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Genderlöwen

„Gender“ oder „ideologia gender“ (Genderideologie) ist eines der zentralen Schlagworte der polnischen Rechten und steht für so ziemlich alles Schlechte und die polnisch-katholische Familie Gefährdende von Abtreibung über Gleichberechtigung bis hin zu Homosexualität, ohne daß von der Wortbedeutung noch viel übrig bliebe. Verantwortlich gemacht wird dafür gerne der allgemeine Sittenverfall in der dritten Republik, der sozialistischen PRL (Volksrepublik Polen), was diese eher etwas mehr ehrt, als sie es verdient hat, denn die gegenwärtige Stärke der Reaktion in Polen hat auch mit der Halbherzigkeit und Schwäche des polnischen Sozialismus zu tun.

Wenn der Sozialismus aber tatsächlich so erfolgreich die bürgerliche Familie zerstört oder wenigstens die Gleichberechtigung von Mann und Frau erreicht hätte, dann wäre das Symbol dafür das Gdańsker Wappen am Dom Kultury (Kulturhaus) im Arbeiterstadtteil Nowy Port. Das Gebäude selbst ist in traurigem stalinistischen Stil erbaut und braucht nicht abgebildet zu werden, aber das Wappen geht darüber hinaus. Es zeigt, wie es sich gehört, zwei auf den Hinterbeinen stehende Löwen, die zwischen sich ein Schild mit zwei übereinandergesetzten +-Kreuzen und einer Krone halten. Der kleine Unterschied ist, daß der linke der Löwen keine Mähne hat: es ist eine Löwin.

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Genau so könnte die polnische Rechte sich die kommunistisch-säkularistisch-jüdische Genderideologie, wie sie es sinngemäß, wenn nicht wörtlich nennen würde, vorstellen: das altehrwürdige Wappen wird im Namen der Gleichberechtigung abgeändert. Sie würde wohl auch nicht verstehen oder nicht lustig finden, wenn man einwenden wollte, ob es nicht gerade fragwürdig sei, daß statt einer traditionellen Familie zwei männliche Löwen da in so intimem Verhältnis zueinander und zum Wappen stehen… Aber das ist schon viel zu viel des Erwägens über die Gedankenwelt der Reaktion.

Hier eine ungegenderte, aber nicht unbedingt männlichere Version inmitten von trompe-l’œil-Intarsien in der Tür des Roten Saals im Rathaus (Simon Herle, Anfang 17. Jahrhundert)

Hübsch ist die Wappenvariation von Nowy Port allemal, mit oder ohne Gender. Zu dem Sandsteinrelief gehören noch ein stilisierter Adler im Hintergrund, dessen Kopf oben herausragt, und unten die Worte „Za zasługi dla Gdańska“ (Für Verdienste für Gdańsk). Es handelt sich um eine Abwandlung eines zwischen 1960 und 1974 an Bürger und Institutionen vergebenen Ehrenzeichens, das in der Ansteckerversion aber weit unscheinbarere Löwen mit weit unklarerem Geschlechtsunterschied hatte. Das Abzeichen wurde von Wiktor Tołkin entworfen und man kann annehmen, daß auch das Relief aus der Hand dieses wichtigen realistischen Künstlers der PRL stammt. Es ist fast überraschend, daß seit den Sechzigern niemand anderes dieselbe eigentlich simple Idee wie er hatte, aber so ist das eben mit der Kunst.

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Sowjetisches Gdańsk

Auch Gdańsk wurde von der sowjetischen Armee befreit, auch Gdańsk baute seinen Befreiern ein Denkmal, wie es in den sozialistischen Staaten selbstverständlich war, und auch in Gdańsk gibt es dieses Denkmal noch immer, wie es aufgrund der politischen Entwicklungen seit 1989 weniger selbstverständlich ist. Es steht nicht zentral, aber auch nicht am Rande, sondern in einer dieser eigentümlichen Lagen halbhoch in den Hügeln, von denen es in Gdańsk und der gesamten Trójmiasto durch die topographischen Umstände viele gibt.

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Fast steht es etwas versteckt hinter einem kleinen Friedhof, fast erkennt man es sogar im Vorbeigehen nur an den drei Fahnenmasten davor, an denen einzig zum Jubiläum der Befreiung Ende März Fahnen hängen. Sobald man es aber entdeckt hat, nimmt es einen in sich auf.

Hinter dem niedrigen Tor ist eine weite Fläche mit dunklem Steinpflaster, die sich nach vorne und nach links erstreckt, wohin sie sich verbreitert. Nach einigen niedrigen Stufen setzt sie sich dort etwas tiefer fort und geht in eine Wiese über, in der vor dem Hintergrund der Bäume neben drei weiteren Fahnenstangen eine hohe und schlanke Weide gleich einer Skulptur steht.

