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Volkswagen im Dschungel

Über die Ausfallstraße Vajnorská im Osten von Bratislava spannt sich irgendwo eine Brücke. Einst diente sie dazu, die beiden Areale der Chemické závody Juraja Dimitrova (Chemiebetriebe „Georgi Dimitroff“) über den Straßenverkehr hinweg zu verbinden, aber im Sommer 2019 trug sie eine große Reklame des deutschen Autoherstellers Volkswagen (VW). Durchfährt man sie stadteinwärts zeigt sie drei Autos vor dem Panorama von Bratislava und die Worte „Do mestskej džungle“ (In den städtischen Dschungel).

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Durchfährt man sie stadtauswärts sind da drei größere Autos vor einem Bergpanorama und die Worte „Do srdca prírody“ (In das Herzen der Natur).

Es ist eine gute Reklame. Schon, daß sie nicht einfach ein rechteckiges Billboard ist, sondern ihr oberer Bogen dem der seitlich unter der Brücke noch zu sehenden Stahlträger entspricht, zeugt von einem wirklichen Eingehen auf den Ort. Dann die Bilder, die mit der Hauptstadt und dem Tatragebirge zwei der charakteristischen Merkmale der Slowakei zeigen und jeweils der Fahrtrichtung angepaßt sind. Und schließlich die Slogans.

Es ist der erste der Slogans, der in der Umgebung der Reklame, der Straße Vajnorská, eine weitere, vielleicht nicht oder nur halb intendierte Bedeutung bekommt. Städtischer Dschungel, das denkt man unweigerlich, wenn man die kilometerlange Ausfallstraße entlanggeht. Vier Fahrspuren, in der Mitte die Straßenbahn, an den Seiten abwechselnd verfallende Industrieanlagen aus der sozialistischen Vergangenheit und Autohäuser, Einkaufszentren, Küchengeschäfte, Druckereien, Go-Kart-Bahnen, Büros, Tankstellen, alle möglichen Kleinbetriebe aus der kapitalistischen Gegenwart.

Wildwuchernde Wiesen wechseln sich mit akkurat geschnittenen ab, aber meist ist da nur der Asphalt von Straßen, Flächen und Gehsteigen, in deren Rissen und Löchern nur zähe Gräser und schon in die Bergvegetation gehörige fleischige Pflanzen wachsen.

Nichts paßt zusammen, nirgends ist ein Bemühen um den öffentlichen Raum auch nur vorgetäuscht, es ist ein dschungelartiges Chaos.

Das war vielleicht immer so, aber nicht so sehr, die Dimitroffbrücke erzählt noch davon. Sie diente nicht nur dazu, Rohrleitungen vom einen zum anderen Areal zu führen, sondern auch den Arbeitern. Stadtseitig stehen quer neben ihr noch abgeschrägt endende Betonwände mit Resten von umlaufenden Stahltreppen und an manchen Stellen sieht man noch die milchigen vertikalen Plexiglasstreben, die die Seitenwände des gedeckten Gangs auf der Brücke bildeten. Sie war ein funktionales und schönes Bauwerk, das die Straße und die Gegend schmückte.

Die Treppen versinken heute im wuchernden Grün, im Dschungel, während der Gang hinter der Reklame versteckt ist.

Die VW-Reklame ist gut – was könnte der Kapitalismus besser als Reklame? – aber sie täuscht darüber hinweg, daß es der Kapitalismus mit Unternehmen wie Volkswagen war, der den städtischen Dschungel an der Vajnorská erst sprießen ließ. Vielleicht ist es kein Zufall, daß im Bild von Bratislava wohl Schloß und Kirche, nicht aber die Most SNP (SNP-Brücke) direkt links davon, die eine ikonische Schöpfung des Sozialismus ist, gezeigt wird. Jedenfalls ist der städtische Dschungel kein unberührter, urtümlicher, sondern voll von Ruinen einer untergegangenen Zivilisation. Keine Reklame und kein Auto darf das je vergessen lassen.

Turiner Einzelheiten: Ein Eckbau aus Backstein

Das folgende kleine Beispiel soll zeigen, wie wichtig es ist, in jedem Land die Architekturbetrachtung völlig neu zu lernen, da man sonst nichts verstehen oder, schlimmer, alles mißverstehen wird.

