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Der einsame Löwe

Oberhalb des steilen Hangs über einem Bogen der Lužnice und am Rande der Táborer Altstadt steht ein Verwaltungsgebäude aus dem Jahre 1931.

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Sein Hauptteil hat drei Geschosse auf einem halb versenkten Kellergeschoß und ein sehr leicht überstehendes Dach, das man erst aus größerer Entfernung als Walmdach erkennt. In der Mitte ist es weiß verputzt und schmucklos, bloß das Kellergeschoß hat eine Verkleidung aus Kacheln in einem dunklen Gelbton und Streifen dieser Verkleidung verlaufen auch unterhalb des dritten Geschosses und des Dachs. Weitere gelb verkleidete Flächen an den Seiten haben im dritten Geschoß keine Fenster, aber eine mittig vorgehängte Fahnenstange ragt bis zwischen die beiden Fenster im zweiten Geschoß, vor dem außerdem ein weißer Balkon ist. An diese schließen seitlich schmale Bauteile mit derselben Kachelverkleidung an, die kein ganzes Geschoß niedriger und leicht nach vorne versetzt sind, rechts etwas weiter als links. Dadurch, daß sie nur im unteren Geschoß Fenster haben, wird die absteigende und monolithische Wirkung der Seiten zusätzlich unterstützt.

Das Gebäude erreicht mit ganz einfachen Mitteln eine eigentümliche Wirkung, die nicht historistisch oder monumental, aber auch nicht sachlich oder modern ist. Wenn überhaupt könnte man es mit unklar Fernöstlichem oder Werken von Frank Lloyd Wright, die davon inspiriert waren, vergleichen. Dazu paßt auch die Eingangssituation. Das Gebäude steht hinter einer leicht abfallenden Wiese mit niedrigem roten Metallzaun aus offenen horizontalen Rechtecken. Vor der Treppe, die zum leicht vorgesetzten und mit unauffälligem Vordach rechts beim Ansatz des Seitenteils angeordneten Eingang führt, ist links ein grauverkleideter Sockel und rechts ein rotes Tor aus demselben roten Metall wie der Zaun, aber mit beinahe quadratischem Raster. Später erst wurde die Symmetrie des Gebäudes dadurch vergrößert, das links an der entsprechenden Stelle ein zweiter Zugang mit rotem Tor, der offenbar in ein Kellergeschoß führt, und rechts neben ihm der überdachte Unterstand einer Bushaltestelle hinzugefügt wurden.

Noch vor dem Gebäude sieht man jedoch unzweifelhaft seinen Löwen.

Er steht wie im Sprung auf dem Sockel beim Eingang, die Hinterpfoten auf dessen Fläche und die Vorderpfoten wie den Kopf auf einer quadratischen Steinwand, die den Sockel zur Straße hin abschließt, so daß sein ausgestreckter Körper den Boden kaum berührt. Es ist ein weiblicher Löwe und sein Rachen ist wie zum Brüllen oder Zubeißen aufgerissen. Er wirkt bedrohlich und soll so wirken, aber die Bedrohlichkeit geht ins Leere.

Durch die Lage oberhalb des Hangs kommt man immer seitlich auf den Löwen zu, doch er richtet sich nach vorne, woher zu kommen unmöglich ist. Kommt man hingegen aus dem Eingang, scheint der Löwe ins weite Umland  springen zu wollen, wo jedoch außer einigen ländlichen Teilen von Tábor am anderen Ufer der Lužnice und Feldern und Wiesen nichts ist.

Gedacht ist der Táborer Löwe als symbolischer Beschützer des Wappens auf der Fläche vor ihm. Während sein steinerner Körper so unverwüstlich fest steht wie 1931, als ihn der Bildhauer Josef Matějů schuf, wechselte das Wappen schon mehrfach. Ursprünglich war es sicher das gekrönte tschechische Löwenmännchen der ersten tschechoslowakischen Republik mit dem slowakischen Doppelkreuz im Brustfeld, später vermutlich der kronenfreie Löwe mit fünfzackigem Stern über dem Kopf und dem neuen säkularen slowakischen Wappen, das nun Berge und eine Flamme zeigte, auf der Brust.

Vielleicht jenes Wappenschild der sozialistischen Tschechoslowakei, das in der Vodní (Wasserstraße) als Maskottchen der Pivnice u zlatého lva (Bierkeller zum goldenen Löwen) an einer Wand lehnt?

Was auch immer er vom Sozialismus hielt, mit dem mickrigen Wappen der Tschechischen Republik, das er heute unter den Pfoten hat, kann der Löwe kaum glücklich sein.