Rechts begrenzt eine Wiese die Fläche, in der vor dem Hintergrund der Bäume eine Plastik steht. Weit überlebensgroß zeigt sie zwei Frauen in langen Kleidern. Die linke mit gesenktem Kopf und streng zusammengebundenem Haar, mit der rechten Hand über der Brust in ihr Tuch greifend, als wolle sie sich damit die Tränen trocknen. Die rechte mit ebenso traurigem Gesicht, aber gefaßter, den Blick nach vorne gerichtet, wohin einen das Ehrenmal leitet, ihr kurzes Haar hinter ihr wehend.

Die beiden halten sich bei der Hand und werden eins. Auf dem niedrigen schwarzen Steinsockel ist das auf Russisch und Polnisch erklärt:

„Zwei Vaterländer/Zwei Mütter/Eine Erinnerung und (mütterliche [in der russischen Version]) Liebe“

Im Anschluß an die Wiese ist das Gräberfeld. Es ist vorne und an der linken Seite, an der man entlanggeht, von einer niedrigen Umrandung mit schwarzer Steinverkleidung umgeben, in derem leicht schrägen Teil von 909 bis 1 die Namen und Lebensdaten der Gefallenen aufgelistet sind, während in den beiden Ecken in niedrigeren schwarzen Fassungen Flammenschalen sind.

In dem Gräberfeld selbst stehen regelmäßig aufgereiht fünfzackige Sterne aus Metall. Sie bestehen aus einem leicht vorgewölbten pfeilspitzenähnlichen Element, an das oben zu beiden Seiten zwei dreieckige Elemente anschließen. Es sind unzweifelhaft fünfzackige sowjetische Sterne, die dort stehen, aber sie wirken durch ihre Ausführung dennoch wie etwas Neues, etwas ganz Unvertrautes.

Aus Maria Szypowska/Andrzej Szypowski: Gdańsk, Warszawa 1983

Sieht man sie von der Seite, sind sie flach und unscheinbar, aber auf dem Feld wachsen sie dafür umso mehr ins Dreidimensionale. Geht man am Gräberfeld entlang weiter ins Ehrenmal hinein, scheinen die Sterne in Bewegung zu geraten, sie scheinen zu funkeln wie wirkliche Sterne am Nachthimmel.

Zum Weg zwischen den Gräbern rechts und dem betonumrandeten steilen Hang links geworden, endet die Fläche mit einer Treppe, die zu einer zweiten Ebene etwas höher am Hang führt. Hier steht eine hohe nach hinten gewölbte Mauer.

In der Mitte hat sie ein großes Steinrelief, das drei sowjetische Soldaten zeigt.

Sie stehen nah beieinander und breitbeinig, wiewohl in Bewegung nach links. Der linke Soldat, der in der nach links ausgestreckten Hand ein Gewehr hält, hat unter seinem großen Stahlhelm ein nach vorne gewandtes Gesicht mit asiatischen Zügen und hält mit der linken Hand den Oberarm des linken Armen, der auf dem nach links gewandten Kopf den Helm eines Piloten oder Panzerfahrers trägt und in der Hand des rechts angewinkelten Arms eine Granate hält. Zwischen beiden ist vielleicht ein Offizier, der unter seiner Pelzmütze nach rechts blickt und den einen Arm vor den linken Soldaten und den anderen hinter den rechten ausgestreckt hat. Hinter ihnen sind ein Panzer und unklar nach rechts wehende Flaggen. Die gewählten Formen sind einfach, geometrisch, stilisiert, aber zugleich realistisch. Die drei Soldaten wachsen im Bild beinahe zusammen, werden selbst zu einer Mauer.

Wichtiger sind aber die großen Inschriften auf eigenen horizontalen Steinflächen, die links  auf Polnisch und rechts auf Russisch besagen:

„Ihr habt einen großen Sieg davongetragen/Ihr wart furchtlos im Kampf/Ihr habt euer eigenes Leben für die gerechte Sache gegeben/Den sowjetischen Helden, die im Jahre 1945 bei der Befreiung von Gdańsk fielen/ Die Bewohner von Gdańsk“

Durch sie erst wird der ganzen vorangegangenen Anlage ein Sinn gegeben und man sieht sie anders, wenn man auf das Feld der Sterne unter einem zurückblickt.

Daß das Denkmalanlage hiermit noch nicht endet, merkt man im Sommer kaum. Ein links der erhöhten Ebene weiterführender Pfad ist zwischen dichter Vegetation fast verborgen. Im Winter aber sieht man, daß der gesamte links des Gräberfelds stehende Hügel durch einen spiralförmig um ihn hinaufführenden Weg und eine hohe Stele auf seinem höchsten Punkt zum Bestandteil des Denkmals gemacht wurde, seine heutige Form sogar erst durch dieses erhielt.

