Alterlaa als Grundlage

Alterlaa ist etwas Besonderes. Eine ganze Wohnanlage aus hohen Terrassenhäusern, jede Terrasse üppig begrünt – wie oft gibt es das schon?

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Und das ist das Problem an Alterlaa. Es sollte nichts Besonderes sein, sondern das Normale. Terrassenhäuser wie diese, die die Vorteile des Einfamilienhauses mit den Vorteilen des Hochhauses verbinden, sollten gegenwärtig die Grundlage aller Architektur sein. Es sollte sie in tausendfachen Variationen geben, höher und niedriger, mit kleineren und größeren Terrassen, auf verschiedenste Arten an städtische und landschaftliche Bedingungen angepaßt, mehr oder weniger gelungen auch. Sie zu sehen sollte alltäglich sein, langweilig, banal. Keiner sollte darüber nachdenken müssen, wieso sie so sind wie sie sind, da sie eben normal sind und funktionieren. Daß es nicht so ist, daß Alterlaa etwas Besonderes ist, zeigt die Stagnation in der Architektur, die irgendwann zwischen 1975 und 1980 begann.

In den fünfzig Jahren davor hatte es starke Strömungen gegeben, denen es mehr um Funktion als um Form ging. Ihre Grundlage waren mehr oder weniger hohe, mehr oder weniger lange freistehende Wohngebäude.

Es gab sie in tausendfachen Variationen, höher und niedriger, mit allen möglichen mal mehr, mal weniger schlichten Fassadengestaltungen, oft, aber nicht immer mit Flachdach, auf verschiedenste Arten an städtische und geographische Bedingungen angepaßt, mehr oder weniger gelungen auch. Sie zu sehen war und ist alltäglich, langweilig, banal. Keiner denkt darüber nach, wieso sie so sind wie sie sind, da sie eben normal sind und funktionieren. Das war aber nicht immer so. Bis Mitte der zwanziger Jahre gab es diese Art von Gebäude praktisch nicht. Normal war bis dahin und nach lange danach die Blockrandbebauung. Daß sie heute nichts Besonderes mehr sind, war nicht selbstverständlich, sondern ein Sieg des Fortschritts.

Auch Alterlaa muß siegen und aufhören, etwas Besonderes zu sein.

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Ein Gedanke zu „Alterlaa als Grundlage

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