Ohne Partnerlöwen auf dem Wappen, ohne Jemanden zum Bedrohen und ohnedies unbeachtet, denn die Straße am Hang dient vor allem dem Autoverkehr, während die Fußgänger die verwinkelten Gassen der Altstadt bevorzugen, muß der Löwe recht einsam sein und ein Státní okresní archiv (Staatliches Kreisarchiv), wie es in dem Gebäude heute sitzt, zu bewachen ist auch nicht dasselbe wie ein Okresní úřad (Kreisamt), als das es errichtet wurde.

Löwe wie Gebäude zeigen wieder einmal, wie wichtig, wie entscheidend, die Lage ist. Am Ende einer Achse oder an einem Platz könnte das Gebäude seine asiatisch-Wright’sche Eleganz viel besser entfalten und der Löwe könnte viel furchteinflößender drohen. So schlimm wie die verwandten wappenbeschützenden Löwen in Bratislava wäre er aber nie, da dort das gesamte Gebäude auf den Betrachter einschlagen will und die Löwen nur seine brutalste Waffe sind (sein Streitkolben, um es in hussitischen Begriffe zu fassen), während das Gebäude hier so harmonisch und unmartialisch ist, daß man es sich eigentlich nur zwischen immerwährenden Kirschblüten vorstellen kann. Ein Glück dennoch, daß sie so einsam am Rande stehen, es macht den Löwen sympathischer und schadet dem Gebäude kaum.

Die junge Tschechoslowakei am Hang – Garage Praga

Auch die Mietshäuser zwischen Sokolovna und hussitischer Kirche in Tábor müssen sich mit der steilen Hanglage arrangieren.

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Sie lösen das allesamt, indem sie direkt an der oberen Straße, der Farského, vier Geschosse und an der unteren, der Budějovická, nur eines mit Läden oder Garagen haben, auf denen dafür große Terrassen oder in einem Fall ein Garten sind; im Prinzip also dieselbe Aufteilung wie bei der Kirche. Allerdings scheinen sie nicht so recht zu wissen, welche Seite denn nun die Vorderseite ist und wo sie also mehr ihrer vor allem aus allerlei Simsen und Streben bestehenden Dekoration aufwenden sollen.

Allansichtig sein zu müssen ist ihnen als Teil der Blockrandbebauung fremd und zuwider, so daß sie eher unentschlossen wirken.

Einzig das Gebäude Praga wendet sich mit aller Entschiedenheit der Budějovická zu. Der höhere Gebäudeteil ist subtil vertikal strukturiert und auf einem Sims stehen zwischen den drei rundbögigen Fenstern des obersten Geschosses vier Männerskulpturen, über denen in einem leicht erhöhten Teil groß der lateinische (oder polnische, italienische etc.) Name von Prag zu lesen ist. Schon das hebt es weithin aus der Häuserzeile heraus, doch noch bedeutender ist der niedrigere Teil.

Über dem großen Tor in der Mitte  wölbt sich die breite abschließende Fläche abgerundet nach oben, während nach vorne eine eckige Plattform herausragt. Auf dieser ruht die Skulptur des vorderen Teils eines Cabriolets mit autosportlich lederbekleidetem Fahrer, der aus dem Bogen, wohl einem Tunnel, herauszukommen scheint.

Von oberhalb des Bogens ragt eine weitere kleine Figur über das Auto, die wie im Sprung nach vorne einen Lorbeerkranz hält, aber sie ist letztlich keine Skulptur, sondern – eine Kühlerfigur, die Kühlerfigur, die dem Auto darunter gerade fehlt.

Unter dem Auto steht am vorderen Rand der Plattform wieder das Wort „Praga“ und auf der Fläche beidseits von ihr in großen Buchstaben jeweils das Wort „Garage“, über das sich vom Auto her stilisierte lange Abgasstreifen legen. Rechts hat sich auch noch der Bildhauer Rudolf Kabeš signiert. Wo die Fläche endet, stehen links und rechts zwei Engelchen und nach einem Geländer mit dicken Streben zwei weitere, wobei unter diesen noch ein stilisierter Reifen und ein Goodyear-Logo im Putz sind.

Die Engelchen tragen Zündkerzen und spätestens jetzt merkt man, daß auch die vier Männer oben an der Fassade Mechaniker darstellen, die am Rand mit zeitgenössischen Werkzeugen und Maschinen, die in der Mitte mit einem kleinen Auto und einem Fahrrad in den Armen.

Hinter dem Tor ist kleiner Hof, wo noch heute Garagen sind und ursprünglich auch eine Garage in der zweiten Bedeutung, eine Autowerkstatt also, war.

