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Das aufgeschnittene Gebäude

Im Wohngebiet Witomino in den Hügeln von Gdynia gibt es einen ungewöhnlichen Gebäudetyp, der auf den ersten Blick beinahe zu gewöhnlich aussieht. Langgestreckt, fünf Geschosse, regelmäßige horizontale Fensteröffnungen, Flachdach – solche Gebäude gibt es in Witomino und in tausend anderen Wohngebieten dutzendfach. Wenn man vier von ihnen oberhalb der Straße schräg aufgereiht sieht, könnte man sie übersehen wollen.

Aber hier sind es eigentlich zwei Gebäude, die deutlich versetzt parallel zueinander stehen und an den Innenseiten, wie man hier sagen muß, offene Laubengängen haben, von denen die Wohnungen erschlossen sind.

In der Mitte sind sie durch ein Treppenhaus verbunden, dessen Dach schräg von einem zum anderen Teil aufsteigt, da sie auch kaum merklich auch in der Höhe versetzt sind.

Es wirkt, als sei hier eines der gewöhnlichen, allzugewöhnlichen Gebäude aufgeschnitten und auseinandergezogen worden, um dem neugierigen Betrachter einen Blick ins sonst verborgene Innere zu gestatten.

Selbstverständlich sind es vielmehr funktionale Überlegungen, die zu dieser Lösung führten. Es entsteht ein für die fortschrittliche Architektur eher ungewöhnlicher Raum mit recht eng einander gegenüberliegenden Laubengängen. Wenn noch Wäsche vor den Wohnungen hängt, erinnert es fast mehr an die Pawlatsche genannten offenen Korridore in den Hinterhöfen österreich-ungarischer Mietskasernen oder gar an mediterrane Hinterhöfe als an Gebäude des sozialistischen Polen. Dieser Vergleich bleibt jedoch zu oberflächlich, da die aufgeschnittenen Gebäude ja im Gegenteil deutlich nach außen, zum städtischen Raum des Wohngebiets, ausgerichtet sind. Eher handelt es sich um eine Fortentwicklung der besten Gdyniaer Gebäude der Zwischenkriegszeit, die ebenfalls Laubengänge haben.

Nicht nur, weil sie auf so subtile Weise mit den üblichen Gebäudetypen spielen, sind diese Witominoer Gebäude ein wertvolles Experiment, das es auszuwerten gelten wird.

Paläste und Palasthaftigkeit in Gdynia

Daß Gdynia erst ab 1926 erbaut wurde, heißt leider nicht, daß dort nicht versucht wurde, Paläste zu bauen. Nach den in die Blockrandbebauung gepreßten manchmal historistischen und oft modernistischen Wohn- und Bürogebäuden der Zwischenkriegszeit, die sich gewiß gerne als Paläste sahen, war es, wie in den anderen sozialistischen Staaten auch, das kurze stalinistische Intermezzo der frühen Fünfziger, das sich entschieden um „Palasthaftigkeit“ (Karel Teige) bemühte.

Der stalinistische Teil von Gdynia ist glücklicherweise recht klein und völlig unscheinbar. Er besteht aus einigen Straßen, die parallel zu den Bahngleisen und der großen Aleja Wyzwolenia (Allee der Befreiung) verlaufen und sich etwas den Hang des Wzgórze Nowotki (Nowotko-Hügel, heute Wzgórze Św. Maksymiliana [Hügel des heiligen Maximilian]) hinaufziehen. Es sind unten sechsgeschossige Gebäude, weiter oben niedrigere, allesamt freistehend in großzügigen Grünflächen und mit nur leichter stalinesker Ornamentik.

Bald nach dem stadtseitigen Beginn der Bebauung versteckt sich ein Gebäude, das wohl das Zentrum sein will. Es steht etwas höher am Hang und hat in der Mitte einen zwei Geschosse hohen Durchgang mit eckigen Stützen, zu dem eine breite Treppe hinaufführt. Vor den Teilen beidseits davon sind breite Terrassenebenen, unter denen zur Straße hin zwischen Stützen Garagen sind.

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Hier ist alles um Monumentalität und Palasthaftigkeit bemüht. Das Gebäude hat zwar nur sechs Geschosse, wirkt aber viel höher, da die ersten beiden als Sockel mit Steinstruktur oder Durchgang mit Säulen gestaltet sind und da es höher am Hang steht. Man geht zu ihm hinauf wie zu einem Schloß oder einem Tempel und wird von der Architektur entsprechend eingeschüchtert. Allerdings hat die Monumentalität letztlich keinen Adressaten, da die Fassade über eine Grünanlage hinweg bloß zur Aleja Wyzwolenia und der Bahnstrecke zeigt. Niemand außer wenigen Fußgängern kommt je gerade auf sie zu und es ist schwer vorstellbar, daß die stalinistische Stadtplanung etwas anderes vorsah, weil jenseits von Straße und Bahn bald bloß ein Hügel folgt.

