Stadtbahngeländer

Stadtbahngeländer hat jeder, der in Wien war, gesehen, ob er will oder nicht, ob er es weiß oder nicht. Es sind bloß grüne Metallgeländer entlang von Bahngleisen oder Bahnsteigen.

Stadtbahngeländer

Sie bestehen aus einem runden Teil in der Mitte, das man als eine lodernde Sonne oder aber als ein Rad deuten kann, von dem schräge Streben zu den Ecken eines Quadrats verlaufen, von denen zumeist zwei mit der Verlängerung ihrer Horizontalen in einem größeren Rechteck aus Handlauf und Stütze hängen. Nichts an dieser simplen und klaren Form ist besonders auffällig, aber sie wird ständig wiederholt und ist, sobald man einmal auf sie achtet, allgegegenwärtig.

Diese Geländer sind das Symbol, das Logo, der Wiener Stadtbahn. Was diese war (ein um 1900 entstandenes Nahverkehrsnetz, das schon seit längerem im U- und S-Bahnnetz aufgegangen ist), muß man nicht einmal wissen, um zu verstehen, wieso das Stadtbahngeländer wichtig ist. Denn, mehr Logo als Ornament, gehören sie zu dem, was die Stadtbahn vor allem auszeichnet: ihrer Corporate Identity. Heute scheint das banal, doch damals war es eine große Neuerung. Wo immer man dieses Geländer sieht, da war die Stadtbahn. Zwar findet man an der Stadtbahn, wie hier am Schwedenplatz, stellenweise auch noch andere Geländer,

GeländerSchwedenplatz

doch sie sind viel verschnörkelter, viel stärker von damaligen Jugendstilmoden beinflußt und ihnen fehlt die Einfachheit und unaufdringliche Einprägsamkeit, die gerade das Stadtbahngeländer zum Logo machen.

Heute, da es die Stadtbahn nicht mehr gibt, könnte man fast sagen: die Stadtbahngeländer sind die Stadtbahn.

Advertisements

2 Gedanken zu „Stadtbahngeländer

  1. Pingback: Tschechoslowakische Bahnhöfe: Bohumín | In alten und neuen Städten

  2. Pingback: Stadtbahn Kraków | In alten und neuen Städten

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.