Die rechteckige Stele, die oben auf allen Seiten Reliefs und darüber eine offene Kugel aus Metallstreben hat, war ursprünglich die vertikale Dominante und schon von weither sichtbar, während sie heute das halbe Jahr über hinter hohen Bäumen versteckt ist. Leider ist sie aber einfach zu hoch, so daß die Reliefs, die einen Stern, Hammer und Sichel und noch zwei andere unklarere Symbole zeigen, auch ohne Bäume schlecht zu erkennen wären. Die gepflasterte Fläche um die Stele wirkt so recht verloren, zumal eine Tafel mit Inschriften an ihrem unteren Teil fehlt.

Fast gänzlich im Dickicht verschwunden ist schließlich ein Weg, der von hier weiter oberhalb der Ebene mit der zentralen Relief- und Inschriftwand zu einem kleinen zweiten Ausgang führt, was schade ist, da das Denkmal so zu einem kleinen Kreuzweg erweitert wurde.

Ganz wie die Gedenkstätten in den anderen Städten der Trójmiasto, Sopot und Gdynia, die kurz zuvor befreit wurden, ist das Gdańsker Denkmal den historischen Ereignissen angemessen. Auffällig ist bei ihm der Kontrast zwischen historisierenden Elementen wie dem Gesims und den imitierten Steinen der geschwungenen Mauer und neuer wirkenden wie den Sternen oder auch dem Relief auf der Mauer. Das ist nur teilweise dadurch zu erklären, daß die Sterne 1977 aufgestellt wurden, während die Mauer zu der ursprünglichen Konzeption aus den späten vierziger Jahren gehört, denn das Relief von Alfons Łowoski  entstand zur selben Zeit. Die Plastik der beiden Frauen, ausgeführt von Zygfryd Korpalski, kam erst 1984 hinzu, was die Denkmalanlage zum Projekt verschiedenster Zeiten des polnischen Sozialismus macht. Wie in Sopot und Gdynia liegt das Denkmal abseits, was es vielleicht vor der Zerstörung bewahrte. Angemessen ist es in der beschriebenen Form, aber vielleicht hätte die Befreiung von Gdańsk durch die sowjetische Armee außerdem noch ein zentrales, mitten im Leben der Stadt stehendes Denkmal, wie Gdynia es einst hatte, verdient.

Gdańsker Tore

In Gdańsk haben sich zwei deutlich verschiedene Typen von Stadttoren enthalten. Die Tore des ersten Typs entstanden als Teile der weiten Festungsanlagen um die Stadt im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert. Von dem zentral gelegenen Brama Wyżynna (Hohen Tor)

Aus Maria Szypowska/Andrzej Szypowski: Gdańsk, Warszawa 1983

über das vom Autoverkehr umflossene Brama Żuławska (Żuławer Tor, historisch Langgartner Tor) am Rande

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bis hin zum in den übriggebliebenen Festungsteilen gelegenen Brama Nizinna (Niederen Tor, historisch Leegetor, von einem niederdeutschen Wort für niedrig)

– sie sind in einer Art martialische Renaissance, die recht eigentlich keine Stilbezeichnung braucht, gestaltet. Backstein und betont grauer Stein in horizontalen Blöcken, der aber nur der Dekoration dient, da die eigentliche Konstruktion aus Backstein ist, kaum Schmuck, die Jahreszahl, die Wappen. Diese Tore sollen nicht einladen, sondern abweisen. Vielleicht wollen sie den Krieg nicht, aber sie sind für ihn bereit.

Zur Festung gehört auch ein Tor, das zu keinem der Typen so wirklich paßt, aber für Gdańsk vielleicht wichtiger war als beide von ihnen.

Es nach den üblichen Definitionen vielleicht nicht einmal ein Tor, sondern, ja, was eigentlich? – ein befestigter Wasserweg letztlich.

Aus Maria Szypowska/Andrzej Szypowski: Gdańsk, Warszawa 1983

Dort, wo die Motława (Mottlau) in die Wasserflächen vor den Festungsanlagen mündet, ist sie an beiden Seiten von niedrigen Mauern aus grauen Steinen umgrenzt, die die Fahrtrinne vom umgebenden Wasser trennen.

Die Ränder dieser Mauern steigen schräg an, so daß sie als Dreiecksformen aus dem Wasser ragen.

Bei ihre Anfang und ihrem Ende, aber schon deutlich abgesetzt vom Ufer, stehen in ihr runde Türme, die nach einer vertieften und vorstehenden Bordüre mit Kuppeln enden, in denen als Abschluß verkleinerte Versionen dieser Zylinderform mit Kuppelabschluß sind.

Nach diesem Weg erst folgen die Schleusen, Tore im Wasser, die dieser Anlage den Namen Śluza Kamienna (Steinschleuse) zubrachten.

