Archiv der Kategorie: Fortschrittliche Architektur

Wohngebiet Špinut

Von Nordwesten gesehen, also vom Meer oder von einigen felsigen Stellen am Ufer der Halbinsel, ist Špinut die Skyline der jugoslawischen Hafenstadt Split.

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Es leuchtet so weiß wie einst vielleicht der Diokletianpalast für von Süden ankommende Schiffe und ragt dabei auf wie der Turm der Kathedrale aus dessen zu Splits Altstadt gewordenen Resten. Von Nahem besteht es eigentlich nur aus sechs Gebäuden und dem von diesen gebildeten Stadtraum.

Špinuts Rückgrat sind zwei lange zwölfgeschossige Gebäude. Im Erdgeschoß sind sie aufgestützt, wobei die Stützen recht breite Wände sind, die nicht dazu dienen, von Weitem Leichtigkeit zu symbolisieren, sondern von Nahem konkrete wertvolle Durchgänge bieten.

Ihre eine Seite hat ein regelmäßiges Raster aus leicht vorstehenden horizontalen Streben, die die Geschoßböden fortsetzten, und kreuzenden vertikalen Streben. Unter diesen sind abwechselnd Wandflächen mit eigenen kleineren Streben und schmale Balkonnischen, die jeweils zu zweit beidseits einer großen vertikalen Strebe ein den Wänden entsprechendes Rechteck bilden.

Die anderen Seite ist ganz in Balkone mit Gittergeländern aufgelöst, vor denen bloß dünne vertikale Stahlleisten hängen, doch mit verschiebbaren Sonnenschutzwänden läßt sie sich auch vollständig schließen, so daß sie entsprechend den Bedürfnissen ihrer Bewohner in stetiger Veränderung begriffen ist.

All das ist selbstverständlich in Špinuter Weiß gehalten.

Bei beiden Gebäuden ist das oberste Geschoß deutlich zurückgesetzt und dazu kommt beim weither sichtbaren Anfang des ersten Gebäudes ein Aufbau aus einem Würfel, einer längeren Terrasse und einer quadratischen Stele. Wie schon die Seite mit dem Strebenraster, die darunter nach außen zeigt, erinnert dieser fast skulpturale Dachaufbau an Le Corbusier, ohne dadurch epigonistisches Zitat zu sein.

Die beiden Gebäude stehen parallel zueinander, aber so versetzt, daß das zweite und höher angeordnete dort beginnt, wo das erste endet. Vor dem ersten Gebäude erstreckt sich zur Ulica Sedam Kaštela (Sieben-Kastelle-Straße), mit der es nicht parallel ist, ein weiter Grünbereich mit Wiesen und mediterranen Bäumen. Durch die Unebenheit des Terrains steht sein rechter Teil niedriger, wo zwischen die Stützen und die Obergeschosse noch zwei ergänzende Geschosse mit Wohnungen kommen.

Auf seiner anderen Seite verläuft oberhalb von Parkplätzen ein breiter Gehweg mit weiteren Bäumen und Palmen und eine Erschließungsstraße.

Hinter dem Ende des ersten Gebäudes und zum zweiten hin steht quer ein sechsgeschossiges Gebäude. Sein erster Teil ruht wiederum auf wandartigen Stützen, hat aber eine vertikale Fassadenstruktur aus Wandflächen und eher schmalen Fenstern und Balkonen, die zudem durch Vor- und Rücksprünge variiert ist. Die Seitenwände der Treppenhäuser sind um Glasflächen auf der einen und ein engmaschiges Betongitter auf der anderen Seite nach vorne und höher geführt, was ein weiteres skulpturales Element ergibt.

Um seine zum Grünbereich zeigende Ecke laufen große transparente Balkone, die noch bessere Blicke aufs nahe Meer als ohnedies schon so viele Wohnungen von Špinut bieten.

Sein zweiter, weit kleinerer Teil hat nur zur einen Seite normale Balkone und zur anderen abwechselnd durchgehende vorgesetzte Balkone und einzelne kleinere, die im Beton ihres Bodens und ihrer Seitenwände gleichsam aufgehängt scheinen.

Vor dieser Seite steht am Ende ganz aus Beton und fensterlos das Treppenhaus, das mit dreieckigem Grundriß und entsprechenden Abschrägungen unten und oben wirklich schon eine balancierende brutalistische Skulptur ist. „Tehničar Split“ steht in verblassenden hellblauen Buchstaben darauf.

Jenseits dieses quer zwischen den langen Gebäuden des Rückgrats angeordneten Gebäudes ragen die drei Punkthochhäuser von Špinut auf. Sie sind wie weiße Basaltformationen, bei denen zu den vertikalen und an Vor- und Rücksprüngen reichen Formen des Quergebäudes noch Variationen in der Höhe kommen, so daß die höchsten Teile achtzehn Geschosse, andere jedoch weniger haben.