Das Eckhaus Via Milano/Via Corte d‘Appello (Mailänder Straße/Berufungsgerichtsstraße) im engsten und ältesten Teil Turins westlich des Piazza Castello (Burgplatzes). So hoch wie die angrenzenden historistischen Gebäude, aber so schmal, daß es zu jeder Seite nur ein Fenster pro Geschoß hat und freistehend ein Punkthaus wäre. Im Erdgeschoß ein verglaster Ladenraum, das Dach leicht überstehend, aber nicht weiter betont. Es ist ganz seine backsteinerne Fassade, auf der dicht an dicht horizontale Streifen aus vorgesetzten Backsteinen verlaufen und eine Rillenstruktur bilden. Nur um die Fenster im dritten und vierten Geschoß sind oben und unten glatte Backsteinflächen, beziehungsweise im vierten Geschoß unten ein weiterer Fensterteil, Über ihnen bilden schräge Backsteinstreifen rundbögige Kränze, was sie, wiewohl ohnedies rechteckig, viel vertikaler und viel näher an konventioneller Ornamentik wirken läßt als sie es eigentlich sind.

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Sieht es schon in den oberen beiden Geschossen aus, als ob die horizontalen Streifen nach unten abknicken, um diese Kränze zu bilden, so wird das bei den Fenstern im zweiten Geschoß noch deutlicher. Beidseits von ihnen sind die schräg nach unten abgeknickten Streifen auf solche Weise versetzt, daß oben schmaler und unten breiter ausgewölbte Formen entstehen.

Eigenartigerweise sind die Auswölbungen an beiden Seiten nicht einmal völlig regelmäßig und gleich groß. Diese Ornamentik, die ganz aus der regelmäßigen Rillenstruktur erwächst, hat keinerlei historische Vorbilder mehr. Hier wird der Backstein, dieses sehr typischer Turiner Material, das anderswo in historisierende Formen gepreßt ist, auf ganz neuartige Weise verwendet.

Mehr ist an dem Gebäude nicht, weshalb auch schwer ist, es zeitlich einzuordnen. Ich schloß, daß es letztlich aus der Zeit des Faschismus stammen muß, weil es für frühere zu schlicht und für spätere zu handwerklich ist. Der schmale Grundriß in der Ecke wie die einfache, aber auffällige Fassade lassen es als Werbung für das Geschäft im Erdgeschoß verstehen.

Diese Einschätzung war völlig falsch. Tatsächlich handelt es sich um den 1788 erbauten Sockel des geplanten neuen Torre Civica (Stadtturms). Er wurde errichtet, noch bevor auch nur klar war, wie der Turm aussehen sollte, aber das war auch egal, da er letztlich nie gebaut wurde. Seine heutige Gestalt hat der Sockel vermutlich aus dem Jahre 1822, wobei in den erhaltenen Plänen zwar die konventionelleren oberen Fenster, nicht aber die unteren eingezeichnet sind.

Aus Manzo, Luciana u. Peirone, Fulvio (Hg.): C’era una volta una torre, Torino 2009

Nicht ein geplantes modernes Gebäude aus der Zwischenkriegszeit, sondern letztlich eine vom Zufall geformte Investitionsruine für einen beinahe noch mittelalterlichen Gebäudetyp steht an der Ecke.

Meine so große Fehleinschätzung liegt darin begründet, daß es ein durch und durch italienisches Gebäude ist, daß es im Norden niemals geben könnte. Auch die Nebengebäude, die ich auf den Historismus des späten 19. Jahrhunderts schätzte, sind hier vermutlich hundert Jahre älter. Die einzige Möglichkeit, solche Fehler in Zukunft zu vermeiden, ist, in Italien alles, was man über Architektur zu wissen glaubt, zu vergessen und von Neuem zu lernen. Das gilt für jedes Land, auch für auf den ersten Blick noch ähnlichere.

Torgauer Traditionen

Das sozialistische Torgau erzählt in einem Wandbild aus seiner Geschichte. Auf der langgestreckten orange-gelben Fläche sieht man zwei Gruppen von Menschen: rechts Ritter, teils zu Fuß, teils zu Pferd, in Rüstungen, mit Schwertern und Hellebarden und dem Stadtwappen als Wimpel.

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Links Menschen der DDR-Gegenwart, alte, junge, teils stehend, teils sitzend, ein Bauarbeiter, einer mit Gitarre, hinter ihnen ein noch kleiner, aber geschmückter Baum.

Auf einem Steinblock ganz links ist die Signatur „Kratsch 1987“.

In der Mitte treffen sich zwei Vertreter der beiden Gruppen, rechts einer der Ritter, links ein junger Mann mit rotblondem Vokuhila und ähnlichfarbiger Sportjacke.

Der Ritter will dem Mann ein Schwert übergeben, doch der lehnt es mit freundlicher Geste ab. Über ihnen fliegt eine weiße Taube, rechts davon weitere und überhaupt sind die beiden Gruppen nicht so geschieden, wie es im ersten Moment scheinen mag. Ganz rechts steht ein kleiner Junge mit Hund vor den Rittern und blickt nach vorne, als posierte er mit den eigentümlichen Besuchern aus der Vergangenheit für die Kamera.

Mittig vor den Rittern steht ein kleines Mädchen und winkt nach links, als wolle es die anderen auf ihre kuriose Entdeckung hinweisen.