Die städtebaulich ungünstige Lage ist aus fortschrittlicher Sicht ein Glück, doch nicht einmal in sich das Gebäude gelungen. Auf die Terrassen, die auf derselben Höhe wie der Durchgang sind, kommt man von diesem nicht etwa ebenerdig, sondern weiter unten auf der Treppe über abzweigende Treppen.

Statt zu verbinden, trennen die Terrassen. Sogar abgesehen von seinen monumentalen stalinistischen Formen ist das Gebäude schlichtweg schlechte Architektur, was umso trauriger ist, wenn man um die erstaunlichen Höhen, die die fortschrittliche Architektur Gdynias am Vorabend des Kriegs ganz in der Nähe erreicht hatte, weiß.

Nachdem auch Gdynia Mitte der Fünfziger wieder von der stalinistischen Architektur abgekommen war, wurde nicht mehr versucht, Paläste zu bauen oder aber jedes Gebäude wurde im Le Corbusier’schen Sinne zum Palast. Und dann gibt es noch ein kleines Verwaltungsgebäude in der Einfamilienhausgegend von Redłowo, das man schwer sehen kann, ohne an einen Palast zu denken.

Es hat in recht weitem Abstand zueinander zwei zweigeschossige Trakte quer zur Legionów (Legionenstraße), die aus einfachen, beinahe provisorischen Betonfertigteilen bestehen. Die zur Straße zeigenden Schmalseiten sind etwas höhergeführt und haben in der Mitte die Gangfenster. An den Breitseiten sind lange horizontale Fenster, die durch dunkles Holz weiter zu Bändern verbunden sind. Zwischen den beiden Quertrakten ist bei ihren von der Straße entfernten Enden ein ebenfalls zweigeschossiger Trakt mit schmalen vertikalen Fensterschlitzen, die in beiden Geschossen leicht versetzt angeordnet sind. Wie man an den Seiten sieht, besteht er aus weißem Mauerwerk. Vor diesem Trakt ist etwas nach links der Mitte versetzt ein Eingangsbau, der von Weitem flach wirkt, tatsächlich aber noch ein Untergeschoß hat, da der Bereich zwischen den Quertrakten vertieft ist.

Zum Eingang in der Mitte führt über den Graben eine breite und etwas ansteigende Brücke, aufgehängt an beiden Seiten in großen A-förmigen Stützen, die auch das erst gerade, dann leicht schräg nach oben verlaufende Vordach tragen.

Was man hier sieht, ist eine mit einfachsten Mitteln geschaffene dreiflüglige Anlage wie bei einem barocken Schloß oder Palast. Auf typisch barocke Art sucht alles an dem Gebäude den Blick auf die Mitte zu lenken, wo vor dem Eingang sein einzig expressives, aber dennoch funktionales Element – Brücke, Stützen und Vordach – ist, Ehrenhof und Skulptur in einem. Ganz anders wäre die Wirkung des Gebäudes vielleicht, wenn es frei stünde, da hinter ihm kein ausgedehnter Park, sondern in der Mitte und rechts zwei weitere Quertrakte, die den übrigen entsprechen, anschließen.

Monumentalität oder Palasthaftigkeit fehlen dem Gebäude völlig und doch ist es weit mehr ein Palast als das traurige stalinistische Gebäude, das so gerne einer wäre. Während die Architekten dort vom Palast ein paar äußere einschüchternde Elemente übernahmen, reduzierten sie ihn hier auf das Wesentliche seiner Struktur. Daß sie nicht wußten, was sie taten, ist äußerst schwer vorstellbar, aber zugleich nicht wichtig, denn das Gebäude braucht keine Bezüge auf Barock, Paläste, was immer, um gelungen zu sein. Es ist ein Palast nur nebenbei und zuerst eine funktionale Lösung für ein architektonisches Problem.

Was man hier weiterhin sieht, ist ein vielleicht spezifisch polnisches Gespür für die Bedeutung von Eingängen und ihren Dächern als nicht monumentales, aber expressives Element, das ein Gebäude entscheidend prägen, ja, erst zu dem, was es ist, machen kann. Am Verwaltungsgebäude in Kielce oder der Wirtschaftsfakultät in Sopot war das bereits gut zu erkennen, hier, wo das Gebäude an sich noch schlichter ist, wird es weitergeführt.

Es handelt sich bei dem Gebäude um nicht weniger als ein kleines und bescheidenes Meisterwerk fortschrittlicher Architektur. Man könnte sagen, Gdynia braucht keine Paläste, aber hier hat es den Palast, den es verdient.