Bei der Ecke zweier großer Straßen hinter einem weiteren Grünbereich gelegen sind sie erstaunlicherweise gleichsam die unscheinbarsten Teile von Špinut, die aber im Zusammenhang des Wohngebiets so wichtig sind wie alle anderen.

Das ist Špinut auch bereits, sechs Gebäude nur, die schon in ihren Formen viel miteinander verbindet und die in ihrer Anordnung zueinander eine Einheit werden. In der Großzügigkeit des sozialistischen Städtebaus verstärkt sich die Lieblichkeit der südlichen Vegetation noch, Grün erstrahlt vor Weiß, Palmen vor Beton. Zu den Grünbereichen kommen zu viele Parkplätze, obwohl es sogar ein Parkhaus mit zweieinhalb in den Boden versenkten Geschossen gibt.

Zwischen den Hochhäusern und dem Ende des zweiten langen Gebäudes erhielt sich ein altes Mietshaus, das vom freien Raum des Wohngebiets profitiert und ihm einen rustikalen Kontrastpunkt schenkt, es ist aufgehoben von Špinut.

Ein Ladenzentrum fehlt, stattdessen sind vielerlei Läden zwischen den Stützen der langen Gebäude angeordnet. Zentrum des Wohngebiets ist daher der Platz vor dem zweiten Teil des Querbaus, zu dem der Weg entlang der langen Gebäude zwangsläufig führt. Treppen steigen nach links und vorne an, wo ein Café seine vielen Tische aufgestellt hat.

Es ist eine Piazza neuen Typs, ein genuin mediterraner Mittelpunkt für ein fortschrittliches Wohngebiet.

Und wie Špinut dank den Stützen zu allen Seiten durchlässig ist, so ist es auch allseitig mit der Stadt verbunden. Beim ersten Gebäude verschwimmt es mit anderer fortschrittlicher Bebauung, zu der drei monolithische Hochhäuser an der Ulica Sedam Kaštela gehören.

Auf der anderen Seite dieser Straße folgt bei den Hochhäusern das wundervolle Poljud-Stadion von Hajduk Split.

Auch auf der anderen Seite der kreuzenden Ulica Zrinsko Frankopanska (Zrinksi-Frankopan-Straße) ist ausschließlich fortschrittliche Bebauung. Hinter dem zweiten langen Gebäude folgen die ersten überkommenen Häuser, durch die man bald in die Altstadt mit dem Diokletianpalast kommt. Doch wenn man über den Garten des archäologischen Museums auf wie achtlos abgestellte Steine vor dem Hintergrund des Gebäudes blickt, dann sind sich Rom und der jugoslawische Sozialismus sogar noch näher.

Die junge Tschechoslowakei am Hang – Sokolovna und hussitische Kirche

Die vom Bahnhofsvorplatz in sanfter Steigung und sanftem Fall zur Altstadt führende 9. Května (Straße des 9. Mai) ist die natürliche Hauptstraße von Tábor, seit es über die mittelalterlichen Grenzen hinausgewachsen ist. Als Stadtplanung des 19. Jahrhunderts ist sie so gut, wie sie eben sein kann, und auch jede denkbare fortschrittlichere Alternative würde zumindest ihren Verlauf übernehmen. An ihrem höchsten Punkt steht ein k.k.-Schulgebäude, das groß, weiß, historistisch die Staatsmacht repräsentiert, wobei diese örtlich schon lange tschechisch bestimmt war. Als städtischer Organismus war die Straße gegen 1900 fertig, auch wenn selbstverständlich noch später Teile der Blockrandbebauung neu errichtet oder Fassaden verändert wurden. Was dem tschechoslowakischen Staat beziehungsweise seinen Vorbereiterorganisationen wichtig war, mußte daher in die Seitenstraßen.

Das erste war noch zur österreichischen Zeit im Jahre 1903 die Sokolovna, wie die Versammlungsgebäude des tschechischen Turn- und Kultursvereins Sokol (Falke) heißen. Sie steht am Ende einer kurzen links von der 9. Května abzweigenden Straße, die beinahe wie ein kleiner Platz wirkt, und ist ein überladener historistischer Bau mit drei Geschossen, der wie andere Sokolovny dieser Zeit viel zu viel Tschechisch-Nationales aussagen will.

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Um zu verstehen, wieso sie dennoch bereits ein wichtiger Bau ist, muß man rechts neben ihr die Treppen zur Budějovická (Budějovicer Straße) hinabgehen. Auch hier hat die die Sokolovna drei Geschosse, doch der Höhenunterschied zwischen den beiden Straßen ist so groß, daß das dritte Geschoß hier die die Fortsetzung des ersten von oben ist. Man sieht, daß die Architekten mit der Hanglage rein gar nichts anzufangen wußten, ihnen aber immerhin bewußt war, daß das Gebäude, wie im übrigen auch eine freistehende Sokolovna auf ebenem Gelände, zu beiden Straßen Fassaden haben muß.