Und mittig links steht ein Ritter mit zwar eingestecktem Schwert, aber auch einer aufgestellten Lanze, um die blühende Schlingpflanzen wachsen und die von der anderen Seite ein kleiner Junge mit Trompete hält.

Gezeigt ist auf diesem Wandbild des Künstlers Joachim Kratsch, wie der Sozialismus mit der Tradition umgeht: liebevoll, aber selbstbewußt, das Gute aufhebend, das Schlechte zurückweisend. Die Ritter sind den Kindern spielerisch-staunend wahrgenommene Folklore. Aus der Lanze wächst ein Baum. Das Schwert, die kriegerische Tradition, lehnt der ganz im Geschmack der späten achtziger Jahre gekleidete DDR-Bürger ab, er braucht sie nicht, es ist Sozialismus und Frieden. Ganz so sah die DDR die Welt und sie fand dafür unzählige überraschend schöne Bilder wie dieses.

Vielleicht täuschte sie sich. Bezeichnenderweise hat der Frieden im Bild seine Symbole, der Sozialismus aber nicht. Leicht könnte es einfach pazifistisch verstanden werden. Daß die DDR den deutschen Militarismus zurückwies, war richtig, aber daß sie zwei Jahre später zu ihrer Verteidigung nicht das Schwert zücken konnte, war tragisch. Das Ergebnis sieht man um das beschriebene Wandbild.

Es symbolisch zu nennen, daß über die zentrale Szene ein großes grünes Hakenkreuz gemalt wurde, wird dem heutigen Torgau gewiß nicht gerecht, eher paßt es, daß der einstige Saal des Restaurants „Torgau Nordwest“, in dem das Wandbild ist, heute voller zerschlagener Möbel und allerlei anderen Mülls liegt, während die Fensterflächen verbarrikadiert sind. Beides, Neofaschismus und wirtschaftlicher Niedergang, hängt miteinander zusammen.

Der flache Restaurantbau befindet sich ganz am Ende des Wohngebiets Torgau Nordwest, dessen Name noch in blauen Leuchtbuchstaben auf dem Dach steht. Sogar ein Logo – einen Kreis, in dem ein spitzes Dreieck kompaßnadelgleich in die linke obere, die nordwestliche, Ecke zeigt – hatte das Wohngebiet.

Heute zeigt es sich wie so viele kleinere Wohngebiete der ehemaligen DDR. Hinter dem Restaurant beginnt eine breite, leicht geschwungene Grünachse, zu der sich links fünfgeschossige Bebauung mit großzügigen Höfen öffnet, während rechts eine Schule mit großer Turnhalle, ein Kindergarten und dahinter aufgereihte fünfgeschossige Gebäude älteren Typs mit flachem Satteldach stehen.

Am Ende der Achse ist rechts ein Kaufhallengebäude, dessen vorderer Teil ein Wellendach und einen hinter einer Stütze in der Ecke zurückgesetzten verglasten Eingang hat,

und links eine kleine Poliklinik mit Pelikanapotheke, die sich mit einem zur braunen Kachelverkleidung  des Sockelgeschosses und des Dachbandes passenenden abstrakten Kachelrelief schmückt.

Fast alle Gebäude sind neugestaltet und andere, besonders vor dem Restaurant, wurde abgerissen. In der Kaufhalle ist ein vietnamesischer Laden, die Poliklinik stark umgebaut. Für das heutige Wohngebiet ist wohl am wichtigsten, daß es zwischen den beiden letztgenannenten Gebäuden entlang des einzigen unveränderten Wohnbaus, der auch als einziges bei ebenfalls fünf Geschossen einen Aufzug hat, zur herumführenden Straße mit Bushaltestelle und weiter zu einem Einkaufszentrum um einen großen Parkplatz und zu McDonald’s geht.

Schlecht war das Wohngebiet Torgau Nordwest im Bezirk Leipzig seiner Konzeption nach nicht und daß all seine Gemeinschaftseinrichtungen verfallen würden, konnte niemand ahnen. Vielleicht aber war es auch nicht gut genug. Es liegt letztlich zu weit vom Zentrum seiner ohnedies nicht großen Stadt entfernt und hat anders als das ältere Wohngebiet an der Straße des Friedens nicht einmal ein bescheidenes Hochhaus. Radikaler und selbstbewußter wäre es gewesen, direkt auf der anderen Seite der Elbe, gegenüber von Altstadt und Schloß Hartenfels, ein neues Wohngebiet zu bauen. Platz wäre genug, denn hinter den Flutwiesen sind dort nur versteckte Teile der Festungsanlagen, in denen heute immerhin ein alternatives Kulturzentrum ist. Wäre es so gekommen, hätten sich Alt und Neu direkt gegenüberliegen können. Dieses theoretische Torgau Ost oder Torgau Brückenkopf, wie die einzubeziehenden Festungsreste heißen, wäre auch der angemessenere Ort für das Wandbild, das statt an einer Restaurantinnenwand dreifach größer an einer Außenwand hätte hängen müssen, um die ringsum offensichtlichen Torgauer Traditionen zu kommentieren.