Praga ist also vor allem die Garage in der Budějovická und nur nebenbei das Mietshaus in der Farského. Alle Architektur ist gleichsam nur Reklame für die dem modernsten und luxuriösesten Verkehrsmittel, dem Auto, dienende Garage. Man sieht hier, wie wenig Architektur und Kunst im Jahre 1928 bislang die Formen für das automobile Zeitalter gefunden hatten. Wie hoffnungslos veraltet sieht all das neben den Autos, die daran vorbeifahren, aus und sah es schon zwanzig, ach, zehn Jahre nach seiner Erbauung aus. Doch es sind nicht die barockisierenden Engelchen, die am schnellsten alterten, denn die sind immerhin Phantasiegestalten und dadurch irgendwie zeitlos, sondern das gezeigte Auto und sein Fahrer, die allzugut in eine bestimmte Zeit einzuordnen sind. Heute ist die Garage Praga eine Kuriosität, aber eine wertvolle, weil aus dieser frühen Zeit des Autos nicht viel dazugehörige Architektur und noch weniger dazugehörige Kunst übrigblieben.

Zusammen ergeben die Sokolovna, die hussitische Kirche und die Garage am Hang in Tábor ein gutes Bild der jungen Tschechoslowakei. Eigener Staat, eigene Religion und entschiedenste Modernität, so sah sie sich selbst gerne.

Die junge Tschechoslowakei am Hang – Sokolovna und hussitische Kirche

Die vom Bahnhofsvorplatz in sanfter Steigung und sanftem Fall zur Altstadt führende 9. Května (Straße des 9. Mai) ist die natürliche Hauptstraße von Tábor, seit es über die mittelalterlichen Grenzen hinausgewachsen ist. Als Stadtplanung des 19. Jahrhunderts ist sie so gut, wie sie eben sein kann, und auch jede denkbare fortschrittlichere Alternative würde zumindest ihren Verlauf übernehmen. An ihrem höchsten Punkt steht ein k.k.-Schulgebäude, das groß, weiß, historistisch die Staatsmacht repräsentiert, wobei diese örtlich schon lange tschechisch bestimmt war. Als städtischer Organismus war die Straße gegen 1900 fertig, auch wenn selbstverständlich noch später Teile der Blockrandbebauung neu errichtet oder Fassaden verändert wurden. Was dem tschechoslowakischen Staat beziehungsweise seinen Vorbereiterorganisationen wichtig war, mußte daher in die Seitenstraßen.

Das erste war noch zur österreichischen Zeit im Jahre 1903 die Sokolovna, wie die Versammlungsgebäude des tschechischen Turn- und Kultursvereins Sokol (Falke) heißen. Sie steht am Ende einer kurzen links von der 9. Května abzweigenden Straße, die beinahe wie ein kleiner Platz wirkt, und ist ein überladener historistischer Bau mit drei Geschossen, der wie andere Sokolovny dieser Zeit viel zu viel Tschechisch-Nationales aussagen will.

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Um zu verstehen, wieso sie dennoch bereits ein wichtiger Bau ist, muß man rechts neben ihr die Treppen zur Budějovická (Budějovicer Straße) hinabgehen. Auch hier hat die die Sokolovna drei Geschosse, doch der Höhenunterschied zwischen den beiden Straßen ist so groß, daß das dritte Geschoß hier die die Fortsetzung des ersten von oben ist. Man sieht, daß die Architekten mit der Hanglage rein gar nichts anzufangen wußten, ihnen aber immerhin bewußt war, daß das Gebäude, wie im übrigen auch eine freistehende Sokolovna auf ebenem Gelände, zu beiden Straßen Fassaden haben muß.

Das zweite Gebäude ist ein sbor (wörtlich Chor), wie die hussitische Kirche, die ursprünglich als církev československá (tschechoslowakische Kirche) noch stärker ihre intendierte staatsoffizielle Rolle betonte, ihre Gotteshäuser nennt. Dieser heißt als „Sbor božích bojovníků“ nach „göttlichen Kämpfern“ oder einfach „Gotteskriegern“, eine gängige Bezeichnung für die Hussiten. Genau wie ein unehrlicher Islamist oder ein trauriger liberaler Muslim heute vielleicht behaupten würde, daß Jihad ja gar nichts mit Krieg zu tun habe, würde vielleicht auch ein heutiger hussitischer Geistlicher die Radikalität dieses Namens abzumildern suchen, aber die Erbauer der Kirche wußten genau, was sie sagen wollten: die Hussiten waren Gotteskrieger, die von Tábor aus halb Europa in Angst und Schrecken versetzt hatten, und das war etwas Gutes. Von Nutzen war diese kämpferische Tradition bei der Eröffnung Mitte 1939, als der tschechoslowakische Staat gerade von den Deutschen zerschlagen worden war, allerdings erst einmal nicht.