Mauern wie Türme der Schleuse sind wohl so sehr warnende Machtdemonstration wie die übrigen Festungstore, aber da sie im Wasser stehen, wirken sie doch völlig anders. Hier, über das Wasser, war der wichtigste Zugang in die Hafenstadt Gdańsk. Hier gelangten die Schiffe von der Wisła (Weichsel) in die Stadt und durch sie weiter in die Ostsee. Hier zeigt sich auch die Festungsarchitektur von ihrer besten Seite, hier setzte sie eine Toranlage für Schiffe ins Wasser. Während viele Städte ähnliche Festungsanlagen und Tore hatten, gehört die Steinschleuse, das Wassertor, ganz allein Gdańsk.

Die Gdańsker Tore des zweiten Typs sind älteren Ursprungs und zeigen auf andere Art die Verbindung von Stadt und Wasser. Alle großen Straßen von Gdańsks altem Kern, der sogenannten Główne Miasto (wörtlich Haupt-, historisch Rechtsstadt), die nicht mit der angrenzenden Stare Miasto (Altstadt) zu verwechseln ist, verlaufen parallel zueinander und mehr oder weniger gerade auf das Ufer der Motława zu. Und am Ende jeder dieser Straßen ist ein Tor, das sie von den Kaianlagen trennt und sie mit ihnen verbindet. Deutlicher könnte eine Stadt kaum zeigen, was ihr am Wichtigsten ist: das Wasser, der Hafen. Genau hier, vor den Stadttoren der Główne Miasto, legten die Schiffe, die durch die Steinschleuse gefahren waren, an.

Es ist nun auch keine Überraschung mehr, daß das markanteste und berühmteste dieser Stadttore am Wasser nur nebenbei ein Tor und hauptsächlich ein mächtiger Kran ist, dessen hölzerne Konstruktion in mehreren Stufen weit über die Kais ragt.

Aus Kostrowicka, Irena/Kostrowicki, Jerzy: Polen – Landschaft und Architektur, Warschau 1980

Neben diesem Brama Żuraw (Krantor) sind die anderen Tore bescheidener, beinahe könnte man ihre spitzbögigen Durchgänge übersehen. Um Bedeutung heischt einzig noch das Brama Zielona (Grüne Tor), das über die wichtigste Brücke auf den Długi Targ (Langen Markt), den zentralen Platz der Główne Miasto führt und sich heute in lebloser wiederhergestellter Renaissance zeigt. Der Platz, eigentlich nur eine verbreiterte Straße, läuft wie alle anderen auf den Fluß zu und setzt sich in die andere Richtung als Ulica Długa (Lange Straße, historisch Langgasse) fort. An ihrem Ende steht das Brama Złota (Goldene Tor), das einzige erhaltene ältere Tor, das nicht zum Wasser zeigt und zugleich das prachtvollste und schönste.

Aus Maria Szypowska/Andrzej Szypowski: Gdańsk, Warszawa 1983

Dieser Torbau ist horizontal in zwei Hälften geteilt und vertikal durch vier vorgesetzte Säulenfolgen in drei Teile. In der Mitte der unteren Hälfte ist der große rundbögige Tordurchgang für Fuhrwerke, während die beiden schmaleren Seitenteile nur unten eher kleine rechteckige Durchgänge für Fußgänger haben. Durch alle gelangt man ins Innere des Tors, das von einer komplizierten Gewölbedecke abgeschlossen wird. In der oberen Hälfte sind vier große rundbögige Fenster. Offenkundig ist dort ein großer Saal, der durch einen an der rechten Seite schräg ansteigenden überdachten und geschlossenen Treppenbau erschlossen ist. Die Säulen ruhen selbst auf Sockeln und sind unter der oberen Hälfte und unter dem Dach mit Gesimsen, die bei ihnen vortreten, an das Gebäude angefügt. Um das flache Dach verläuft ein steinernes Geländer, so daß beinahe ein weiteres offenes Geschoß entsteht. All das ist dem Tor sofort abzulesen, beide Seiten sind identisch und auch, daß es aus Backstein gebaut und grauweiß verputzt ist, verheimlicht es nicht.

Aus Kostrowicka, Irena/Kostrowicki, Jerzy: Polen – Landschaft und Architektur, Warschau 1980

Der Schmuck, teils golden, woher es seinen Namen hat, stört die klare Konstruktion nicht. Die Kapitelle der unteren Säulen sind ionisch, die der oberen korinthisch. Auf den Steinwürfeln zwischen Kapitellen und Gesimsen sind unten die Fratzen von Löwen und oben die von Menschen, die aber als flache goldene Reliefs nicht abschreckend wirkend und es nicht einmal wirklich sein wollen. Unter dem Dach verläuft ein ornamentales Band, das ebensogut fehlen könnte. Auf den Abschlüssen der vier Säulen stehen schmale Sockel mit etwa lebensgroßen allegorischen Skulpturen, die zwar zu weit entfernt sind, um wirklich betrachtet werden zu können, aber auch nicht von oben herab drohen. Die übrige Ornamentik ist zumeist floral, vegetal, ohne je verschlungen zu sein. Die Schlußsteine der Fenster sind Blattformen und zwischen den mittleren Fenstern ist eine große vertikale Zapfenform unter einer halbgoldenen Halbkugel.