Das zweite Gebäude ist ein sbor (wörtlich Chor), wie die hussitische Kirche, die ursprünglich als církev československá (tschechoslowakische Kirche) noch stärker ihre intendierte staatsoffizielle Rolle betonte, ihre Gotteshäuser nennt. Dieser heißt als „Sbor božích bojovníků“ nach „göttlichen Kämpfern“ oder einfach „Gotteskriegern“, eine gängige Bezeichnung für die Hussiten. Genau wie ein unehrlicher Islamist oder ein trauriger liberaler Muslim heute vielleicht behaupten würde, daß Jihad ja gar nichts mit Krieg zu tun habe, würde vielleicht auch ein heutiger hussitischer Geistlicher die Radikalität dieses Namens abzumildern suchen, aber die Erbauer der Kirche wußten genau, was sie sagen wollten: die Hussiten waren Gotteskrieger, die von Tábor aus halb Europa in Angst und Schrecken versetzt hatten, und das war etwas Gutes. Von Nutzen war diese kämpferische Tradition bei der Eröffnung Mitte 1939, als der tschechoslowakische Staat gerade von den Deutschen zerschlagen worden war, allerdings erst einmal nicht.

Das Gebäude bedient sich einer schnörkellos weißen funktionalistischen Architektur wie viele solcher Kirchen. Vom Platz ist durch eine Seitenstraße links der hohe und schlanke Turm zu sehen. Er beginnt öffnungslos auf quadratischem Grundriß, wird oben, wo er vor Lamellen zu allen Seiten kupferne Kreuze hat, schmaler und endet mit einem großen kupfernen Kelch, dem zentralen Symbol des Hussitentums.

Das Gebäude am Ende der kurzen Seitenstraße hat nur im oberen der zwei Geschosse große Fenster und keinerlei monumentalen Elemente. Dafür wächst es geradezu aus den angrenzenden viergeschossigen tschechoslowakischen Mietshäusern in der Farského (Pfarrstraße), der Parallelstraße zur 9. Května, die von der Sokolovna herkommt, heraus. Aus dem Sims unter dem dritten Geschoß der links daneben stehenden Pfarrei wird das leicht überstehende Dach der Kirche.

Erst von der unteren Straße, der Budějovická, die man wiederum über eine Treppe rechts neben der Kirche erreicht, versteht man, wieso der Turm gerade in der äußersten Ecke des Gebäudes angeordnet wurde. Er richtet sich nämlich nur nebenbei an de Platz, hat vordringlich aber weit größere Ziele: die alte, einst hussitische Altstadt und deren nunmehr katholischen Kirchturm.

In der Sichtachse der engen Straße kann man beide Türme direkt nebeneinander sehen und, eckig, weiß, mit kupfergrünem Abschluß, scheinen sie einander sogar durchaus verwandt.

Wichtiger noch ist, daß man den Turm genau in der Mitte des Blickfelds hat, wenn man in der Altstadt Richtung 9. Května geht. Wiewohl recht weit entfernt und wiewohl nicht höher als normale Häuser, hat der Turm somit allein durch seine Lage eine erstaunliche Reichweite.

Das dazugehörige Gebäude ist zur Budějovická deutlich höher und monumentaler als zur Farského und erstreckt sich auch noch vor der Pfarrei. Die weißen Wände sind durch schmale vertikale Streifen mit Glasbausteinen und vertikale Streben strukturiert, die vor einer großen Dachterrasse weiter aufragen und von horizontalen Balken erst als Geländern und dann als Abschluß gequert werden.

Bei aller funktionalistischen Einfachheit entsteht so eine gotische Struktur, wiederum wie bei der Kirche in der Altstadt. In diesem unteren Raum allerdings ist nicht die Kirche, sondern: das Kolumbarium, die Aufbewahrungsstätte für Urnen. Wie man sieht war die von den Katholiken abgelehnte Feuerbestattung für die hussitische Kirche wie für die junge Tschechoslowakei insgesamt sehr wichtig. Auf unerwartete Art wird hier zudem die Tradition von bei der Kirche liegenden Friedhöfen oder gar von Katakomben wiederbelebt.

In den seit dem Bau der Sokolovna vergangenen sechsunddreißig Jahren hatten die Architekten also gelernt, auf kreative Weise mit der Hanglage umzugehen und ein vielseitiges Gebäude wie diese Kirche hineinzusetzen. Eine neue Zeit hatte begonnen.

Schuttershof

Wenn man das zehngeschossige Punkthaus Schuttershof in Bergen op Zoom über die Senke der Bahnstrecke sieht, könnte man fast meinen, daß es aus bloßem Beton besteht, was recht niederlanduntypisch wäre.