Das Gebäude bedient sich einer schnörkellos weißen funktionalistischen Architektur wie viele solcher Kirchen. Vom Platz ist durch eine Seitenstraße links der hohe und schlanke Turm zu sehen. Er beginnt öffnungslos auf quadratischem Grundriß, wird oben, wo er vor Lamellen zu allen Seiten kupferne Kreuze hat, schmaler und endet mit einem großen kupfernen Kelch, dem zentralen Symbol des Hussitentums.

Das Gebäude am Ende der kurzen Seitenstraße hat nur im oberen der zwei Geschosse große Fenster und keinerlei monumentalen Elemente. Dafür wächst es geradezu aus den angrenzenden viergeschossigen tschechoslowakischen Mietshäusern in der Farského (Pfarrstraße), der Parallelstraße zur 9. Května, die von der Sokolovna herkommt, heraus. Aus dem Sims unter dem dritten Geschoß der links daneben stehenden Pfarrei wird das leicht überstehende Dach der Kirche.

Erst von der unteren Straße, der Budějovická, die man wiederum über eine Treppe rechts neben der Kirche erreicht, versteht man, wieso der Turm gerade in der äußersten Ecke des Gebäudes angeordnet wurde. Er richtet sich nämlich nur nebenbei an de Platz, hat vordringlich aber weit größere Ziele: die alte, einst hussitische Altstadt und deren nunmehr katholischen Kirchturm.

In der Sichtachse der engen Straße kann man beide Türme direkt nebeneinander sehen und, eckig, weiß, mit kupfergrünem Abschluß, scheinen sie einander sogar durchaus verwandt.

Wichtiger noch ist, daß man den Turm genau in der Mitte des Blickfelds hat, wenn man in der Altstadt Richtung 9. Května geht. Wiewohl recht weit entfernt und wiewohl nicht höher als normale Häuser, hat der Turm somit allein durch seine Lage eine erstaunliche Reichweite.

Das dazugehörige Gebäude ist zur Budějovická deutlich höher und monumentaler als zur Farského und erstreckt sich auch noch vor der Pfarrei. Die weißen Wände sind durch schmale vertikale Streifen mit Glasbausteinen und vertikale Streben strukturiert, die vor einer großen Dachterrasse weiter aufragen und von horizontalen Balken erst als Geländern und dann als Abschluß gequert werden.

Bei aller funktionalistischen Einfachheit entsteht so eine gotische Struktur, wiederum wie bei der Kirche in der Altstadt. In diesem unteren Raum allerdings ist nicht die Kirche, sondern: das Kolumbarium, die Aufbewahrungsstätte für Urnen. Wie man sieht war die von den Katholiken abgelehnte Feuerbestattung für die hussitische Kirche wie für die junge Tschechoslowakei insgesamt sehr wichtig. Auf unerwartete Art wird hier zudem die Tradition von bei der Kirche liegenden Friedhöfen oder gar von Katakomben wiederbelebt.

In den seit dem Bau der Sokolovna vergangenen sechsunddreißig Jahren hatten die Architekten also gelernt, auf kreative Weise mit der Hanglage umzugehen und ein vielseitiges Gebäude wie diese Kirche hineinzusetzen. Eine neue Zeit hatte begonnen.

Tábor ohne Hussiten

Obwohl Tábor von den Hussiten sehr bewußt gegründet wurde, ist es ganz und gar keine Planstadt. Die Straßen und Gassen auf der Hügelkuppe verlaufen vielmehr kreuz und quer, gerade und krumm, man weiß nie sicher, wo man hinter der nächsten Ecke sein wird und gerade hier ist es so eng, daß man den Kirchturm selten als Orientierungshilfe hat. Das macht das Stadtbild von Tábor, das von der fortschrittlichsten Kraft seiner Zeit gegründet wurde, paradoxerweise mittelalterlicher als das von Städten wie Vysoké Mýto oder České Budějovice, die zwei Jahrhunderte früher von König Přemyšl Otakar II. gegründet worden waren und völlig regelmäßige Straßenraster um einen riesigen quadratischen Platz haben. Das liegt zum einen daran, daß diese Städte bewußt im flachen Land angeordnet wurden, während Tábor auf einem Hügel liegt, und zum anderen daran, daß die Hussiten mit vielem anderem stärker befestigt waren als mit Stadtplanung und daß die Zeit ihrer größten Macht nur bedauerlich kurz währte.

Das hussitische Tábor aus Tichý, Jaroslav u. Kovařík, Jindřich: Letem ČSSR, Praha 1965

Auf der Spitze eines steilen Hügels über der Lužnice wurde Tábor errichtet, damit es sich besser verteidigen ließe, und um diesen erstreckt es sich noch heute.

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Der Kirchturm ist nicht deshalb von fast überall in der Stadt und Teilen des Umlands zu sehen, weil er so hoch ist, sondern weil er am höchsten Punkt der Stadt steht.