Die Apotheose von Gdynia

Es ist leicht, Gdynia zu unterschätzen, weil es allgemein zu sehr als etwas gerühmt wird, was es in weiten Teilen schlechthin nicht ist: als moderne Stadt, modernistische Stadt, Stadt des Modernismus etc. So kann man leicht übersehen, wie viel Gdynia hat, das wirklich modern oder, um dieses unklare Wort durch ein anderes zu ersetzen, fortschrittlich ist.

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Am Fuße des heutigen Wgórze Św. Maksymiliana (Hügel des heiligen Maximilian, nach Maximilian Kolbe) und vom Stadtzentrum durch einen breiten Parkstreifen getrennt, abseits, aber unübersehbar an der großen Trójmiasto-Magistrale Aleja Zwycięstwa (Allee des Sieges) stehen vier Gebäude, die einen einzigen Komplex bilden. Sie sind jeweils sechs Geschosse hoch und stehen parallel zueinander aufgereiht quer zur Straße. Von der Zwycięstwa betrachtet steht das links Gebäude an der Ecke Partyzantów (Straße der Partisanen) etwas nach vorne und das rechte Gebäude etwas nach hinten versetzt. Von der Generała Józefa Bema (General-Józef-Bem-Straße) aber, die auf der anderen Seite des Komplexes höher am Hang verläuft, sieht man, daß die nun fünfgeschossigen Gebäude jeweils leicht versetzt genau ihrem leichten Schwung entsprechend stehen und durch die leichte Steigung auch jeweils etwas höher werden, was dadurch erreicht wird, daß das zweite Gebäude deutlich kürzer ist als das dritte, obwohl beide von vorne identisch wirken.

Während von der Generała Bema ebenerdige Grünflächen zwischen den Gebäuden erreicht werden, sind die ersten drei von ihnen zur Zwycięstwa hin durch ein Sockelgeschoß verbunden, in dem rechts ein Ladenraum ist und in der Mitte vor dem zweiten Gebäude Treppen nach links und rechts in die Grünflächen hinaufführen.

Ein entsprechendes Sockelgeschoß steht zwischen den letzten beiden der Gebäude deutlich weiter hinten. Nach dem letzten, dem rechten Gebäude ist versenkt in die Ecke der deutlich höher verlaufenden Straßen Generała Bema und Mikołaja Kopernika (Mikołaj-Kopernik-Straße) ein weiterer größerer Grünbereich. Seine Hänge sind mit üppigen Bäumen und Sträuchern bewachsen und seine Ränder darunter sind mit niedrigen weißen Betonmauern, die nach innen geschwungen enden, und in der Ecke mit einer höheren eingewölbten Betonwand befestigt.

Die vier Gebäude sind alle ähnlich, aber nicht ganz identisch. Alle haben sie nach links verputzte Fassaden mit unauffällig gegliederten Fensteröffnungen und nach rechts durchgehende Balkone, die aus nicht mehr als vertikalen Stützen, horizontalen Flächen und Geländern bestehen. Beim ersten Gebäude sind diese Balkone nach einem vertikalen Teil mit je einem Fenster deutlich vorgesetzt und beginnen leicht schräg. Bei den beiden mittleren Gebäuden sind die Balkone hingegen ebensodeutlich zurückgesetzt und werden von den vertikalen Teilen neben der Schmalseite flankiert.

Zudem ragen bei ihnen über den Eingängen an der Fensterseite die Betriebsräume von Aufzügen aus dem Dach und sind durch horizontale Streben verbunden. Das letzte Gebäude entspricht weitgehend den mittleren, hat jedoch an der rechten Seite über zwei Sockelgeschossen nur ein Geschoß mit durchgehenden Balkonen, über dem vier Streifen mit schmalen Balkonen die gesamte, ansonsten nur aus Fenstern bestehende Fassade durchziehen.

Ein gelungenes Stück fortschrittlicher Architektur des polnischen Sozialismus, will man meinen, späte Fünfziger vielleicht oder frühe Sechziger, als sich dahinter noch der Wzgórze Nowotki (Nowotko-Hügel, nach einem polnischen Kommunisten) erhob, bloß die exponierte Lage etwas unglücklich. Doch je genauer man hinschaut, desto zahlreicher werden die Hinweise, daß der Komplex deutlich älter sein und aus der Zwischenkriegszeit, als er am Wzgórze Focha (Foch-Hügel, nach einem französischen General) lag, sein könnte. Da ist zuerst einmal die Lage selbst. Das letzte Gebäude ist bereits hinter typischen Gdyniaer Mietshäusern aus den Dreißigern, sachliche Formen zu Blockrandbebauung, versteckt und auch vor den anderen wäre Platz, den Blockrand zu schließen und den fortschrittlichen Komplex beinahe in einen Hinterhof zu verbannen.

Dann ist da die Fassade des letzten Gebäudes. Wo die anderen recht beliebig renoviert sind, hat es weißen Putz mit einer Schachtelstruktur aus dünnen roten Streifen, was wiederum sehr an Formen aus den Dreißigern erinnert.