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Von Nahem sieht man, daß es tatsächlich weißgrauer Backstein ist.

Doch auch der Typus des Punkthauses ist eher ungewöhnlich, da er keine Erschließung durch Laubengänge, keine Stapelung von Reihenhäusern, wie sie in den Niederlanden das Wohnideal sind, erlaubt. Bei diesem hat auf etwa quadratischem Grundriß jede Seite eine linke Hälfte mit Backstein und kleinen Fenstern und eine die Ecke öffnende rechte mit blaugeländrigen Balkonen vor Glasflächen.

Das Punkthaus Schuttershof (Schützenhof, benannt nach einem alten Bauernhof) will mit dieser Architektur offenkundig nicht weiter auffallen und wenn man sich ihm auf der jenseits der Gleise abzweigenden Augustalaan (Augusta-Allee) nähert, ist es zusätzlich versteckt hinter Bäumen, die seit seiner Erbauung in den Siebzigern Zeit hatten, hoch zu wachsen. Es scheint auch allein zu stehen, doch das täuscht.

Tatsächlich schließt sich an das Punkthaus eine ausgedehnte Wohnanlage mit Einfamilienhäusern an. Neben der Augustalaan sieht man bloß einige gedrungene Flachbauten und man kann sie entlanggehen, ohne viel mehr als die quer gesetzten Garagenhöfe zu bemerken.

Die eigentliche Bebauung erstreckt sich am Hang unterhalb der Straße. Es sind Häuser, die dem einfachen Stil des Punkthauses entsprechen, kubische Formen, flache Dächer, weißgrauer Backstein, Glas, weißes Holz.

Durch die Hanglage hat jedes der Häuser eineinhalb oder zwei Geschosse, kann aber oft flach beginnen. Es entsteht eine komplizierte und verschachtelte Struktur, die nicht leicht zu erfassen und zu beschreiben ist. Da die Häuser miteinander verbunden, aber gewiß nicht aufgereiht sind, ist auch fraglich, ob man von Reihenhäusern sprechen soll.

Zur Erschließung der Häuser verläuft durch die Wohnanlage ein verschlungenes Wegenetz. Mal sind es enge Gassen, nur das Weißgrau der Wände und das Grün hoher Hecken, aus denen man zum Punkthaus als einem Orientierungspunkt blickt.

Mal sind es in sanften Stufen abfallende Plätze mit Beeten, die halb öffentliche Grünflächen und halb Vorgärten der hierher geöffneten Häuser sind.

Und dann gibt es Treppen.

Überall anders wäre das normal, doch dies sind die Niederlande und die sind flach. Zwischen niederländischen Häusern gibt es normalerweise keine Treppen, denn sie stehen nicht am Hang, weil es keine Hänge gibt. Man muß sich bewußt machen, daß diese Wohnanlage, die am Rande der Stadt einen Hang zur halbwegs offenen Landschaft hinabfließt, allein durch die topographischen Bedingungen etwas äußerst Ungewöhnliches für die Niederlande ist.

Es kann daher wirken, als habe sich ein Architekt an dieser Lage gleichsam ausgetobt. Er baute niederländischste Architektur in unniederländischster Landschaft. Vielleicht deshalb ist auch etwas Südliches in diesen Gassen, Plätzen und Treppen.

Zweifelsohne gewinnt die Reihenhausarchitektur durch die Hanglage, weist schon eher auf Terrassenhäuser voraus. Punkthaus und terrassierte Einfamilienhäuser stehen in Schuttershof nebeneinander, was nicht wenig ist, die Aufgabe der folgenden fortschrittlichen Architektur der Stadt wäre es, sie zusammenzufügen. Der Schuttershof ist immerhin die fortschrittlichste Anlage der Stadt. Nebenbei hilft die Betrachtung seiner Lage am Hang auch zu erklären, woher Bergen op Zoom seinen Namen hat und was Noord-Brabant (Nord-Brabant), wo es liegt, von Holland unterscheidet.

Ein Turm für Turin

Selten ist es bei Architekturwettbewerben so, daß sofort klar ist, welcher Entwurf gewinnen muß, eher ist es ein kompliziertes Abwägen vielfältiger Details. Aber es gibt Ausnahmen wie den Wettbewerb für ein neues Gebäude auf dem nordböhmischen Berg Ještěd im Jahre 1963. Während alle anderen Entwürfe ein irgendwie geartetes Nebeneinander von Fernsehturm und Hotel vorschlugen, faßte Karel Hubáčeks Siegerentwurf beides zu einer einfachen und ikonischen, aber schwer zu beschreibenden hyperboloiden Form zusammen, die den Berg vervollständigte und zwangsläufig zum Wahrzeichen von Liberec wurde. Es ist kaum vorstellbar, daß jemand die Auswahl (teilweise zu betrachten auf dieser verdienstvollen Seite) sah, ohne sofort zu erkennen, wer gewinnen mußte.

