Die Dreifaltigkeit in Stammersdorf

Ein Gebäude an der Brünner Straße, gegenüber der Straßenbahnendhaltestelle, kurz vor der Wiener Stadtgrenze.

apothekezurhl.dreifaltigkeitStammersdorf

Im Erdgeschoß rechts ein braunes Garagentor, links ein Eingang, dazwischen drei erkerartig trapezförmig vorragende Schaufenster aus Glas und braunem Metall. Vor dem Obergeschoß leicht vorragende balkonartige Betonelemente, die jeweils so lang sind wie das Garagentor, der Eingang, die drei Schaufenster darunter. Offenkund wachsen in ihnen Pflanzen, denn von rechts ziehen sich einige Ranken über den Beton. Zurückgesetzt hinter der nicht großen Terrasse das eigentliche Obergeschoß, dessen Fensterflächen wieder den Öffnungen im Erdgeschoß entsprechen. Im Dach wieder die Betonelemente. Und mittig ruhend, in der braunen Verkleidung über den Schaufenstern in weißen Serifenbuchstaben: apotheke zur hl. dreifaltigkeit. Einziger farblicher Kontrast dann das links vorragende rote Apotheken-A auf weißem Grund.

apothekezurhl.dreifaltigkeitStammersdorfEcke

Es gibt keinen ersichtlichen Grund, wieso diese Apotheke so heißt, die nächste Darstellung der Dreifaltigkeit ist an der Grenze zu Jedlersdorf. Aber es gibt auch keinen ersichtlichen Grund, wieso das Gebäude gerade so, als Teil einer zu seiner Erbauungszeit noch nicht und auch heute erst teilweise existierenden Blockrandbebauung direkt an der großen Straße gebaut wurde, wo doch eine Drive-In-Anlage mit Parkplatz viel sinnvoller gewesen wäre. Keinen Grund außer die Unerfindlichkeiten vergessener Traditionen und absurd gewordener Bebauungsvorschriften. So gleicht das Gebäude doch wieder einer jenen religiösen Skulpturen, die man an den unwahrscheinlichsten Orten finden kann. Ob die drei Schaufenster ein Bezug auf die Dreifaltigkeit sein könnten, dezent, gleichsam kleingeschrieben wie der Name der Apotheke?

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