Dann die Kanaldeckel überall vor dem Sockelbau. Sie wurden hergestellt von „Herzfeld & Victorius S.A. Grudziądz“ und S.A. steht für spółka akcyjna, Aktiengesellschaft, AG, eine private Firma also. Aktiengesellschaften gab es in Polen in den Fünfzigern aber ausschließlich noch für die Zwecke des Außenhandels mit kapitalistischen Staaten, gewiß nicht für Industriebetriebe.

Dann die leicht schrägen vertikal schraffierten roten Steinflächen beidseits der Eingänge.

Dann rahmenartige Linien in den einzelnen Steinblöcken der Pfeiler des Gitterzauns, der zur Generała Bema hin zwischen den Gebäuden verläuft.

Überhaupt dieser Zaun, der vielfach erneuert wurde, aber immer da war. Er konterkariert die fortschrittliche Offenheit des Komplexes völlig, er will ihn wieder zu geschlossener Blockrandbebauung machen, er will Architektur, die dem Sozialismus gemäß ist, in den Kapitalismus zurückzwingen.

So sind die drei Grünflächen zwischen den Gebäuden ganz leblos und auch der so große und aufwendig gestaltete Parkbereich in den Ecke dient den Bewohner nur zum Hundegang.

Das alles sind nur Indizien, aber starke. Und wirklich, so unglaublich es scheint: der Bau des Komplexes wurde 1937 begonnen. Auftraggeber war die staatliche Sozialversicherungsgesellschaft ZUPU, beziehungsweise ZUS, für deren Beamte er gedacht war. Damit ist er der mit Abstand fortschrittlichste dieser ersten Epoche der Stadt und war in seiner Entstehungszeit wohl einer der fortschrittlichsten der gesamten Welt. Das liegt nicht etwa zuerst an der Zeilenbauweise, denn die wurde schon in den späten Zwanzigern in Deutschland und anderswo angewandt und auch in Gdynia gibt es einige wenige Beispiele, sondern daran, wie die einzelnen Gebäude mit dem Sockelbau und den Grünflächen zu einem einzigen Komplex zusammengefaßt sind. Auch Zeilenbauten auf Sockeln gab es etwa in der Tschechoslowakei bereits, aber nur als letztlich doch bloß enge Auflockerung innenstädtischer Blockrandbebauung, nie jedoch unter solch gelungener Ausnutzung des Terrains, in solcher Offenheit und in solcher Verbindung mit Grünflächen.

Wenn man den Gebäudekomplex so bereitwillig in eine spätere Zeit einordnet, dann schlichtweg deshalb, weil er identisch auch in den Fünfzigern oder sogar Sechzigern gebaut worden wäre. So wie das Polska YMCA einen später allgegenwärtigen Typ von Bürogebäude vorwegnimmt, allerdings erst nach dem Krieg, nimmt dieser Komplex einen später allgegenwärtigen Typ von Wohngebäude vorweg und das unglaublicherweise bereits vor dem Krieg. Genau so wäre in den fünfziger und sechziger Jahren nicht nur überall gebaut worden, so wurde überall gebaut. Bloß den Zaun hätte es in sozialistischen Staaten nicht gegeben und in den kapitalistischen abhängig vom Klassenstatus ihrer intendierten Bewohner auch nicht.

Wichtig ist auch, daß der Komplex, der heute durch die große Straße und den Park so abgelegen wirkt, am Ende der Świętojanska (Heiliger-Jan-Straße), der Hauptstraße Gdynias, steht und durchaus als Teil des Stadtzentrums gedacht war. Im Sockel hätten ein Kino und ein Restaurant sein sollen, Offenheit und Grün hätten sich direkt mit städtischem Leben verbunden, wie es erst in den Fünfzigern in der Lijnbaan gelang. Hier war Gdynia einmal tatsächlich nicht nur modern, modernistisch, Stadt der Moderne, sondern seiner Zeit voraus. Wenn so die nahe Zukunft Gdynias ohne den Krieg ausgesehen hätte, dann wäre es eine kaum vorstellbar großartige Stadt geworden. Gewiß ist aber auch möglich, daß die Straßenseite doch mit anderer Blockrandbebauung hätte geschlossen werden sollen. Außerdem kam der Krieg. Er kam sogar dem Bauabschluß des Komplexes in den Weg und das erste, das linke Gebäude wurde erst von den deutschen Besatzern fertiggestellt, die den Hügel dahinter Baltenberg nannten, allerdings in vereinfachter Form, was die fehlenden Aufzugsaufbauten erklärt. Statt des Kinos und Restaurants war im Sockel eine Garage der „Kraftfahrkompanie Festungskommandantur Gotenhafen“, wie man auf einem traurigen und lehrreichen Bild sehen kann.

