Linköping Arena

Das Interessanteste an Linköpings neuem Fußballstadion, der Linköping Arena, ist daß es nicht sofort als solches zu erkennen ist. Auf den ersten Blick, etwa aus dem vorbeifahrenden Zug, sieht man vier recht hohe Punkthäuser in den Ecken einer niedrigeren rechteckigen Anlage. Das ist das Stadion.

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Es ist auch ein ganz typischer, erfreulich unprätentiöser Bau aus jüngerer Zeit. An der einen Schmalseite ist ein dreigeschossiger Verwaltungsbaus, an der anderen nur eine Absperrung und eine aufgestützte Anzeigetafel und an den Breitseiten Tribünen mit schmalen Betonpfeilern und einem stählernen Dach. Zwischen den Pfeilern ist Stahlgitter mit runden Löchern, das auch die innen hinaufführenden Treppen nachzeichnet.

Das war alles und ist noch auf dem Lageplan und der computergerenderten Darstellung alles.

Doch hinzu kommen in den Ecken die Punkthäuser. Drei sind acht Geschosse hoch und haben Pultdächer, das vierte hat sogar vierzehn Geschosse und war im Frühjahr 2018 noch im Bau. Mit regelmäßigen Fensteröffnungen und einer Verkleidung in Grau und Rot sind sie gleichfalls ganz typische, um nicht zu sagen banale Bauten aus jüngerer Zeit.

Überraschend ist die Verbindung von Stadion und Wohnbebauung. Angesichts des Lärms von Fußballspielen scheint diese zuerst absurd, dann aber immer sinnvoller, denn wie oft sind schon Fußballspiele und warum sollte man den großen Platz, den ein Stadion braucht, nicht effizient ausnutzen? Das Problem ist wie so oft die städtebauliche Einordnung, das heißt in diesem Fall deren Fehlen. Die Linköping Arena steht isoliert am östlichen Stadtrand, zu zwei Seiten Felder, zu einer der große Norrköpingsvägen (Norrköpingweg) und die Eisenbahnlinie nach Norrköping und zur Stadt hin Parkplatz und Gewerbegebiet. Diese Isolation ist auch der Unterschied zum in manchem ähnlichen Johannelund Centrum. Irgendwie gestaltet ist nur die Straßenseite, wo weitere Sportanlagen, große Stahlkäfige, die wohl irgendwann von Schlingpflanzen bedeckt sein sollen, und eine Skulptur mit bunten achteckigen Glasflächen, die auch einen Bezug zum Fußball behaupten kann, stehen.

Wirklich weit ist es nicht bis ins Zentrum, die Silhouette aus Kirch- und anderen Türmen ist von hier vielleicht besser zu sehen als von irgendwo sonst, auch für Fußgänger und Radfahrer gibt es eine gute Wegverbindung, aber wie ein Teil von Linköping wirkt der Stadion- und Wohnkomplex nicht im geringsten. Eher gleicht er so allein in der weiten Landschaft mit seinen Mauern und Ecktürmen einer Burg, die jederzeit bereit ist, sich gegen die feindliche Umwelt und alle Angreifer zu verteidigen.

Für die Fußballfans des Linköping FC mag das eine willkommene Assoziation sein, aber für die Bewohner der Gebäude wohl kaum.

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