Aus Autorenkollektiv: Nordböhmen, Praha 1981

Ähnlich war es bei dem Wettbewerb für einen neuen Torre Civica (Stadtturm), den die norditalienische Stadt Turin im Jahre 1788 veranstaltete. Fast alle Entwürfe schlagen irgendwelche Türme mit mehr oder weniger vielen Säulen, Ornamenten, Geschossen, Skulpturen vor, die teils noch ganz barock, teils schon klassizistisch sind, aber immer Türme, die nichts grundsätzlich von denen in anderen Städten oder auch nur vom alten Turiner Torre Civica unterscheidet (zu betrachten hier). Anders der Entwurf von Arnolfo Spagnolini. Er ist entschieden klassizistisch: Auf einem bis auf die Tür öffnungslosen steinverkleidetem Sockel, den bloß wenige einfache Relieffiguren schmücken, und einem Band mit mittiger Uhr erhebt sich eine hohe Säule, um die sich ein Relief spiralförmig nach oben zieht. Aber noch um diese Säule verläuft eine große spiralförmige Wendeltreppe mit hohen rundbögigen Arkaden. Der ganze Turm ist eine Spirale.

Aus Manzo, Luciana u. Peirone, Fulvio (Hg.): C’era una volta una torre, Torino 2009 (Bilder zum Vergrößern anklicken)

Spagnolini löste damit das Problem der antiken Triumphsäulen und ihrer barocken Nachahmungen wie etwa vor der Wiener Karlskirche: daß ihre Reliefs nicht zu betrachten sind. Nach dem Spiralteil folgt ein offenes Arkadengeschoß für die Glocken, von wo eine kleinere Wendeltreppe im Inneren ins oberste Geschoß führt. Diese „vero Bel Vedere“ (wahre Gute Aussicht)  ist völlig frei und offen bis auf die schlanken korinthischen Säulen am Rande ihrer runden Fläche, die die Turmhaube, eine von einer Kugel abgeschlossene Kegelform mit flügelartig hervorstehenden Elementen als einzigem Schnörkel, tragen.

Aus Manzo, Luciana u. Peirone, Fulvio (Hg.): C’era una volta una torre, Torino 2009

Neben der schlichten Radikalität von Spagnolinis Spiralturm nehmen sich all die anderen Entwürfe so unendlich altmodisch aus wie die für den Ještěd neben Hubáčeks Hyperboloidturm. Indem er die Treppe nach außen legte, macht es das Besteigen des Turms zum Erlebnis. Aus der Dunkelheit des Sockels tritt man in die Spirale, die Reliefs zeigen die glorifizierte Geschichte von Turin, während das echte nach und nach um einen sichtbar wird, und dann, nach einem kurzen Moment der Dunkelheit, steht man oben auf der offenen Aussichtsplattform, wo nichts mehr ist als die Stadt und die Landschaft unter einem.

Aus Manzo, Luciana u. Peirone, Fulvio (Hg.): C’era una volta una torre, Torino 2009

Auf der Kugel auf der Turmspitze sollte laut Spagnolini der Stier, Turins Wappentier, stehen. Daß er, anders als alle anderen Entwürfe, selbst keine Form für dieses krönende Kunstwerk vorschlug, zeugt von Bescheidenheit und einem durchaus modernen Verständnis für Arbeitsteilung; darum soll sich ein Künstler kümmern, er fand ja schon die architektonische Lösung.

Anders als Hubáčeks Entwurf in Liberec wurde Spagnolinis in Turin nie ausgeführt. Nicht einmal ein Sieger für den Wettbewerb wurde je gekürt. In Folge der französischen Revolution, die seit 1798 auch französische Herrschaft bedeutete, hatte Turin andere Sorgen. Danach brauchte die Stadt, obwohl 1801 der alte Torre Civica abgerissen worden war, keinen Turm mehr, da sie dank dem beginnenden Kapitalismus rasant wuchs und er ohnedies nicht weit genug sichtbar oder seine Glocken weit genug hörbar gewesen wären. Erst hundert Jahre später baute sich Turin mit der Mole Antonelliana wieder einen Turm, der zwar höher als 1788 vorstellbar, aber für die Stadt doch letztlich zu klein und deshalb unwichtig war. Und außer der Größe hat die Mole den Plänen von Spagnolini für den neuen Torre Civica auch nichts voraus.

Was Arnolfo Spagnolini entwarf, bleibt heute so bewundernswert und vorbildlich radikal wie damals. Wäre die Geschichte ein wenig anders verlaufen, hätte etwa die französische Revolution ein Jahrzehnt später stattgefunden, und hätten die Verantwortlichen in Turin so viel Weitsicht bewiesen wie 1964 die in Liberec, wären mithin eine unmögliche und eine unsichere Bedingung erfüllt, die Stadt hätte ein Wahrzeichen mehr.

