gebäude wäre in der Tschechoslowakei in einer kleinen Stadt höchst ungewöhnlich und noch ungewöhnlicher wäre, daß es mit den Kirchen und den Sendeanlagen das Stadtpanorama bestimmte. In Sátoraljaújhely steht es unweit des Platzes und ist verbunden mit niedrigerer fortschrittlicher Bebauung, die parallel zur Dózsa György út (György-Dózsa-Straße) in ein kleines Wohngebiet am Bach führt.

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Dessen fünfgeschossige offene Hofbebauung könnte nun gut auch in der Tschechoslowakei oder irgendwo zwischen Salzwedel und Irkutsk sein.

Aber am anderen Ende dieses Wohngebiets, an der großen Rákóczi út (Rákóczi-Straße), die von der Grenze heranführt, folgen auf einmal dreigeschossige Gebäude in einem eigenartigen historisierenden Stil.

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Grüner Putz, verschnörkelte gelbe Stahlbalkone, Satteldächer mit rustikalen Holzornamenten vor den Giebeln. Daß die Gebäude teils direkt an die fortschrittliche Bebauung anschließen und recht heruntergekommen sind, spricht dafür, daß sie tatsächlich aus der sozialistischen Zeit, den späten Achtzigern wohl, stammen müssen.

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Es ist eine gänzlich reaktionäre Architektur, wie sie in derselben Zeit im Westen populär war. In der Tschechoslowakei wäre sie undenkbar gewesen. Doch auch mit der reaktionären Architektur der späten DDR, die historisierende Ornamente auf Betonplatten klebte, aber zumindest etwas Eigenes sein wollte, haben diese ungarischen Gebäude wenig gemein. Eher würde etwas Vergleichbares, bloß mit Tiefgarage und besser erhalten, auch in, sagen wir, Bergen-Enkheim nicht überraschen. So weit, wie diese Bebauung von fortschrittlicher Architektur entfernt ist, so weit war Ungarn in den Achtzigern wohl auch bereits vom Sozialismus entfernt.

Wäre nicht das Wohngebiet daneben, wäre nicht das H-Hochhaus, man könnte an der Architektur des ungarischen Sozialismus verzweifeln. Kleiner Trost ist außerdem der runde und von einer hölzernen Kuppel abgeschlossene Bau der Kaufhalle des Wohngebiets.

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Seine unten überstehenden Holzbalken haben eine ähnliche Ornamentik, aber bei einem freistehenden Gebäude und im Kontrast zur fortschrittlichen Bebauung, ist das weit weniger schlimm. Falls es etwas Altem ähneln kann, dann einer Kirche. So bekommt das Wort Einkaufstempel einen neuen Sinn.

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Dennoch wünschte man sich, die Tschechoslowakei hätte das Versprechen des Namens eingelöst und gegenüber von Sátoraljaújhely wirklich ein Slovenské Nové Mesto oder gar ein Československé Nové Mesto, Tschechoslowakisch Neustadt, gebaut.