Ladislav Tisa

Im Zentrum von Bratislava ein typisches Gebäude in einem der konservativeren Stile der ersten tschechoslowakischen Republik, errichtet 1932: Im Erdgeschoß Ladenräume des Kurzwarenhändlers Ladislav Tisa, oben ein weit überstehendes Dach, das ein Dachgeschoß mit großer Terrasse vor neugierigen Blicken versteckt, dazwischen drei Geschosse, die sich als drei durch vertikale Streben strukturierte Erker vorwölben.

LadislavTisaGalanterieBratislava

Aber wie der Architekt den mittleren und den rechten Erker für normale Geschossfenster nutzt, während er hinter die durchgehenden Verglasung des linken Erkers das Treppenhaus setzt, ist großartig. In die strenge Regelmäßigkeit der Fassade stiehlt sich ein rein funktionales Element und entlarvt sie so als nach außerarchitektonischen, dekorativen Kriterien gestaltet. Die Nonchalance des Gebäudes trägt der Architekt R. Nahodil, dessen Name darauf zu lesen und trotzdem vergessen ist, beinahe im Präteritum, das sein Nachname ist: „nahodit se“, so ein Infinitiv, bedeutet unter anderem „etwas zufällig tun“.

ArchitektR.NahodilBratislava

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