45 Minuten in Hof

Der Bahnhof ein historistischer Klotz, in dessen Inneren sich aber, was man selten sieht, alle Schnörkel, Säulchen, Büsten und vor allem Farben der Entstehungszeit erhalten haben.

Die Königstraße führt bei einem leerstehenden neungeschossigen Bürogebäude schräg ins Stadtzentrum hinab und macht einen postapokalyptischen Eindruck: die Geschäfte leer, die Hauseingänge voller Müll, das Gehsteigpflaster zerbröckelnd, eine Ahnung von Leben bloß vor einem Eiscafé.

Unten lockt die erhöht am nächsten Hang gelegene Lorenzkirche, ein nicht hoher, aber sehr breiter Bau mit barockem Turm in die Altstadt. Vorbei an Kinos, weiteren leeren Geschäftsräumen und einem Sexshop bleibt aber das Bild des Verfalls. Entlang der Lorenzstraße, die als Fußgängerzone zu einer stattlichen gotischen Kirche hinaufführt, wird es langsam lebendiger.

Oben dann, an der Haupteinkaufsstraße, die einfach Altstadt heißt, ist alles völlig Zentrum einer westdeutschen Mittelstadt.

KaufhofHof

Die Straße wird bestimmt von der zweitürmigen Fassade der Kirche und dem Kaufhof, der zwei Geschosse aus Fensterbändern und grüner Verkleidung mit dem Vordach des zurückgesetzten Erdgeschosses, der Überdachung der Terrasse im vierten Geschoß und zwei massiv wirkenden graunsteinernen Seitenteilen rahmt, Zweitürmigkeit anderer Art.

Wie in Kłodzko das Gefühl, an einem Ort am Rande von allem zu sein, wo man leben könnte, ohne die „ways of the world“ kennen zu müssen.

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