Der Komplex blieb allein. Er ist somit die Apotheose des Gdynia der Zwischenkriegszeit und läßt ahnen, was noch möglich gewesen wäre. Er zeigt, wie sehr Gdynia unterschätzt werden kann, wie sehr es sich aber auch selbst unterschätzt, weil es statt dieses Komplexes, über den man wenig und nicht einmal den Namen des Architekten herausfinden kann, andere Gebäude rühmt.

„Polnisch-französische Küche“

Hohe und niedrige Küche existieren immer nebeneinander und sind auf vielfältige, später oft nicht mehr zu ergründende Weise verbunden, was alte Spuren dieser Verbindungen so faszinierend macht.

Wer heute in Polen gutes Essen sucht, wird in Restaurants verschiedenster Preisklassen sicher fündig und auch Pierogi bekommt er dort. Wer aber authentisches Essen sucht (denn es ist ein Irrtum, daß gut und authentisch immer dasselbe seien), der kommt um eine Bar Mleczny nicht herum. Diese Milchbars sind ein Produkt des Sozialismus der PRL (Polnischen Volksrepublik), aber noch immer so verbreitet, daß man in Polen beim Wort „bar“ eher an einen Ort, wo man Pierogi ißt, als an einen, wo man Cocktails trinkt, denkt. In Gdańsk gibt es noch einige von ihnen, auch wenn schon einige schlossen. Auch sie liegen preislich wie in der Gestaltung recht weit auseinander, aber vom Sozialismus ist nicht mehr viel zu spüren. In der angemessen benannten Bar Turystyczny (Touristischen Bar) im Zentrum kann man bereits mit Karte zahlen und von den resoluten Frauen hinter der Theke in Ansätzen von Englisch kommunizieren, aber auch die Bar Mleczny przy Rynku (Milchbar am Markt) in Przymorze hat Einrichtung wie aus einem IKEA-Prospekt.

Wirklich authentische Versionen solcher nachsozialistischen Schnellrestaurants findet man am ehesten noch in der Provinz, in den Kleinstädten. In Wejherowo etwa gibt es die Społem Bar Expresso. Schon der Name ist eine hübsche Schöpfung, die man nicht mißverstehen sollte, denn während man einen Kaffee wohl bekommen könnte, sollte man mit einem Espresso nicht rechnen.

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Das Lokal befindet sich in einem Wohnhaus, das noch heute dem örtlichen Zweig der Genossenschaft Społem gehört und neben einem Laden gibt es auch eine Gedenktafel für Alfons Chmielewski, den Gründer der Vorläufergenossenschaft Zgoda (Eintracht) im Jahre 1919.

Alfons Chmielewski
1849 – 1934
Leidenschaftlicher Patriot und gesellschaftlicher Aktivist. Unermüdlicher Fürsprecher der Verbreitung des Genossenschaftsgedankens.
Organisator der Konsumgenossenschaft „Zgoda“ [Eintracht] in Wejherowo ab dem Jahr 1919.
Kämpfer für den polnischen Charakter der kaschubischen Länder.
1924 mit dem Orden „Polonia Restituta“ ausgezeichnet.
Ehren seinem Andenken!
Wejherowo, April des Jahres 1969

Innen sind die billige weiße Einrichtung und die beunruhigenderweise bis zur Decke reichenden weißen Kacheln zwar aus den Neunzigern, aber die schwarze Speisetafel mit den weißen Plastikbuchstaben doch wohl aus der PRL. Gleiches gilt auch für die Menschen von den schnell wechselnden Speisenden über den sicher stadtbekannten Spinner, der weniger durch das Wolfsweatshirt als durch die graublonden Locken in Polen, wo mehr als zentimeterlange Haare bei Männern äußerst selten sind, als solcher ausgewiesen ist, bis zu der sympathischen Frau hinter der Theke, die mit allen plaudert und zum Abschied ein Lächeln und ein „miłego popołudnia!“ (Schönen Nachmittag!) von ganz südlicher Herzlichkeit schenkt. (weiter nach der Preisliste)

Datum der Berechnung 04 02 – 2019 Preisliste
Preisliste Preis Gewicht Datum  28 02 – 2019 Preis Gewicht
Kutteln Tee
Tomatensuppe mit Nudeln Kaffee
Ukrainischer Borschtsch Senf
Schweinerippchen Zucker
Brathähnchen Brötchen
Bigos Zwiebelsoße
Bohnensuppe auf bretonische Art Frischer Krautsalat
Schnitzel Eingelegter Krautsalat
Fleischbällchen in Soße Gebratenes Kraut
Schweinegulasch Karotte
Kotelett vom Geflügel Karottensalat
Schweinebraten Salat aus Roter Beete
Frikadelle mit Soße Rote Rüben
Frikadelle Tomatensoße
Gekochte Hachse Kartoffeln
Gebratener Truthahn Filet vom Dorsch
Gulasch vom Herz Rührei
Klöße mit Fleischfüllung Frikadelle
Hering