Olsztyner Höhepunkte: Bahnhof

Der dritte der Olszytner Höhepunkte neben Planetarium und Sowjetischem Ehrenmal empfängt den Besucher sofort, wenn er die Stadt per Zug oder Bus erreicht: der Bahnhof.

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Er besteht aus zwei einfachen zweigeschossigen Teilen, die im rechten Winkel aneinandergefügt sind und sich mit großen, fast durchgängigen Fensterfronten zum Vorplatz öffnen.

Über dem ersten Teil, der nur ganz links eine Wandfläche aus Beton und über den beiden Eingängen dünne aufsteigende Vordächer hat, steht in blauen Leuchtbuchstaben „Dworzec kolejowy“ (Zugbahnhof) und über dem zweiten, der nach links geschlossene Wandflächen im Erdgeschoß und Glas im Obergeschoß hat, „Dworzec autobusowy“ (Autobusbahnhof).

Dazu kommt vor dem Abschluß des zweiten Teils ein elfgeschossiges Hochhaus, das mit diesem im zweiten Geschoß durch einen Brückentrakt verbunden ist. Es hat einen rechteckigen Grundriß, dessen Breitseiten parallel zum zweiten Bahnhofsteil verlaufen. Die ersten beiden Geschosse sind etwas zurückgesetzt und unter der einen Schmalseite mit zwei eckigen Stützen geöffnet, was genau der Höhe des Bahnhofsgebäudes entspricht und einen optischen Übergang von diesem zum Hochhaus schafft. Die neun oberen Geschosse haben Fensterbänder, die kurz vor den Enden der Breitseiten von vertikalen Streben unterbrochen sind. Die Verkleidung unter den Fenstern ist in der so entstehenden Mitte blau und an den Ecken weiß gestrichen.

Parallel zum ersten Teil des Bahnhofs verlaufen die Gleise und von den Bahnsteigen gelangt man durch einen breiten Tunnel und eine Treppe in die langgestreckte helle Bahnhofshalle.

Auf dem Boden sind quadratische Platten aus unregelmäßigen grauen Steinstücken und auch sonst dominiert Stein und Grau. An der Schmalseite über der Treppe, deren quadratischen Verkleidungsplatten aus gemasertem glatten Stein in Schwarz und Rot sind, hängt eine große mechanische Anzeigetafel mit den Abfahrts- und Ankunftszeiten der Züge und eine ziffernlose Uhr.

An der Breitseite gegenüber der Fensterfront ist über den Öffnungen der vielen Fahrkartenschalter roher grauer Beton, auf dem eine große Uhr mit blauem Feld und weißen Ziffern und Zeigern hängt. Abgeschlossen wird dieser Bereich nach rechts von einem raumhohen vertikalen Band mit unregelmäßig horizontal angebrachten Streifen von Steinen in verschiedenen Mustern und Färbungen.

Hinter dem zweiten Teil des Bahnhofs ist der weite Halteplatz für regionale Busse. Parallel zum gesamten Gebäude verläuft ein Bahnsteindach aus Beton, dessen beidseits ansteigende weiße Fläche auf roten leicht abgerundeten und nach oben verbreiterten Stützen ruht. Ein Zwischendach verbindet es  mit der Halle des Busbahnhofs, die etwa quadratisch ist.

Links stehen über den Schaltern die verschiedenen Zielorte und Abfahrtszeiten, rechts führt eine Treppe vor einer Wand mit verschiedenen Steinplatten nach oben. Die übrige Gestaltung entspricht der Halle des Zugbahnhofs.

Das ist Olsztyns Bahnhof, der durch reine Funktionalität zum städtischen Höhepunkt wird. Zug- und Autobusbahnhof sind in einem Gebäude zusammengefaßt und beide zur Stadt geöffnet. Auf dem Vorplatz können Taxis oder Autos Reisende abholen oder hinbringen, am Hochhaus vorbei gelangen sie zur Straßenbahnhaltestelle in der Mitte der großen vorbeiführenden Straße. Damit der Bahnhof nicht allein ist, schenkte ihm das sozialistische Polen ein langes zehngeschossiges Wohngebäude mit Läden im Erdgeschoß direkt gegenüber und ein neungeschossiges Hotel weiter rechts.

Links von ersterem öffnet sich eine die breite Dworcowa (Bahnhofsstraße), die mit fortschrittlicher Wohnbebauung weit in die neuen Wohngebiete hineinführt, während rechts zwischen beiden eine ältere Mietskasernenstraße beginnt, die ins alte Zentrum führt. So wird der Bahnhof ganz zum Tor in die Stadt, während sein Hochhaus von dieser aus gesehen wie ein Turm in der Achse der beiden Straßen steht.

Als er 1971 eröffnet wurde, war Olsztyns Bahnhof der modernste in Polen und Stolz seiner Stadt. Heute ist er von den drei Olsztyner Höhepunkten leider der bedrohteste.