Die Klassengesellschaft im Food Court

Die Galeria Metropolia ist ein gescheitertes Einkaufszentrum im Gdańsker Stadtteil Wrzeszcz. Es hatte nie eine wirkliche Chance, da alle wichtigen Geschäfte bereits in der weit größeren und als erstes Einkaufszentrum der Trójmiasto (Dreistadt) fest etablierten Galeria Bałtycka direkt jenseits der Gleise waren.

Was es bei seiner Eröffnung Ende 2016 hervorhob, war, daß es mit einem Eingang in der Unterführung, einer Brücke und einem eigenen Bahnsteig, dank dem die nach Norden fahrenden Züge der SKM (Stadtschnellbahn) von zwei Seiten betreten werden können, direkt an den Bahnhof Wrzeszcz anschließt.

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Falls es sich damit für nicht-motorisierte Besucher aus dem Umland interessant machen wollte, war diese Chance spätestens zwei Jahre später hinfällig, als mit dem riesigen Forum Gdańsk, das nicht nur nah am SKM-Bahnhof Śródmieście, sondern auch an der Altstadt liegt, das nächste Einkaufszentrum öffnete. In den wenigen Jahren seiner Existenz schlossen fast alle ursprünglichen Geschäfte und an ihre Stelle traten bizarrerweise vor allem Möbelläden oder auch, wieso nicht, eine Go-Kart-Bahn. Die Fassade wurde derweil immer mehr mit Werbung beklebt, wie ein Vergleich zwischen dem Zustand Ende 2016 und Mitte 2018 zeigt.

Der einzige Teil der Galeria Metropolia, der von Anfang an offenkundig gut lief, war der Food Court im zweiten Geschoß, der auch von ihrem neben dem Bahnsteig besten architektonischen Element profitieren konnte: einer riesigen eingewölbten Fensterfront mit Blick auf die ältere Bebauung von Wrzeszcz beidseits der erhöhten Gleise.

Unweigerlich zog es die Besucher an diese Fenster, um zu ihrem Essen auch diese bei Tag wie Nacht großartige Aussicht zu genießen. Neben vertrauten Ketten wie Burger King, Subway oder Pizza Hut und allerlei Cafés siedelte sich hier auch ein Hummus-Restaurant, das sich an das gesundheitsbewußte Hipsterpublikum der nahen Straße Wajdeloty richtet, und eine Filiale des „berlin-inspirierten“ (Eigenwerbung) Kult Gemüse Kebab an. Ein wenig entstand hier die Atmosphäre eines luxuriösen, aber unprätentiösen Bahnhofsrestaurants. Es ist sogar möglich, am Fenster sitzend die SKM näherkommen zu sehen, aufzustehen und rechtzeitig am einkaufszentrumseigenen Bahnsteig zu sein, um einzusteigen.

Angesichts dieser Situation schien es nur angemessen, daß die Verantwortlichen an die beiden einzigen Qualitäten der Galeria Metropolia – Bahnsteig und Food Court – anzuknüpfen suchten. Im Laufe des Jahres 2019 wurde der Bahnhofscharakter durch digitale Anzeigetafeln bei den Ausgängen betont und im dritten Geschoß ein zweiter Food Court namens „Stacja Food Hall“ eröffnet. Anders als der etablierte Food Court darunter richtet dieser sich ganz an ein anspruchsvolleres oder sich für anspruchsvoller haltendes Publikum und hat Filialen angesehener Gdańsker Restaurants. Er ist Aiolï statt McDonald’s, Alma statt Biedronka.

Doch bei der Gestaltung dieses Raums wurde seine spezifische Qualität völlig mißachtet: der Blick auf die riesige Fensterfront ist fast vollständig von farbigen matten Scheiben in schwarzer Fassung verdeckt, so daß ein ständiges Zwielicht herrscht.

Aus einem Aussichtspunkt wurde ein Keller gemacht. Der Popularität der „Stacja Food Hall“ scheint das erst einmal keinen Abbruch zu tun, was fast noch trauriger ist als die schlechte Innenarchitektur.

So herrscht in der Galeria Metropolia eine Situation, die ein gutes Bild für die gesellschaftliche Situation im kapitalistischen Polen und anderswo ist: die verzweifelt um Distinktion ringende klasa średnia (Mittelschicht) sitzt oben im Dunkeln, alle anderen unten im Licht.