An einigen Stellen gibt es auch nachgeahmte Steine wie bei den Festungstoren, aber die sind goldgerahmt nurmehr Zitate von Wehrarchitektur ohne eigene martialische Wirkung.

Das wichtigste, mehr Information als Ornament, hebt sich das Brama Złota für die untere Hälfte auf. Im Schlußstein des Torbogens ist das Stadtwappen und in den Flächen um die Kapitelle der unteren Säulen sind Inschriften in großen goldenen Buchstaben. Die an der äußeren Seite ist auf Deutsch und lautet: „Es müsse wolgehen denen, die dich lieben, es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauren und Glück in deinen Palästen Psa122.“ Damit vergleicht sich Gdańsk unbescheiden mit Jerusalem und wieso auch nicht. Die Inschrift richtet sich an die Ankommenden und wollte wirklich gelesen werden. Die an der inneren Seite ist auf Latein und lautet: „Concordia res publicæ parvæ crescunt, discordiæ magnæ concidunt“ (Durch Eintracht wachsen kleine Republiken, durch Zwietracht fallen große“. Sie war wohl eher eine Spielerei für gebildete Bürger der Stadt.

Mit dem 1612 errichteten Brama Złota repräsentierte sich Gdańsk in seiner Blütezeit als wichtigster Hafen der Rzeczpospolita (polnischen Adelsrepublik). Es ist ein Renaissancebau mit vollkommen menschlichem Maß, der Modernität und Weltoffenheit zeigen sollte. Es gehört heute mit großem Recht zu den berühmtesten Bauwerken der Stadt, mit deren steilen Backsteingotik ihre horizontalen Renaissanceformen jedoch nichts zu tun haben.

Dieses Brama Złota, dieses Goldene Tor nun steht in einer Linie mit dem weiter außen befindlichen Brama Wyżynna (Hohen Tor), doch man kann sie wegen der großen backsteinernen Turm- und Zwingeranlage zwischen ihnen kaum je zusammen sehen.

Sie sind auch so verschieden, daß sie auch verschiedenen Städten, Zeiten, Welten stammen könnten. Wo das Brama Wyżynna martialisch und grau ist, ist das Brama Złota zärtlich und hell. Wo jene abweisen und die Stärke der Stadt präsentieren will, will diese einladen und deren Kunstinnigkeit vorzeigen. Beide Tore wurden sogar in relativ geringem zeitlichen Abstand erbaut, aber sie dienten eben völlig verschiedenen Funktionen und zeigen das auch überdeutlich.

Zu einer Synthese finden die Gdańsker Tore der beiden Typen also nie, zu verschieden die Zeiten und Zwecke ihres Entstehens. Ihre beiden Höhepunkte aber sind ein Bau, der intim mit dem Gdańsk ausmacht verbunden ist – die Steinschleuse als Nichttor im Wasser – und einer, der radikal mit allem, was Gdańsk zuvor geprägt hatte, bricht – das Brama Złota. Irgendwo dazwischen ist Gdańsk.

Oliwa auf dem Lidlparkplatz

An der Aleja Grunwaldzka (Grunwaldallee) im Gdańsker Stadtteil Oliwa, gegenüber vom Straßenbahnwendekreis, wurde vor einer Weile ein neues Gebäude errichtet. Es hat eine Verkleidung aus Kunststoffplatten in Grau-, Beige- und Weißtönen, als wolle es nur ja nicht auffallen, und einige spitze Dreiecksgiebel, als wolle es Bezug auf irgendetwas Historisches nehmen.

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Bloß ist nicht klar, was dieser Bezugspunkt sein sollte. Schmale Häuser mit spitzen Giebeln gibt es im Zentrum von Gdańsk, doch das ist acht Kilometer entfernt und alle älteren Gebäude der Umgebung sind vom Historismus der Kaiserzeit geprägt. Man kann nicht einmal sagen, daß dieses neue Gebäude also Nachahmungen nachahme, denn die Mietshäuser an der Grunwaldzka haben keinerlei lokalen Bezug, sondern unterscheiden sich nicht von dem, was zeitgleich anderswo in Deutschland gebaut wurde.

Gut kann man das an den großformatigen Schwarzweißphotos, die im Vorbereich des Lidl-Supermarkts im Erdgeschoß hängen, sehen.

Sie zeigen alte Straßenszenen, die überall entstanden sein könnten und nichts spezifisch mit Gdańsk oder Oliwa, damals Danzig und Oliva, zu tun haben. Sogar die Nepomuksäule vor einem nahen Gebäude war damals von Bäumen verdeckt, was Zufall oder aber antikatholische preußische Maßnahme gewesen sein mag.