Der Durchgang unter dem Brückentrakt ist abgesperrt, in der Zugbahnhofshalle sind die unteren Teile der Glasfronten mit Ladenbuden zugebaut, in der Busbahnhofshalle ist an der Wand hinter der Treppe Graffiti und in den Bereichen zwischen beiden, wo einst Wartesäle und Restaurants waren, ist nun eine dunkle und halb leerstehende Ladenpassage.

Auch, daß die mechanischen Anzeigetafeln nicht gegen kleinere und störanfälligere Bildschirme ausgetauscht wurden, zeugt leider nicht von Verständnis für den Wert dieser Technik, sondern von Vernachlässigung. In der Tür zum Busbahnsteig hängen schon Pläne für einen neuen „Bahnhof“, der selbstverständlich ein Einkaufszentrum sein soll. Noch ist die Zukunft des Bahnhofs aber unklar und es bleibt zu hoffen, daß sich Olsztyn nicht in selbstzerstörerischer Manier dieses Höhepunkts beraubt.

Die Autobahn über dem Schloß

Man kann Schloß und Autobahnbrücke in Velké Meziříčí nur zusammen betrachten. Egal, aus welcher Perspektive man auf das Schloß blickt, die Autobahnbrücke wird sich unweigerlich ins Bild schieben. Dieses Beieinander ist nur ein Zufall, aber ein Glück für Velké Meziříčí. Schlösser schließlich gibt es in Tschechien hunderte, ein Schloß unter der Autobahn, das ist etwas Besonderes!

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Das Schloß ist denn auch kein weiter bedeutender Bau.

Etwas Renaissance, etwas Barock, einige noch ältere Überbleibsel und manche neuere Umbauten.

Gelegen halbhoch an der Ecke zwischen dem rechts abzweigenden Tal der Oslava und dem weiterführenden Tal der Balinka, den beiden Flüssen, die Velké Meziříčí den Namen geben (meziříčí bedeutet in etwa „zwischen den Flüssen“). Ein Schloß wie viele.

Ganz anders ist es mit der Autobahnbrücke. Auf hohen Stützen spannt sie sich über das Tal der Oslava, ein schlankes TT hinter dem Schloß. Je näher man ihr kommt, desto faszinierender wird die Konstruktion.

Es ist strenggenommen nicht eine, sondern zwei Brücken. Die je zwei Fahrspuren in die jeweiligen Richtungen haben ihre eigenen massiven Betonpfeiler mit H-förmigem Grundriß und zwischen ihnen ist ein kleiner, aber deutlicher Zwischenraum.

Während die Pfeiler aus Beton sind, sind die Fahrbahnelemente aus Stahl. In der Mitte, wo sie auf den Pfeilern ruhen, sind sie dick, an den Seiten hingegen wirken sie geradezu filigran, wie leichte Flügel, die den Autoverkehr tragen. Zu den zwei von weither sichtbaren Pfeilerpaaren, die nur etwas oberhalb der Talsohle im Hang stehen, kommen weiter oben zwei weitere, viel kürzere Paare, die hinter Bäumen eher versteckt sind. Erst, wenn man oben bei diesen steht und die Länge der Brücken/Brücke entlangblickt, merkt man, daß ihre Fahrbahnen nicht völlig gerade, sondern in leichtem Schwung verlaufen.

Nicht nur für die Stadt im Ganzen, sondern auch für das Schloß im Besonderen ist die Autobahnbrücke ein Glück. Wie ein Rahmen aus Beton und Stahl legt sie sich um das Panorama des Schlosses und macht es zu mehr, als es sonst wäre.

Das ist ein ganz freundlicher, beiläufiger Antifeudalismus, nicht mehr als ein erfreulicher Nebeneffekt davon, daß die sozialistische Tschechoslowakei 1978 das fortschrittliche Bauwerk, das sie zur Vervollständigung der Autobahnverbindung von Prag nach Bratislava brauchte, baute. Kein Zweifel, daß sie stolz darauf war, immerhin war es die längste und höchste Brücke der Autobahn D1. Auch das heutige Velké Meziříčí bekennt sich, wie man ihm zugute halten muß, zu seiner Autobahnbrücke. Neben Schloß und Kirchturm ist sie stilisiert auf dem Orteingangsschild abgebildet.

Aber einst hatte dieser Stolz auf die Brücke noch einen anderen, gleichsam städtebaulichen Ausdruck. Am Hang hinter dem Schloß erstreckt sich ein großer, eher stiller Landschaftspark mit alten Bäumen, etwa einer riesigen gespaltenen und deshalb hohlen Linde.

