Leschetizky-Bank

Im Türkenschanzpark im 18. Bezirk von Wien gibt es viele Denkmäler und fast alle zeigen sie Männer, die fast alle heute gänzlich vergessen sind.

Eines davon ehrt einen gewissen Leschetizky, der offenbar nicht einmal einen Vornamen braucht.

LeschetzikyBankTürkenschanzpark

Sein Denkmal ist eine leicht geschwungene Wand aus grauem Stein, die zur Mitte hin geschwungen ansteigt und sich als halber Kranz mit herabhängenden Seiten um ein Reliefbildnis aus weißem Stein legt. Unter diesem sind in Gold noch eine Leier und der Name Leschetizky zu sehen. Alles nichts Besonderes, alles ein schlichter Jugendstil, wie er zur Entstehungszeit, die rechts zu lesen ist (22. Juni 1911), populär war.

Doch Leschetizkys Denkmal ist außerdem, nein: zuerst eine Bank. Ihre hölzerne Sitzfläche und Lehne sind vor dem Schwung der Wand angebracht. Anders als all die anderen Denkmäler hat dieses damit einen Nutzen für den Spaziergänger, anders als diese auch ist es wirklich Teil des Parks. Denn es steht so, daß man von der Bank einen schönen vielfach gewellten Ausschnitt des Parks sieht, in dessen Mitte heute gleich einer Skulptur eine große Hainbuche steht, wobei ursprünglich vielleicht ein Blickbezug zur Paulinenwarte, einem backsteinernen Turm auf einem nahen Hügel, intendiert war.

LeschetizkyBankHainbucheTürkenschanzpark

So wie die Erbauer nicht voraussehen konnten, wie der Baum wachsen würde, hätten sie sicher nicht erwartet, daß einmal die Bank weit wichtiger sein würde als die Erinnerung an die Person des Leschetizky. Daß sie aber so freundlich waren, die Bank ins Denkmal zu integrieren, spricht für sie und läßt auch den Geehrten in positivem Licht erscheinen. Fast könnte man sich informieren wollen, wer dieser Leschetizky nun eigentlich war.

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