In den Bar Mleczny Polens nun gibt es, neben vielem anderen, etwas, das manchmal als „Devolay“ angepriesen ist, eine Art spindelförmige panierte Hähnchenroulade mit Butter- und Kräuterfüllung. In den meisten Fällen liest man statt der lautmalerischen, aber trotzdem erkennbar nicht polnischen Schreibung korrekt: „De volaille“ oder auch, wie in der Społem Bar Expresso, „Kotlet de volaille“ (Kotelett vom Geflügel). Wie genau diese halbfranzösische Bezeichnung auf polnische Speisekarten kam und auf denen der Milchbars auch verblieb, ist schwer festzustellen. Eindeutig ist die Herkunft aus der Haute Cuisine.

Einen indirekten Hinweis liefert eine Werbeanzeige des Gdyniaer Hotels Słupski in einigen Ausgaben der sozialdemokratischen Tageszeitung „Danziger Volksstimme“ in ihrem letzten Jahrgang 1936. Daß diese Zeitung sich auch an die damaligen deutschsprachigen Bevölkerungsteile Polens richtete, erkennt man daran, daß ihr Preis als „20 P oder 20 Groszy“ (der Gulden der Freien Stadt Danzig war an den polnischen Złoty, wörtlich Goldener, gekoppelt, die kleinere Einheit waren Pfennig und Grosz) ausgewiesen ist und neben dem „Schiffsverkehr im Danziger Hafen“ auch, kleiner gedruckt, der „Schiffsverkehr im Gdingener [Gdyniaer] Hafen“ notiert ist. Daß die Zeitung noch 1936 erscheinen konnte, weist darauf hin, daß die Freie Stadt eben nicht zu Deutschland gehörte und sich die lokale NSDAP bei der Gleichschaltung etwas mehr Zeit lassen mußte.

In der Anzeige des Hotels Słupski in der jungen polnischen Nachbarstadt wird noch vor „gut gepflegten Bieten, guten Getränken, soliden Preisen“ und „erstklassiger Bedienung“ die „polnisch-französische Küche“ ausgepriesen. Was genau es dort zu essen gab, weiß man nicht, aber es steht außer Zweifel, daß „De volaille“ dazugehörte.

Das Gebäude des früheren Hotels Słupski steht noch immer beim Gdyniaer Bahnhof. Allerdings würde man ihm sogar, wenn es noch ein Hotel wäre, kaum ansehen, daß es einst eines der ersten Häuser am Platz war, da es mit seinen drei Geschossen schon Ende der Dreißiger von höheren Bauten der schnellwachsenden Großstadt in die Zwinge genommen wurde.

Die letzten Reste der polnisch-französischen Küche des Hotels Słupski und anderer polnischer Hotels seiner Zeit aber sind volkstümlich geworden und leben in den Bar Mleczny weiter. Während Mitte der Dreißiger deutsche Ausflügler in Gdynia darüber rätseln mochten, was denn ein „De volaille“ sein könnte, tun es heute vielleicht deutsche Touristen in einer Bar Mleczny.

Die Herkunft des Gerichts ist übrigens eine etwas andere als man denken könnte: es handelt sich zwar tatsächlich um eine Erfindung der französischen Küche, allerdings nicht der in Frankreich, sondern der in Rußland im späten 19. Jahrhundert, weshalb das Gericht im Rest der Welt als Hühnchen Kiew mehr oder weniger bekannt ist. Das ist jedoch letztlich egal, denn international und französisch genug ist das allemal und daß Polen der französische Bezug lieber ist als ein russischer oder ein ukrainischer es wären, ist bloß eine weitere Wendung in der kulinarischen Geschichte.

 

 

Die fonction oblique in Gdynia

Parkdecks auf Betonstützen gibt es bei vielen Bürogebäuden, da sie eben praktisch sind und mit deutlich weniger Aufwand als Tiefgaragen deutlich mehr Stellplätze als ebenerdige Parkflächen schaffen. Zu diesen Parkdecks gehört immer eine Auffahrtsrampe. Aber wieso eigentlich?

Hinter dem großen Bürogebäude des Morski Instyut Rybacki (Instituts für Meeresfischerei), das oberhalb des Zentrums von Gdynia heute vor allem riesigen Werbebannern zu dienen scheint, ist es anders. Hier fehlt die separierte Rampe und stattdessen fällt das Parkdeck mit seiner ganzen Fläche sanft auf das Straßenniveau ab.

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Das ist eine so einfache wie kluge Lösung, denn wieso muß ein Parkdeck eigentlich eine ebene Fläche sein? Autos parken schließlich regelmäßig an Hängen und auch an solchen mit weit prekärerer Steigung als hier.