Von der Straße Dukelských Bojovníků

Was in der hussitischen Zeit und noch später ein Vorteil war, wurde mit dem Beginn der Industrialisierung zum Problem.

Über den Stausee Jordán

Bestimmend für weite Teile der Táborer Stadtstruktur sind daher teils extreme Hanglagen.

Nicht einmal der zentrale Žižkovo Náměstí (Žižka-Platz) hat eine ganz ebene Fläche, aber zumindest ist er mehr oder weniger rechteckig. Von Plätzen in tschechischen Städten mit weniger revolutionärer Geschichte unterscheidet er sich nicht, bloß der Name und das Denkmal für Jan Žižka weisen auf sie hin.

Aus Autorenkollektiv: Československo, Praha/Bratislava 1988 (Bild zum Vergrößern anklicken)

Es ist ein historistisches Kunstwerk von 1877, der große hussitische Feldheer steht sandsteinern auf einem hohen grauen Sockel. Mit der Linken hält er ein aufgestütztes Schwert, mit der Rechten macht er vorm Körper eine Bewegung mit seinem szepterähnlichen Streitkolben (palcát). Sein Gesicht mit der Augenklappe und dem enormen Schnauzbart ist von einem Helm beschattet, er trägt eine Rüstung und hat einen Mantel umgehängt. Wie ikonisch sein Bild schon oder gerade im 19. Jahrhundert war, sieht man daran, daß in der prägnanten Inschrift sein Name gar nicht genannt ist:

„Základateli Tábora, vítěznímu obhájci národu, na památku postavili vděční potomci L.P. MDCCCDLXXVII“ (Dem Gründer von Tábor, dem siegreichen Verteidiger des Volks, zur Erinnerung erricheten die dankbaren Nachkommen A.D. MDCCCDLXXVII)

In der nordwestlichen Ecke des Platzes, wie gesagt seinem und der Stadt höchsten Punkt, steht die Kirche, ein großer, aber nicht riesiger gotischer Bau.

Seine Vertikalität wird zudem durch drei Renaissancegiebel an der zum Platz zeigenden Breitseite und im Abschluß des Dachs vor dem niedrigeren Chor gemildet. Noch dahinter schließt der Turm an, quadratisch im Grundriß, gotisch und hoch, aber noch viel höher und zur Dominante der Stadt gemacht durch die kupferne barocke Haube mit drei vorgewölbten Zwiebelelementen und zwei offenen Teilen.

Die Wohngebäude sind eine typische Mischung aus oft umgebautem Alten und Historistischem, aber es gibt von ihnen gar nicht viele. An der Westseite dominiert das Rathaus mit drei Treppengiebeln und einem dicken Turm, das erstaunlicherweise tatsächlich spätgotisch ist, aber nach barockem Umbau vom unsensiblen 19. Jahrhundert so intensiv regotisiert wurde, daß es auch neogotisch sein könnte.

An der Ostseite stehen überhaupt nur zwei Gebäude. Links ist die heutige Post, ein erstaunlich einfacher historistischer Bau, der seine eher angedeutete Tempelfassade vor den drei hohen Geschossen und dem großen Walmdach einem älteren Vorgängerbau verdankt. Links ist ein abgerundeter Teil, der im zweiten Geschoß einen Saal mit großen hohen Fenstern und darüber ein steil ansteigendes Dach, das in einer großen verglasten Laterne endet, hat.

Rechts ist ein weißgetünschtes kubisches Verwaltungsgebäude aus der ersten Republik. Sein zuerst viergeschossiger Baukörper schließt direkt und mit derselben Traufhöhe an die Post an und überbrückt zuerst einen Durchgang in eine kleine Gasse. Direkt danach, schon vor der Mitte, beginnt leicht vorgesetzt ein dreigeschossiger Teil mit Dachterrase, der noch ein Stück nach dem Ende des viergeschossigen Teils weiterführt. Noch an ihn fügt sich deutlich zurückgesetzt ein ähnlicher zweigeschossiger Teil mit Dachterrasse an, der rechts auf zwei eckigen Stützen ruhend noch in die nächste Gasse hineinragt. Wie ein ruhiger Hintergrund vor den bewegten kubischen Stufen dieser Teile steht ein fünfgeschossiger Teil, der kurz nach der Mitte des ersten, viergeschossigen Teils beginnt, mit einer Fenstertür auf die Dachterrasse des dreigeschossigen Teils weist und dort endet, wo der zweigeschossige Teil sein Erdgeschoß mit den Stützen öffnet. Dieser Teil nun, hinter dessen zum Platz zeigender Fassade sich entlang der Gasse übrigens das größte Volumen des Gesamtbaus ausbreitet, hat vor dem Dach angedeutete Zinnen aus schmucklosen aufragenden Rechtecken und vor der großen Wand über dem zweigeschossigen Teil vier vertikale schwarze Metallstreifen, Fahnenstangen vielleicht.