Das 19. Jahrhundert im Stau

Ein Problem des 19. Jahrhunderts war, daß es das Auto nicht vorhersehen konnte. Fatale Wirkung hatte das insbesondere für die bürgerliche Repräsentationsarchitektur der Innenstädte. Alle Boulevards wurden zu Autobahnen und was im Zeitalter der Kutschen noch eine gesuchte Wohnadresse gewesen wäre, reichte im Zeitalter der Autos gerade noch für Büros.

So konnte es in einer Zeit, als es noch keinen mechanischen Verkehr gab, noch sinnvoll erscheinen, auf einem dreieckigen Grundstück dort, wo eine sich spaltende Straße auf eine Querstraße trifft, wie in Montpellier Boulevard Renouvier (Renouvier-Boulevard) und Rue Raoux (Raoux-Straße) auf eine große Kreuzung namens Place du 8 Mai 1945 (Platz des 8. Mai 1945), zwei historistische Wohnhäuser zu errichten, eines mit schmalem Garten in der spitzen Ecke,

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ein zweites, das sich gar Villa  St Georges nennt, mit kleinem Hof zu einer anderen.

Wieso auch nicht? Die extravagante Lage hob die Häuser hervor und wer sich ihnen zu Fuß oder in einer Kutsche gemächlichen Tempos näherte, hatte viel Zeit, den Reichturm ihrer Besitzer zu bestaunen. Vielleicht glaubten sie sogar, mit ihren Häusern in gerade noch innenstädtischer Lage die Vorteile der Repräsentation mit dem Komfort einer Villa am Stadtrand zu verbinden.

Mit allen Vorzügen war es vorbei, als das Auto aufkam und nach und nach zum Massenverkehrsmittel wurde. Heute sind die beiden Gebäude eine dreieckige Insel, ständig umtost vom Verkehr einer großen und komplizierten Kreuzung, zu der weiterhin absichtlich geschaffene Verkehrsinseln mit Palmen und eine Hochstraße gehören, schwer zu erreichen zu Fuß und fast unmöglich mit dem Auto, das auch nirgends parken könnte, dafür unablässig Lärm und Gestank ausgesetzt.

Kein Zweifel, daß Verkehrsplaner in den Sechzigern dieses Hindernis am liebsten weggerissen hätten und wieso nicht, angenehm wohnen ließ sich dort ohnehin nicht mehr und von der intendierten repräsentativen Wirkung blieb für die vorbeirasenden Autos nicht einmal mehr eine Ahnung. Auch um die historistische Architektur wäre es nicht schade.

Etwas anders ist das beim Eckbau links davon, der eines der zartesten Beispiele des Jugendstils in Montpellier ist.

Um Repräsentation ist es jedoch fast noch stärker bemüht. Zwei Geschosse auf einem erhöhten Keller, drei Fensterfolgen an der Vorderseite, je eine an den schrägen Nebenseiten, stadttypischer heller Sandstein. Im Erdgeschoß beschränkt sich die Ornamentik auf die hohe und schmale Eingangstür in der Mitte, ist aber auch dort nicht mehr als ein archetypisch jugendstiliges Frauengesicht und einige Blattformen. Im Obergeschoß wird eine nach unten geöffnete Bohnenform zum bestimmenden Merkmal. Sie bildet schmale horizontale Fenster noch über den eigentlichen Fenstern, wo Distelzweige sie rahmen, sie ist mit filigranen Metallornamenten gefüllt in den Geländern der vor den Fenstern hängenden sandsteinernen Balkonen und sie ist noch zu erahnen in den Bögen einer Brüstung auf dem Dach, die auf einen überstehenden Teil mit Kranzgesims folgt. Das alles ist, gerade im Vergleich zum Historismus nebenan, klar, einfach, leicht und hübsch, wie der Jugendstil das eben im besten Fall ist.

Ein wertvoller Akzent sind die wenigen türkisen Kacheln über den flachen Bögen der Erdgeschoßfenster und die Kachelbordüre unter dem Dach, die auf blauem Grund schlanke grüne Ranken mit violettblauen Kelchblüten zeigt.

Diese Prunkwinden sind für Montpellier typisch, oft sieht man sie über Mauern hängen und auch an diesem Jugendstilgebäude, wo tatsächlich von einem Balkon etwas über eine Ecke der Fassade wächst, würden sie nicht überraschen, so daß ihre Darstellung fast tautologisch ist. Somit eine ortstypische Pflanze zum bestimmenden Ornament zu machen, ist einer der kleinen Schritte, mit dem der Jugendstil über den Historismus hinausgeht.