Ganz am oberen Ende des Parks wurde eine überdachte hölzerne Aussichtsplattform errichtet. Und Aussicht bot sie auf die Autobahnbrücke. Dank der Position etwas unterhalb der Fahrbahnen konnte man von dort sowohl alle Aspekte der Konstruktion als auch ein wenig vom Verkehr sehen. Schloß und Autobahnbrücke, im Stadtbild ohnehin untrennbar verbunden, bekamen so eine weitere Verbindung.

Heute ist die Aussichtsplattform halb abgesperrt und in bedenklichem Zustand, während ihre Aussicht mit Bäumen zugewachsen ist. Sie war ja auch nie wichtig, sie war nur ein Detail, ein Beispiel der Liebenswürdigkeit des Sozialismus.

Schloß und Autobahnbrücke bleiben das Wahrzeichen von Velké Meziříčí.

Ein tschechischer Film in Sopot

„Czeski film“ (tschechischer Film), das ist im Polnischen ein Ausdruck für etwas Unverständliches und Merkwürdiges. Es wäre nicht schwer, sich vorzustellen, daß er entstand, als in den späteren Sechzigern das Kinopublikum im konservativen Polen mit den Werken der tschechoslowakischen nová vlna (neuen Welle), vielleicht Věra Chytilovás großartigen „Sedmikrásky“ (Gänseblümchen), konfrontiert wurde. Tatsächlich ist er etwas älter und entstand durch den Film „Nikdo nic neví“ (Niemand weiß etwas) von 1947. Wie beliebt diese Slapstickkomödie um die Bemühungen zweier Straßenbahner, im besetzten Prag einen scheinbar toten sudetendeutschen SA-Mann loszuwerden, in den anderen jungen Volksdemokratien war, mag man schon daran erkennen, daß gegenwärtig bei YouTube nur die polnische und die ungarische Fassung, nicht aber das Original zu finden sind. Aus dem polnischen Titel „Nikt nic nie wie“ entstand die Wendung „To jak czeski film – nikt nic nie wie“ (Das ist wie der tschechische Film – niemand weiß etwas), wovon meist bloß noch „czeski film“ bleibt. Noch immer ist der Ausdruck vielleicht nicht allzu gebräuchlich, aber gewiß bekannt.

Was lag also näher, als ein tschechisches Restaurant so zu benennen und um der Exotik willen gleich tschechisch geschrieben: „Český Film“? Ein solches Restaurant gibt es in Sopot und es hatte das Glück, ein dem Namen angemessenes Gebäude zu finden. Beim Ende der Fußgängerzone Bohaterów Monte Cassino (Straße der Helden von Monte Cassino) steht kurz vor den Gleisen ein Eckbau: verglastes Erdgeschoß, deutlich überstehendes hohes Obergeschoß mit unmerklich zur Straße ansteigendem Pultdach, weißem Putz und weit oben einem Band schmaler horizontaler Fenster in vorgesetzten Rahmen. So wie unten das Glas die Ecke umläuft, tut es oben eines der Fenster.

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Angesichts des weitgehend öffnungslosen Baukörpers kann man sich gut vorstellen, daß es sich um ein ehemaliges Kino handelt. Wenn man dazu auf dem weißen Putz in schwarzen Buchstaben „ČESKÝ ° FILM“ liest, beginnt die Architektur sogar an die tschechoslowakischen dreißiger Jahre zu erinnern.

So fremd und neu wie ein Werk des Brnoer Funktionalismus steht das Kino zwischen den kaiserzeitlichen Mietshäusern Sopots.

Zugleich weiß man, daß diese tschechoslowakische Impression nicht der Realität entsprechen kann, und daß das Gebäude tatsächlich viel neuer sein muß, denn die Architektur der Freien Stadt Danzig/Wolne Miasto Gdańsk, zu der Sopot in der Zwischenkriegszeit gehörte, war fast nie so avanciert wie die der Tschechoslowakei. Allgemein sind Gebäude nur selten älter, als man sie einschätzt, für gewöhnlich ist es andersherum. In Wirklichkeit stammt das Gebäude aus den späten Sechzigern und war auch nie ein Kino, sondern beherbergte einen Laden der Firma Baltona, die gegen Devisen westliche Waren und andere Luxusgüter verkaufte. Doch die Betreiber des Restaurants Český Film verstanden offenbar den Wert ihres Gebäudes. Statt, wie es naheliegend gewesen wäre, das Tschechische durch bierselige Rustikalität auszudrücken, fanden sie es in der sachlichen Architektur, die sie mit der schnörkellosen wie markanten Schriftart des Namens gleichsam vervollständigten. So versetzten sie das Gebäude in der Zeit und im Ort. Dank dieser Subtilität hat Sopot heute eine wahrhaftige tschechische Exklave, nicht bloß kulinarisch, sondern auch architektonisch.

Daß neben dem Restaurant heute der Eingang eines „Gentleman’s club“ ist, schafft immerhin auch einen Bezug zu aktuellerem tschechischen Filmschaffen anderer Art.