Das ehemalige Finanzamt ist ein eigentümliches Gebäude, das seine Größe durch einen stetigen unregelmäßiger Aufbau kubischer Stufen abmildert und mit einem sehr minimalistischen historistischen Element, den Zinnen, einen vagen Bezug zu Altem herstellt, ohne seine Neuheit zu verhehlen. Ob es die Zinnen bräuchte, ist nicht einmal sicher, denn die Überbauung des Gasseneingangs, die auch bei einigen älteren Gebäuden anzutreffen ist, und der aufgestützte Teil, der einem Erker weiter hinten in der Gasse zitiert, sind vielleicht der stärkere Bezug.

Vielleicht gelingt dem Gebäude, was die Architektur der „Postmoderne“ oder der „kritischen Rekonstruktion“ gerne gelänge, wenn sie nicht so billig und vulgär wäre. Jedenfalls ist es ein gelungenes und für die beste Táborer Architektur seiner Zeit vielleicht typisches Gebäude, das frei von Monumentalität und fast von Historisierendem ist, aber auch den Schritt zu einer radikalen Funktionalität wie sie sich etwa in Brno findet, nicht geht, vielleicht nicht gehen will.

Was die ältere Architektur Tábors angeht, so sind ihr typischster Ausdruck nicht die Gotik der Kirche oder des Rathauses, auch nicht der Barock des Turmhelms, sondern die Renaissance mancher Giebel. Sie haben aus nach unten geöffneten Halbkreiselementen zusammengefügte Wellenformen, die vor den dreieckigen Abschlüssen der Satteldächer hängen. Als filigrane weißgetünschte Backsteinkonstruktionen, die nichts Historisches nachahmen oder nachahmen wollen, wirken sie zugleich kompliziert und einfach. Gewiß gibt es ähnliches auch in anderen Städten, aber in Tábor gibt es von ihnen doch so viele, daß sie zum stadttypischen Element werden. Am Žižkovo Náměstí gibt es solche Giebel an zwei Wohngebäuden und dreifach an der Seite der Kirche. Beim kleinen Vodáreňská věž (Wasserturm) am nahen Rande der Altstadt über dem Tal verdecken sie dessen einstige Funktion in einem ausgeklügelten Wasserleitungssystem, zu dem auch der Stausee Jordán gehört, eher.

Im besten Falle, wie beim Ctiborův dům (Ctibor-Haus) am Platz, das heute von einem hussitischen Kelch gekrönt ist, werden die Formen im Giebel noch verschlungener und filigraner, während an den Seiten freistehende Streben einen Treppengiebel nachzeichnen, gleichsam nur skizzieren, als solle so die Distanz zur gerade vergangenen, aber noch nachwirkenden Gotik umso stärker betont werden.

Das Verschlungene dieser Formen paßt gut zur verschlungenen Geschichte von Tábor. Aber mit den Hussiten hat das wie fast alle Táborer Architektur nichts zu tun, denn die Hussiten hatten so viel zu tun und so wenig Zeit, darin dem Sozialismus, der ihr Werk viel später fortsetzte, nicht unähnlich.

Hotel Palcát

Daß das Hotel Palcát in Tábor kein herausragendes Gebäude ist, kann man ihm nicht vorwerfen, denn es will ja aus dem überkommenen Stadtorganismus gerade nicht herausragen. Wiewohl siebengeschossig und beim Übergang von der im 19. Jahrhundert entstandenen Neustadt zur Altstadt, sieht man es nie von weiter her, da vor ihm zur Straße 9. Května hin einiger Platz ist. Der Sockel ist zweigeschossig und hat durchgehende Glasflächen beziehungsweise ein hohes Fensterband sowie eine verglaste Ecke mit Treppe. Nach einer Terrasse mit zurückgesetztem Geschoß folgen auf Stützen vier Geschosse mit Fensterbändern.

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Daß die jüngste Renovierung und Wärmedämmung seine Formen und Farben noch banaler macht und man die Eleganz der typisch tschechoslowakischen Steinverkleidung nur noch an wenigen Stellen sieht, kann man dem Hotel schon eher vorwerfen, aber so ist das eben.

Daß es aber das an der Ecke in einem Hochbeet vor ihm stehende Kunstwerk, einen großen palcát (Streitkolben) aus Beton offenbar, Jan Žižkas ikonische Waffe, nach der es heißt, bis fast ganz oben mit Werbeplanen verhüllte, das ist ihm unbedingt vorzuwerfen, dafür ist es zu verdammen.