Dadurch paßt das neue Giebelgebäude auf traurige Weise doch wieder, denn genauso wie seine älteren Nachbarn könnte es überall in Europa gebaut werden und einen Bezug auf etwas Historisches behaupten. Zum umgebenden Historismus ist es der Neohistorismus.

Und wo hinter einem alten preußischen Gebäude ein Hinterhof wäre, ist hinter diesem der Parkplatz von Lidl. Auf dessen großen umzäunten Fläche ist man inmitten von freistehenden Mietshäusern, wie sie alle Seitenstraßen in Oliwa prägen.

Diese ursprünglich bürgerlichen Gebäude, die so tun, als seien sie Villen, bekamen durch die Umwälzungen des Sozialismus und des Wechsels von deutscher zu polnischer Bevölkerung eine gemischtere Bewohnerschaft. Ihre Gärten grenzen direkt an den hohen Zaun, so daß man die ungewöhnliche Möglichkeit hat, sie nicht bloß von der Straßenseite zu sehen. Betreten jedoch kann man sie so wenig wie die Bewohner den direkten Weg zu Lidl nehmen können. Hierin zeigt sich die gegenwärtige kapitalistische Architektur noch etwas perfider als die preußische, da ein Hinterhof zwangsläufig abgeschlossen ist, der Zaun aber eine ganz willkürliche und bösartige Absperrung möglicher Wege und Verbindungen ist.

Während vor hundertfünf Jahren der Weg des städtebaulichen Fortschritts noch verschlossen scheinen konnte, liegt er heute auf dem Lidlparkplatz offen da.

Der Strand der Trójmiasto

Eines der schönsten Dinge an der Trójmiasto (Dreistadt) ist ihr langer, langer Sandstrand. Wenn man will, kann man ihn an einem Stück vom Rande des Hafens von Gdańsk bis zur Klippe im Gdyniaer Stadtteil Orłowo gehen, etwa 12 Kilometer, und dann noch weiter.

Vom äußersten Punkt an der Mündung der Motława in Gdańsk, wo Hafenanlagen und das Westerplatte-Denkmal aufragen,  sieht man den Strand in einem sanften Bogen vor sich und jenseits der Klippe Gdynia.

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Man passiert Brzeźno, wo die erste Molo (Seebrücke) weit ins Meer hineinragt, und Przymorze. In Jelitkowo zwingt die Einmündung des Potok Oliwski (Oliwaer Bachs), die sich mäandernde Miniaturcanyons in den Sand gräbt, zu einem Umweg in den Park, da man sie trockenen Fußes nicht überqueren kann.

Mit dem schlanken weißen Körper des Hotels Marina beginnt Sopot, die zweite Stadt der Trójmiasto.

Sopots Zentrum rückt bis dicht an den Strand heran und greift mit der Molo noch weit ins Meer hinaus.

Bald danach ändert sich die Landschaft. Nun sind es die Hügel, die bis nah ans Meer rücken.

Der Strand wird schmaler, wilder, nun wachsen hier Bäume und wenn man zurück auf Sopot und Gdańsk blickt, ist es, als blicke man von einer einsamen Mangroveninsel in die ferne Zivilisation. Ein weiterer Wasserlauf, der Kamienny potok (Steinbach), gräbt sich seinen Weg durch den Sand zum Meer, aber er ist meist schmaler, man kann hinüberspringen.

Etwa hier beginnt Gdynia, die dritte Stadt der Trójmiasto, doch genau merkt man es nicht. Wieso Polen nach dem ersten Weltkrieg diesen Teil der Bucht von Gdańsk bekam, ist dafür umso klarer erkennbar: es ist der schlechtere, der landschaftlich schwierigere, der dünner besiedelte auch, der, dessen Verlust die Deutschen leichter verschmerzen konnten. So passiert man Orłowo, das die dritte und kleinste der Seebrücken hat, und direkt danach endet der Strand. Wenn man weitergehen will, hat man die Wahl zwischen Betonbefestigungen um die Klippe oder Waldwege auf ihr. Es folgt noch etwas Strand im Wechsel mit Promenade, nun ohne Aussicht auf die vorherigen Teile, bevor man im Zentrum von Gdynia ankommt. Erst von dem weit ins Meer reichenden Kai, der schon zum Hafen gehört, blickt man wieder auf den Rest der Trójmiasto zurück.

Die Nutzung dieses langen Strands für Tourismus und Naherholung konzentriert sich auf die Seebrücken in Brzeźno, Sopot und Orłowo, auf Jelitkowo, wo eine Straßenbahn endet, und auf die Promenade in Gdynia. Doch auch sonst wird man am Strand immer Menschen um sich haben, denn die Bewohner der Trójmiasto nutzen die luxuriöse Nähe des Meeres. Auch im tiefsten Winter, wenn der Sand von Schnee bedeckt ist, gibt es Spaziergänger.