Wo anderswo Auffahrtsrampen aus Beton durch aufgeschüttete Hügel ersetzt wurden, wird hier das Parkdeck selbst zu einem Hügel aus Beton, der die Auffahrtsrampe unnötig macht. Das ist, wie gesagt, einfach, scheint sogar ganz naheliegend, wenn man es einmal gesehen hat, doch wie Jonathan Richman fragt: „If someone else can do it, how come nobody does?“ (Wenn jemand anderes es machen kann, wieso macht es dann keiner?)

Ideen, die technischen Möglichkeiten des Betons gerade für schiefe Ebenen auszunutzen, gab es selbstverständlich einige, etwa in Claude Parents „fonction oblique“ (schräger Funktion), und es ist nicht ausgeschlossen, daß der Schöpfer des Gdyniaer Parkdecks mit ihnen vertraut war, aber das ändert nichts daran: Was man hier sieht, ist nicht weniger als eine architektonische Großtat. Es ist das Parkhaus des klugen Manns.

Nowy Jork in Gdynia

Selbstverständlich wollte Gdynia wie New York sein. Ein wenig wollte das in den Zwanzigern und Dreißigern jede Stadt und wie sehr erst die neugegründete und rasant wachsende Hafenstadt eines jungen Staats, von der tatsächlich Schiffe nach New York fuhren. Es gibt ein einziges Gebäude, mit dem Gdynia diesem Anspruch nahe kam oder nahe zu kommen glaubte: den Bankowiec (normalerweise etwas wie Banker, hier aber für das Gebäude benutzt), so genannt nach einer Bankfiliale im Erdgeschoß.

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Von seiner New Yorker Seite zeigt er sich an der Ecke der aufs Meer zuführenden Hauptstraße 10 Lutego (Straße des 10. Februar) und der abzweigenden 3 Maja (Straße des 3. Mai). Der weiß verkleidete Baukörper hat ein verglastes Erdgeschoß, in das über einem schmalen Vordach horizontale rechteckige Fenster noch mehr Lichte lassen, sechs normale Geschosse mit regelmäßigen Fenstern in einer schmalen vorstehenden Umrandung aus grauem Stein und zwei weitere Geschosse, die in Stufen kleiner werden. Dieser Abschluß des Dachs ließe sich mit Stufenpyramiden oder Zikkuraten vergleichen, aber besser noch eben mit New Yorker Wolkenkratzern, die ab den 1910er Jahren in Stufen von der Straße zurückspringen mußten, bevor sie unbeschränkt wachsen durften.

Zum Nachbargebäude in der 10 Lutego endet das Gebäude mit einem trapezförmigen verglasten Erker, während in der 3 Maja die Ecke erst seinen Anfang bildet.

Auf die beiden Stufen folgt hier ein halbrund vorgewölbter turmartigen Aufbau mit durchgehenden Fensterbändern, der im unteren Teil der Fassade neben links zurückgesetzten Balkonen zu einer leichten Wellung nach rechts wird. Das Gebäude setzt sich nun sechsgeschossig fort, wobei das Erdgeschoß unverändert verglast und das oberste Geschoß leicht zurückgesetzt ist. Die übrigen Geschosse sind völlig horizontal gegliedert und scheinen Fensterbänder zu haben, obwohl die eigentlichen Fenster teils sehr schmal und vertikal sind und es weitere zurückgesetzte Balkone gibt.

An der folgenden Ecke mit der Batorego (Báthory-Straße) wächst das Gebäude noch einmal um ein siebtes Geschoß an, dessen eigene Ecken offen, aber vom auf einer dünnen runden Stahlstütze ruhenden Dach überspannt sind. In einem ausgesparten Teil der Ecke hängen zudem eckige Balkone in entsprechenden stählernen Stangen. In der Batorego läuft das Gebäude in den zuvor angenommenen horizontalen Formen weiter und es spräche nichts dagegen, daß es das noch lange tut, doch schon bald folgt das Nachbargebäude.

Der zwischen 1936 und 1938 errichtete Bankowiec ist nicht nur eines der größten Gebäude von Gdynia, sondern auch eines der besten. Hier zeigt sich die Stadt ganz auf der Höhe der kapitalistischen Architektur ihrer Zeit. Wie aus dem hohen, massiven, kubischen Eckbau durch die Vermittlung des runden Teils der lange und horizontale Teil entspringt, ist hinreißend schön.

Von New York zum Bauhausstil in einem Gebäude. Denn Gdynia wollte zwar New York sein, war aber viel stärker von den europäischen Architekturmoden der Zeit geprägt. New York war bei der Reise über den Atlantik und in die Ostsee zu Nowy Jork (Neu-York) geworden und der Bankowiec verdankt dem Wiener Hochhaus in der Herrengasse vielleicht mehr als irgendwelcher tatsächlichen amerikanischen Architektur. Mit Gebäuden wie diesem jedenfalls war Gdynia das, was es sein wollte. Es ist jedoch auch immer zu betonen, daß der Bankowiec ein Stück kapitalistischer Architektur innerhalb von Blockrandbebauung wie aus dem 19. Jahrhundert ist. Daß genauso in Wien oder Brno gebaut wurde, und eher früher, spricht nicht für die neue Stadt Gdynia.