Denn es war dieses Betonobjekt, das das architektonisch wenig bedeutende Hotel zusammen mit seinem Namen zu einer Art hussitischem Gesamtkunstwerk, das der Stadt Tábor gerecht wurde, gemacht hatte.

Aus Autorenkollektiv: Československo, Praha/Bratislava 1988 (Bild zum Vergrößern anklicken)

Das einzig Gute an dieser schier unbegreiflichen Verhüllung ist, daß man so träumen kann, wie der untere Teil des Kunstwerks in Worten und Reliefs eine einmalig überzeugende Verbindung von Hussitentum zu Sozialismus herstellt, die aus politischen Gründen nicht mehr öffentlich gezeigt werden kann. Dann, und nur in diesem angesichts vieler Kunst der ČSSR leider unwahrscheinlichen Fall, dann wäre die Verhüllung, die keine Zerstörung ist, im Gegenteil ein dankenswerter Dienst für eine Zukunft, in der der sozialistische Betonstreitkolben von Tábor wieder enthüllt werden kann. Und vielleicht könnte dann ja auch das Hotel Palcát ein paar Geschosse mehr bekommen. Leider ist für diesen Traum die Plane wiederum nicht lückenlos genug: das Kunstwerk zeigt – keineswegs nur! – einen Streitkolben.

Das Hotel Palcát hat sich ohne Not selbst kastriert.

Tábor

Tábor ist, wie etwa Washington oder Stalinstadt, eine Stadt, bei der schon der Name ein politisches Fanal ist. Da das 1420 gegründete Tábor deutlich älter ist als die anderen beiden Städte, ist das heute jedoch weniger offensichtlich. Ganz wie sie wurde auch Tábor von einer revolutionären Bewegung gegründet, allerdings nicht von einer bürgerlichen oder einer sozialistischen, sondern von einer frühbürgerlichen: den Hussiten.

Nach der Ermordung ihres geistigen Vaters und Namensgebers Jan Hus im Jahre 1415 wurde die hussitische Bewegung, die sich auf die arme tschechische Land- und Stadtbevölkerung und den niedrigen Adel stützte, immer stärker. Längst schon war aus einer religiösen Bewegung gegen die weltliche Macht der Kirche und für Gleichheit im Sinne der Bibel eine politische und militärische Kraft geworden. Als die Hussiten unter dem Heerführer Jan Žižka z Trocnova sich auf einem steilen Hügel in Südböhmen eine eigene Stadt gründeten, nannten sie diese unbescheiden nach dem Berg Tabor in Palästina, der als Ort der Verklärung Christi gilt, auf Tschechisch also Tábor. Entsprechend hieß der kleine, aber vor der Stadt aufgestaute Bach nun Jordán.

Aus Autorenkollektiv: Československo, Praha/Bratislava 1988 (Bild zum Vergrößern anklicken)

Aber Tábor blieb nicht der Name einer Stadt, sondern ging mit den militärischen Erfolgen der Hussiten um die Welt oder jedenfalls durch die um Böhmen gelegenen Teile Europas. Denn tábor nannten die Hussiten auch die Wagenburgen, zu denen sie die Wagen ihres auch Frauen und Kinder umfassenden Trosses in Schlachten zusammenstellten – eine neuartige Kampftechnik, die sie, zusammen mit ihrer Verwendung von Feuerwaffen (die Worte Pistole wie Haubitze sind tschechischen Ursprungs) und ihrer im Vergleich zu den gegnerischen Söldnerheeren ungleich größeren Kampfmoral, für mehrere Jahrzehnte beinahe unbesiegbar machte. Die Kriegszüge der Hussiten führten in die angrenzenden Teile Ungarns, des Deutschen Reichs und in polnischem Auftrag bis an die Ostsee. Überall lernten ihre Gegner ihre tábory kennen. Sogar in Wien gibt es eine Taborstraße, die aber nicht direkt nach den Hussiten – sie kamen nur bis Strebersdorf am anderen Donauufer – sondern nach einer von ihnen inspirierten Befestigung benannt ist.

Wenn die Hussiten eines gut konnten, dann Krieg führen. Eine der faszinierenderen Ideen für eine alternative Geschichte ist daher auch, wie es gewesen wäre, wenn sie gesiegt und ein hussitisches slawisches Reich zwischen Elbe, Ostsee, Bug und Donau gegründet hätten. Doch den heutigen nachtschechoslowakischen Tschechen sind ihre kriegerischen Vorfahren eher peinlich. Sie haben stattdessen den Defätismus verklärt, mit Švejk als Heiligem, was allerdings auf einem groben und absichstvollen Fehlverständnis von Kommissar Jaroslav Hašek beruht, denn der hatte mit Jan Žižka viel mehr gemein, als ihnen lieb sein kann. Nicht einmal, daß das Wort tábor tatsächlich aus dem Tschechischen in die Nachbarsprachen drang, wollen sie so ganz glauben (und sprachwissenschaftlich ist es nicht völlig eindeutig), obwohl es schon ob der enormen Stärke der Hussiten plausibel erscheint.