Den vagen Quellen nach wurde das Gebäude erst 1920, als der Jugendstil anderswo schon überwunden war und Autos sich gerade vom Sportvergnügen für reiche Söhne zum Massenverkehrsmittel entwickelten, errichtet. Vorm dennoch ungeahnten Verkehr rettet es auch seine etwas bessere Architektur selbstverständlich nicht, im Gegenteil. Seine zarte Fassade ist gänzlich der Kreuzung ausgesetzt und von kaum irgendwo gut zu betrachten. Ein wenig Glück hatte es paradoxerweise gerade dadurch, daß es die Gesellschaft eines ganz dem Auto dienenden Gebäudes bekam: einer Werkstatt. Sie steht, wo einst der Garten war.

Links, zur Rue Raoux, ist ein großes rotes Hallentor, rechts, zur Avenue Georges Clemenceau (Georges-Clemenceau-Allee) ist ein rotgefaßtes Schaufenster.

Sonst besteht die Werkstatt gänzlich aus weißen Wandflächen ohne jegliche Verzierung, was ihre Architektur so zeitlos macht wie die des von ihr umschlossenen Eckbaus zeitverhaftet ist. Sie bildet einen weißen Rahmen für das hübsche, wenn auch durch den Ablauf der Zeit und das gewonnene Wissen etwas verschroben wirkende Jugendstilgebäude und trennt es von den banalen historistischen Nachbargebäuden.

Das Auto hat gesiegt, was notwendig und im Vergleich zum Vorangegangenen gut war, und indem es in diesem Fall mit der ihm gemäßen radikal schlichten Architektur dem Besten der älteren Architektur zur Hilfe kam, zeigte es sich als ungewöhnlich großzügiger Sieger.

Uns müssen die Probleme des 19. Jahrhunderts nicht kümmern, wohl aber, daß sie nicht überwunden sind. Das Auto zeigte, daß eine andere Art von Stadt nötig ist, aber zumeist wurde bloß die Stadt des 19. Jahrhunderts notdürftig für das Auto angepaßt. Dieses, unser Problem wird nicht zu lösen sein, bevor nicht das große Versprechen des 1917 begonnenen 20. Jahrhunderts eingelöst wird.

Das aufgeschnittene Gebäude

Im Wohngebiet Witomino in den Hügeln von Gdynia gibt es einen ungewöhnlichen Gebäudetyp, der auf den ersten Blick beinahe zu gewöhnlich aussieht. Langgestreckt, fünf Geschosse, regelmäßige horizontale Fensteröffnungen, Flachdach – solche Gebäude gibt es in Witomino und in tausend anderen Wohngebieten dutzendfach. Wenn man vier von ihnen oberhalb der Straße schräg aufgereiht sieht, könnte man sie übersehen wollen.

Aber hier sind es eigentlich zwei Gebäude, die deutlich versetzt parallel zueinander stehen und an den Innenseiten, wie man hier sagen muß, offene Laubengängen haben, von denen die Wohnungen erschlossen sind.

In der Mitte sind sie durch ein Treppenhaus verbunden, dessen Dach schräg von einem zum anderen Teil aufsteigt, da sie auch kaum merklich auch in der Höhe versetzt sind.

Es wirkt, als sei hier eines der gewöhnlichen, allzugewöhnlichen Gebäude aufgeschnitten und auseinandergezogen worden, um dem neugierigen Betrachter einen Blick ins sonst verborgene Innere zu gestatten.

Selbstverständlich sind es vielmehr funktionale Überlegungen, die zu dieser Lösung führten. Es entsteht ein für die fortschrittliche Architektur eher ungewöhnlicher Raum mit recht eng einander gegenüberliegenden Laubengängen. Wenn noch Wäsche vor den Wohnungen hängt, erinnert es fast mehr an die Pawlatsche genannten offenen Korridore in den Hinterhöfen österreich-ungarischer Mietskasernen oder gar an mediterrane Hinterhöfe als an Gebäude des sozialistischen Polen. Dieser Vergleich bleibt jedoch zu oberflächlich, da die aufgeschnittenen Gebäude ja im Gegenteil deutlich nach außen, zum städtischen Raum des Wohngebiets, ausgerichtet sind. Eher handelt es sich um eine Fortentwicklung der besten Gdyniaer Gebäude der Zwischenkriegszeit, die ebenfalls Laubengänge haben.

Nicht nur, weil sie auf so subtile Weise mit den üblichen Gebäudetypen spielen, sind diese Witominoer Gebäude ein wertvolles Experiment, das es auszuwerten gelten wird.

Osoblaha

Ist Osoblaha ein Dorf oder ist es eine Stadt? Es ist der größte Ort in seinem nördlich nach Polen hineinragenden Zipfel Tschechiens, aber das heißt wenig, da er nur klein ist. Es hat einen Bahnanschluß, aber das heißt wenig, da es nur eine Schmalspurbahn ist, die nie stillgelegt wurde, weil das in Tschechien nicht geschieht.