Auch an Frühlings- und Herbstabenden sitzen am Rande Paare und Grüppchen und trinken Bier, denn das polnische Verbot des öffentlichen Alkoholkonsums wird hier nicht durchgesetzt.

An heißen Sommerwochenenden dann, auch außerhalb der Saison, ist es voll wie in einem Urlaubsort.

Es ist in jedem Moment ein städtischer Strand, ein Strand mitten in der Zivilisation. Die Stadt ist nah. Für die Bewohner der großen fortschrittlichen Wohngebiete Zaspa, Przymorze und Żabianka ist der Strand in fußläufiger Entfernung und für alle anderen führen mehrere Straßenbahn- und Buslinien zu ihm. Und man sieht die Stadt. Selbst, wenn einmal keine Gebäude direkt angrenzen, sind welche in der Entfernung erkennbar. In der Nacht leuchten die Lichter dreier Städte über das Wasser.

Dazu kommen die Schiffe. Frachtschiffe auf Reede, Fähren in nahe Orte oder aber nach Skandinavien, im Sommer Segel- und Motorboote aller Art. Immer wird man so daran erinnert, daß der Strand sich zwischen zwei Hafenstädten und entlang von ehemaligen Fischerdörfern erstreckt.

Man könnte sagen: Dieser lange Strand ist die Trójmiasto. Er ist vielleicht der Orte, wo man all das, was ihre einzelnen Teile miteinander verbindet und voneinander trennt, am besten erleben kann.

Der polytechnische Drache

Der 1904 errichtete historistische Backsteinklotz des Politechnika Gdańska (Gdańsker Polytechnikums) hat vielerlei Ornamentik, darunter auch figurale. Wie typisch, letztlich unvermeidlich bei solch einem Gebäude ist diese praktisch unsichtbar, da sie entweder viel zu hoch angebracht ist oder, wie etwa diese zwei Eidechsen um ein Schild, kaum von den grauen Steinblöcken der Ecke zu unterscheiden ist.

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An einem unscheinbaren Nebengebäude aber ist alles anders. Mit rotem Backstein, gelblichem Putz und hohem Satteldach über zwei Geschossen verschwimmt es gleichsam mit der übrigen historistischen Bebauung des Areals.

Erst, wenn man es näher betrachtet, merkt man, daß hier etwas Jugendstil vorsichtig ins preußische Neo-Einerlei hineinbricht. An der Vorderseite ist der Eingang zwar in der Mitte, aber die von im ausgehenden schmalen Vorbauten konzentrieren sich deutlich auf den rechten Teil der Fassade, während links nur unten die abfallende Schräge einer Treppenüberdachung ist. Im rundbögigen Eingang selbst ist grüngestrichenes Holz und ein Gitter mit ornamentalen vertikalen Wellenlinien, die auch in Wien zur selben Zeit noch halbwegs à la mode gewesen wären.

Es ist gegliedert in einen schmalen Teil links, die Tür rechts und das halbkreisförmige Feld im Bogen. In letzterem sind nicht in der Mitte, sondern deutlich links ein stilisiertes Zahnrad und eine lodernde Sonne. Vor den Schrägen des Satteldachs sind ornamentale Bordüren, die in stilisierten Drachenköpfen enden und so an skandinavische Stabkirchen erinnern.

All das bildet nur den Rahmen für ein Kunstwerk, das im linken Teil der Fassade in einem horizontalen Feld unterhalb des Dachansatzes ist. Als flaches Relief im Putz zeigt es einen Arbeiter, der nach links Kohlen in das Maul eines Drachen schaufelt.

Der Arbeiter, hochgekrempeltes offenes Hemd, Schnurbart, Mütze, steht weit nach links gelehnt, das eine Bein angewinkelt, das andere nach rechts, nach hinten ausgestreckt, um sich in der Ecke der Fläche, fast am Backstein des Eingangstrakts, zu stützen und streckt die Schaufel gerade in Richtung des Drachenmauls. Zwischen beiden Figuren liegt ein Haufen Kohle. Der Drache, dünner Körper, großer Kopf, Schwimmhäute zwischen den Klauen, öffnet das Maul bereitwillig, aber Strahlen über seiner Nase lassen die Hitze, der der schaufelnde Arbeiter ausgesetzt ist, deutlich werden. Die Hinterbeine des Drachen sind zur Gebäudeecke hin ausgestreckt und mit den Krallen der linken, oberen hält er sich genau an dieser fest. Sein dicker geringelter Schwanz befindet sich dann ganz auf der linken Gebäudeseite, wo das Feld des Kunstwerks sich als breites verputztes Band fortsetzt.