Daß die Hussiten nach der Schlacht von Lipany im Jahre 1434 letzlich scheiterten, lag neben ihrer Spaltung in gemäßigte und radikale Fraktionen, zu welchletzteren Tábor gehörte, auch daran, daß die gegnerischen kaiserlich-katholischen Heere ihre Kampftaktiken samt dem tábor übernommen hatten. Aber der Name der Stadt Tábor blieb und ihr revolutionärer Ursprung beeinflußte all ihre weitere Entwicklung.

Erkundungen auf Friedhöfen: Die konstruktivistische Porträtphotographie

Photographien auf Grabsteinen sind meist traurig. Zeigen sie alte Leute, so sind sie traurig, weil sie sie nicht in der Blüte ihres Lebens zeigen. Zeigen sie Kinder, so sind sie traurig, weil die Gezeigten die Blüte ihres Lebens nie erreichten. Zeigen sie jemanden irgendwo dazwischen, so sind sie traurig, weil sie sie unvorteilhaft oder banal wirken lassen, was zwar der Realität entsprechen mag, aber nicht sein sollte, wie an irgendwen öffentlich erinnert wird. Es ist sehr selten, daß man solch eine Photographie ohne zusätzliche Traurigkeit betrachten kann und deshalb muß hier von der 1936 verstorbenen Miladka Knotková auf dem Friedhof Klokoty in Tábor die Rede sein.

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Ihr Name (eigentlich Milada) ist in der Verniedlichungsform eingemeißelt, wie es oft bei Kindern geschieht, obwohl sie immerhin fünfundzwanzig Jahre alt wurde, und er ist der erste auf dem Stein, auf dem noch einige weitere Familienmitglieder folgen. Ihr Bild ist das einzige, weshalb es den Blick auf sich zieht. Es zeigt eine junge Frau in einem langärmligen schwarzen Kleid, die rechts mit leichter Neigung nach links sitzt, den linken Arm auf einen Tisch gelegt, den rechten angewinkelt darauf aufgestützt, so daß ihr Kinn auf dem ausgestreckten Zeigefinger ihrer rechten Hand ruhen kann. Ihr von kurzem dunklen Haar in leichten Wellen umrahmtes Gesicht ist halb in die Kamera gewendet.

Miladka Knotková war eine schöne Frau und wie sie sich auf dem Bild als moderne Frau der modernen Tschechoslowakei präsentiert, läßt hoffen, daß sie ihre Schönheit und das Leben für wenigstens ein paar Jahre genossen hatte und auch der Ring an ihrem linken Ringfinger sie nicht daran hinderte. Unterstrichen wird ihre Schönheit noch durch die ungewöhnliche künstlerische Qualität der Photographie. Links der Porträtierten ist an der Wand ein zu ihrem Kopf geöffneter Halbkreis, der noch weiter links von einem Rechteck durchdrungen wird. Das obere Ende des Halbkreises ist genau auf der Höhe ihres Scheitels, so daß der Bogen ihres Kopfs die Kreislinie weiterzuführen scheint, während das untere Ende wiederum an die Dreieckformen um ihren angewinkelten Arm anzugrenzen scheint. Die äußerst minimalistische geometrische Dekoration des Studios ergänzt die menschliche Form auf eine Weise, die das Auge eines vom Konstruktivismus beeinflußten Künstlers verrät.

Und Miladka Knotková und der Konstruktivismus, sie passen zusammen. Ob sie sich den Photographen bewußt ausgesucht hatte oder ob aus ihrem Porträt eher eine Zeit und ein Land, in denen das Moderne, Minimalistische, Konstruktivistische, Geometrische, Sachliche schon weitverbreitete Mode geworden waren, das weiß man nicht und es ist vielleicht nicht wichtig. Es besteht jedenfalls kein Zweifel, daß sie ihre Photographie zu Lebzeiten gemocht hatte und sie, so ungern sie dieses sähe, gerne auf ihrem Grab sähe. Heute, mehr als hundert Jahre schon nach ihrer Geburt, überstrahlt ihr Schwarz-Weiß den banalen Grabstein, der vom Konstruktivismus wenig weiß, und fast auch den Friedhof, um erst wieder in den vielen, vielen Türmen des barocken Klosters Klokoty, hinter dem er liegt, etwas Ebenbürtiges zu finden.

Wie traurig wäre es gewesen, wenn irgendein anderes Bild der Miladka Knotková sich auf ihrem Grabstein fände und wie viel Schönheit und schöne Photographien mögen sich hinter den anderen traurigen Grabphotographien verbergen!