Am Rande ist es klar dörflich, ältere Bauernhöfe wechseln sich mit tschechoslowakischen Einfamilienhäusern ab. Ob man das Zentrum als städtisch empfindet, hängt von den Kategorien, die man anlegt, ab, doch jedenfalls gleicht es keiner typischen tschechischen Kleinstadt, da die gesamte Bebauung aus der sozialistischen Zeit stammt. Obwohl sie nur eine einzige Straße bildet, läßt sie sich leicht in zwei Teile, einen alten und bunten und einen neuen und weißen, gliedern.

Selbstverständlich ist der alte Teil keineswegs alt, sondern wurde in den Fünfzigern nach dem Stalinismus oder jedenfalls unbeeinflußt von ihm gebaut. Er heißt Na náměstí (Auf dem Platz) und so ist in der Mitte ein kleiner Platz mit Grünanlagen.

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Von der schmalen Platzseite aus gesehen, mit der das Zentrum beginnt, ist auf der linken Seite ein langes dreigeschossiges Gebäude mit Walmdach und Läden im Erdgeschoß, die mal mit braunen Kacheln, mal mit schwarzem Schiefer verkleidet sind. Auf der rechten Seite steht erst das Kulturní Dům (Kulturhaus), dann ein dreigeschossiger Eckbau. Vielleicht ist der alte bunte Teil so wenig bunt wie alt, aber die Gebäude sind rot und gelb verputzt, was sie von denen des zweiten Teils unterscheidet.

Nach einer Querstraße folgt links zuerst eine Kaufhalle mit großem Schaufenster und vor das Dach gesetzten Dreiecksformen, bevor die Wohnbebauung beginnt. Ihre Fenster sind jeweils durch dunkelgraue Betonteile verbunden, während der übrige Beton ein fast weißes Hellgrau hat. Links steht nach der Kaufhalle das höchste Gebäude der Stadt, das sechs Geschosse in zwei zueinander versetzten Bauteilen hat.

Danach steht ein längerer viergeschossiger Bau mit vier Teilen, die abwechselnd ferner und näher an der Straße stehen. Rechts stehen parallel zur Straße zwei gerade viergeschossige Gebäude (im folgenden Bild seitenverkehrt).

Am Ende dieser Zentrumsachse ist eine Grünanlage und ein offener, aber teils von niedrigen Mauern umgebener Platz. Dahinter, an der nächsten Querstraße, sind zwei Schulgebäude, von denen eines ein nicht mehr als solches zu erkennendes altes ist, und dann noch ein deutlich altes, das zum dörflichen Rand überleitet, denn der ist ja nie weit weg, Osoblaha ist nur klein. Vereinfacht gesagt nimmt das städtische Zentrum mit seiner einen Straße und seinen zwei Plätzen einen Hügelkamm ein, während das Dorf sich darum erstreckt. Außer den Straßen führen noch einige Fußwege mit Treppen hinauf, vom Bahnhof im Süden einer an einer alten Mauer entlang, von Norden zwei über kleine stählerne Brücken über einen kleinen Bach.

Doch wie kommt es nun, daß es im Kern von Osoblaha nichts Altes mehr gibt? Die Antwort geben die beiden Plätze und die beiden Kunstwerke auf diesen. Auf dem alten Platz steht ein gußeiserner Brunnen, an dessen eckiger Basis zu zwei Seiten halbrunde Becken sind, bevor er in sich kompliziert verjüngenden runden Formen, aus denen Wasserhähne über die Becken ragen, in ein großes rundes Becken übergeht. Noch darin steht die Plastik einer Frau mit einer Amphore auf der Schulter, aus der ein weiteres kleines rundes Becken ragt.

Dieser Brunnen zeigt, daß Osoblaha einmal anders aussah, denn er entstammt offenkundig der bürgerlichen Kunst des 19. Jahrhundert und nicht nur im relativ nahen Branná steht ein fast identischer.

Der neue Platz am Ende der Straße öffnet seinen repräsentativen Teil, der rückwärtig von einer nicht ganz regelmäßigen niedrigen Mauer mit hellgrauer Steinverkleidung umgeben ist, nach rechts. Die großen schwarzen Rechtecke des Pflasters sind hier unterbrochen und ein Weg nur in Weiß, den vier quadratische Betonhochbeete flankieren, führt auf eine niedrige Sockelplatte mit drei Sandsteinskulpturen zu.

Die mittlere, etwas weiter vorne stehende zeigt auf einem kleinen Sockel mit der Inschrift „Poděkování a lásku Vám“ (Euch Dank und Liebe) eine Frau, die die Arme nach oben gereckt hat und eine fließende Form, eine Fahne sicher, die aber eins mit ihrem Haar ist, hält.

Rechts steht eine Stele mit geschwungen hinaufführender Rille, die sich in der Mitte als Fläche mit breiten horizontalen Wellenlinien verbreitert. Darin halten sich zwei Hände zum Gruß und über der rechten ist ein fünfzackiger Stern.