Das Band verläuft um das ganze Gebäude, enthält aber keine weiteren Reliefs. Obwohl schwer zu sagen ist, ob da früher mehr war, trägt gerade diese Vereinzelung zur Wirkung des Kunstwerks bei. Es ist nicht eines von vielen, sondern ganz für sich. Es ist nicht ein Ornament unter anderen, sondern bekommt vom Gebäude einen prominenten Platz, eine Leinwand geboten. Das wäre noch nicht genug, wenn nicht auch das Motiv so überzeugend wäre. In der Verbindung des gänzlich Realistischen, des Arbeiters, mit dem gänzlich Phantastischen, dem Drachen, entsteht eine starke und überraschende Symbolik für die Dampfkraft, die zudem unmittelbar verständlich ist. Es ist Bild der beherrschten, aber doch auch immer noch gefährlichen Technik und der zu ihrem Betrieb nötigen Arbeit. Damit symbolisierte es die Tätigkeit des  für die technischen Anlagen der Hochschule verantwortlichen Chefingenieurs, für den das Gebäude ursprünglich als Wohnhaus errichtet worden war.

Anders als die leere und unsichtbare Ornamentik der anderen Gebäude des Politechnika ist dieses Relief ein wirkliches Kunstwerk. Wie es die Gegebenheiten des Gebäudes ausgreift, gehört schon ganz ins 20. Jahrhundert, während nebenan noch das 19. herrscht. Vielleicht es das der Interpretation zu viel, aber es ist doch nur zu passend, daß der Drache dem links davon stehenden historistischen Hauptgebäude den Hintern zeigt.

Die Tiefgarage des armen Manns

Das Parken war in den fortschrittlichen Wohngebieten der sozialistischen Staaten immer ein Problem. Wiewohl der Motorisierungsgrad dort bekanntlich nicht sehr hoch war, wurde immer für viel mehr Autos gebaut als es tatsächlich gab, und die mußten eben auch irgendwo parken. Die ideale und erwünschte Lösung wären Tiefgaragen gewesen, doch deren Bau war so teuer, daß er fast nie geschah. Was blieb, waren Parkplätze und freistehende Garagenanlagen, die beide wertvollen städtischen Raum einnehmen. Während Parkplätze sich je nach Größe noch leidlich in die Freiflächengestaltung der Wohngebiete einbeziehen lassen, bilden Garagenanlagen fast zwangsläufig unwirtliche Nichtorte, die nur wenig besser sind als die Hinterhöfe der gerade überwundenen Mietskasernen. So stehen sie meist am Rande der Wohngebiete und ohne Bezug zu ihnen, Ausdruck städtebaulicher Hilfslosigkeit.

Selten und unsystematisch waren die Versuche, diese Garagenanlagen auf bessere Art zu gestalten. Ein Beispiel sieht man im Gdańsker Wohngebiet Przymorze in einem Bogen der Straße Dąbrowszczaków. Die Anlage besteht aus zwei langen parallel verlaufenden Gebäuden mit Garagen auf zwei Geschossen. Die Garagen im Erdgeschoß zeigen nach außen zur Straßenebene und die Garagen im Obergeschoß nach innen zu einer erhöhten Ebene.

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Am straßenabgewandten Ende führen Treppen entlang der Schmalseiten hinauf, was der abschließenden Wand eine markante Stufenform gibt.

Auch zur Straße sind dort Treppen, doch vor allem ist hier die geschwungene Auffahrt in einer aufgeschütteten Schräge, wo ansonsten Gras und auch einige Bäume und Sträucher wachsen.

Hier sieht man, daß die beiden Garagengebäude vermutlich um einen künstlichen Hügel stehen – eine Notlösung, da es weit günstiger ist, Erde aufzuhäufen als die erhöhte Ebene und die Auffahrt auf Betonstützen zu setzen. Die Garagenanlage zeugt damit von Rückständigkeit wie von Einfallsreichtum. Mit einfachen Mitteln wurden auf demselben Platz doppelt so viele Garagen errichtet. Es entstand eine Art Zwitter aus Tiefgarage und Parkhaus, der einen entfernten Verwandten in den künstlichen Grabhügeln des Cimitero del Verano (Verano-Friedhofs) in Rom hat.

Die architektonischen Details unterstreichen die Struktur der Anlage noch: die Wände der Schmalseiten und zwischen den Garagen aus weißem Backstein, die Außenwände der oberen Garagen jeweils als flaches Dreieck vorstehend und leicht aufsteigend, so daß ein Wellenmuster entsteht.

Darauf haben sich auf einer Seite schräge Streifenmuster mit Symbolen verschiedener Sportarten und Werbung für Lottoanbieter erhalten,  „Abonamenty Toto-Lotto“ oder „Totalisator Sportowy“.

Die Anlage ragt auch im direkten Wortsinne aus der üblichen Garagenarchitektur heraus (wie weit zeigt der Vergleich schon zu den rückwärtig angrenzenden flachen Garagen) und vermag, selbstständig ihren Platz im Wohngebiet zu behaupten, statt sich verstecken zu müssen. Sie ist ein wertvolles Beispiel dafür, was auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen möglich war, aber lösen konnte sie das Problem des Parkens selbstverständlich nicht.