Von der Rückseite zeigt sich der Bankowiec grauer, aber nicht schlechter. Regelmäßige Fenster, Balkone mit abgerundeten Geländern aus einem geschlossenen Teil zwischen unten und oben hervortretenden dünnen Stahlstreben und völlig verglaste höhergeführte Treppenhäuser – so könnte auch freistehende Zeilenbebauung wie in Frankfurt oder Rathenow aussehen. In der Tat könnte dieser mittlere Teil alleine stehen, denn er wurde nach dem Eckteil an der 10 Lutego erbaut und ist mit ihm wie mit der zweiten Ecke nur durch die Fassade, nicht aber baulich verbunden.

Bei der höheren Ecke wird die Rückseite denn auch verwinkelter, ähnlicher dem Schlechtesten von New York. Und aus den damals teuren und heute wohl bereits wieder teuren Wohnungen geht der Blick auf eine vegetationslose Hinterhoflandschaft.

Es mindert den Wert des Gebäudes nicht, daß es nicht über seine Zeit hinausging. Etwas schade ist es dennoch, daß Gdynia nicht wußte, wie viel mehr als New York es hätte sein können wollen.

Ein Albtraum von Gotenhafen

Wenn man in Gdynia den Hauptbahnhof hinter sich läßt und mit der SKM (Stadtschnellbahn) weiter nach Norden fährt, sieht man rechts die weite Industrielandschaft des Hafens und links vermischte Bebauung vor den Hügeln. Doch plötzlich taucht darin ein Monster auf.

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Es ist ein Gebäude so böse, daß es alles andere überdeckt. Schon höher am Hang, durch einen weiten kahlen Vorbereich von der großen Morska (Meeresstraße) getrennt, steht es da. Besonders groß ist es den bloßen Daten nach nicht einmal: der Hauptteil hat fünf Geschosse, wobei das unterste halb unterirdisch ist, und dahinter ist in der Mitte ein noch einmal zwei Geschosse höherer Teil. Aber es will groß sein und alles um sich herum kleinmachen. Die vertikalen Linien der Fenster der vier unteren Geschosse sowie der Putzflächen zwischen ihnen werden von den schmalen vertikalen Ritzen des fünften Geschosses vom bloß Monumentalen ins Monströse verstärkt. Wie Schießscharten oder Pechnasen mittelalterlicher Burgen drohen sie der Umgebung entgegen.

In der Mitte ist der Eingangstrakt deutlich vorgesetzt und ein riesiger tiefer Rundbogen mit vertikalem Streben erstreckt sich über die ersten vier Geschosse. Oben sind wieder die Schießscharten und das noch weiter als sonst schon überstehende Dach, dessen Wirkung durch antikisierende Kranzgesimse noch verstärkt wird.

Dieses durch und durch reaktionäre Gebäude baute sich im Jahre 1929 das Instytut Handlu Morskiego (Institut für Seehandel). Wie eine feindliche Zwingburg sitzt es über dem Hafen, der einem zu Füßen liegt, wenn man aus seinen Fenstern blickt oder aus seiner Tür tritt. Dort die modernste Technik, die zu klarsten Formen zwingt, hier eine unsäglich rückwärtsgewandte Architektur.

Doch diese Verbindung war in der Zwischenkriegszeit nichts Besonderes. Architektur galt noch immer weithin als etwas, das würdevoll und schmückend der Technik entgegengesetzt sein müßte. Reaktionäre Architektur wie diese in Gdynia entstand in den Zwanzigern überall, ob nun in bürgerlich-demokratischen Staaten wie der Tschechoslowakei oder Deutschland, im faschistischen Italien oder eben in einer Quasi-Diktatur wie Polen. Politische Schlüsse lasen sich daraus also nicht ziehen, aber es genügt ein einziger Blick auf das Instytut Handlu Morskiego, um zu spüren, wie wohl sich in ihm nach 1939 die neuen deutschen Herren der Stadt, die sie in Gotenhafen umtauften, gefühlt haben müssen. Denn in dieser Architektur war schon viel von Gotenhafen angelegt, bevor irgendwem dieser perverse Name eingefallen wäre.

Gdynia selbst war 1939 bereits viel weiter, war es auch 1929 eigentlich schon gewesen. Trotz all ihren Mängeln sind die übrigen Teile der Stadt glücklicherweise viel näher an der Klarheit des Hafens als an der Menschenfeindlichkeit des Seehandelsinstituts.