Links steht eine ähnliche, aber nicht identische Stele, in deren Mitte zwei von unten geöffnete Hände eine Taube aufsteigen lassen.

Während die querenden Wellen rechts wirken, als sei ein Knoten in die Stele gemacht, den der Handschlag besiegelt, scheinen sie links Wolken zu sein, vor denen die Taube fliegen kann. Hinter der Sockelplatte, fast versteckt, sind quer einige rechteckige Grabplatten mit fünfzackigem Stern.

Links von ihr, unübersehbar und eigentlicher Mittelpunkt des Platzes, steht auf einer schräg in die Grenze zwischen Pflaster und Wiese gesetzten niedrigen Betonplatte eine in den Himmel gerichtete sowjetische Flugabwehrkanone des Typs 52-K.

In Fortsetzung der Achse der Straße, während diese weiter links verläuft und das Denkmalensemble rechts steht, sind in der Mitte des Platzes Beete.

Durch die Grünanlage, die ihn zur etwas niedriger liegenden Ecke abschließt, führt nach links eine Treppe hinab

und leicht rechts geradeaus ein Weg.

Mittig in der Wiese ist ein runder gepflasterter Teil mit einem Steinquader, der heute altarartig funktionslos scheint, aber vielleicht als Rednerpult gedacht war.

Hinzu kommen Fahnenmasten und auch der eckige Turm der an der nächsten Querstraße stehenden Feuerwache wirkt als vertikales Element in den Platz hinein.

Dieser 1975 eröffnete Náměstí Osvobození (Platz der Befreiung), über den ein Bronzeschild hinten an der Mauer informiert, ist ein großartiges Denkmalensemble, das das Gedenken nicht irgendwo abseits, sondern mitten in den städtischen Raum, mitten ins Zentrum von Osoblaha setzt, es mit ihm förmlich verwebt.

„Grundstein zum Denkmal der Roten Armee/Enthüllt am 21.3.1945“

All seine Elemente, die drei Skulpturen, die Worte, das Kriegsgerät, sind von größter Einfachheit und meisterlich komponiert zusammengefügt. In solchen Platzensembles zeigt sich die Größe des tschechoslowakischen Städtebaus.

Indirekt erzählt der Platz auch davon, daß in Osoblaha in der Endphase des zweiten Weltkriegs schwere Kämpfe tobten. Als die sowjetische Armee es am 22. März 1945 als ersten Ort des tschechischen Teils der Tschechoslowakei befreit hatte, war die Stadt fast vollständig zerstört. Das ist ein für tschechoslowakische Orte durchaus seltenes Schicksal, weshalb es wenige vergleichbare Stadtzentren gibt. Man sieht, daß es der Tschechoslowakei gar nicht einfiel, etwas Altes zu rekonstruieren, sondern daß sie sich völlig selbstbewußt etwas Neues baute, das sie als sich angemessen empfand.  Ob es das ist, bleibt immer die Frage, aber es ist zumindest ein Stadtraum voller Offenheit und ohne Hindernisse. Jedes Gebäude ist von allen Seiten betrachtbar und erreichbar, überall sind Wege für Fußgänger.

Noch etwas anderes ist in Osoblaha auffällig: die unterschiedliche Bevölkerung in seinen verschiedenen Teilen. Im dörflichen Teil und im „alten“ Teil des Zentrums wohnen weiße Tschechen, während im neuen Teil Roma wohnen. So steht dort das Weiß der Architektur und das Grün der Vegetation in einem Kontrast zur dunklen Haut der Bewohner, was einen eigenartig schönen Eindruck von überraschender Exotik ergibt. Den ethnischen Unterschieden entsprechen in Tschechien, wie auch andernorts, immer soziale, so daß man mit weißen Tschechen im Restaurant in der Ecke rechts vom Platz sitzen kann, während an der Flugabwehrkanone Romakinder klettern. Das ist wohlgemerkt nicht so absolut, wie es sich eben vielleicht las, sondern nur ein oberflächlicher Eindruck. Gewiß gibt es in der Bewohnerstruktur der verschiedenen Teile Durchmischungen und in der Kneipe beim Kulturhaus und auf den Spielplätzen treffen sich Tschechen und Roma auch, Osoblaha ist nur klein.

Vielleicht sind es alle diese Kontraste – zwischen dörflichem Rand und städtischem Zentrum, zwischen altem und neuem Teil des Zentrums, zwischen überkommener bürgerlicher Kunst auf dem einen und sozialistischer Kunst auf dem zweiten Platz, zwischen den Hautfarben – Kontraste, die allesamt von typisch tschechischer Kleinstadtidylle so fern sind, durch die Osoblaha zur Stadt wird.