Autohaus Altenburg

Ein Beispiel dafür, wie auch die banalsten Zweckbauten architektonische Qualitäten bekommen können und das sogar unter den kapitalistischen Bedingungen der Gegenwart. Alles, was es braucht, ist einen einfallsreichen Architekten, Ingenieur oder, wer will das ausschließen, Bauherrn.

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Schon wie der auf den ersten Blick so typische Flachbau auf seinem Eckgrundstück zwischen zwei Straßen angeordnet ist, Tankstelle an der Spitze, große Glasfronten an beiden Seiten, ist gut. Aber der kleine und entscheidende Moment der Brillanz ist, wie sich in der Mitte des Verkaufsraums ein kleiner Innenhof mit üppiger Bepflanzung öffnet, eigentlich nicht mehr als ein runder Trichter im Dach aus nach außen abgeschrägten Stützen und Glas.

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Auf einmal ist dieser Bau an der Straße nach Zeitz ein Verwandter kalifornischer Case Study Houses oder des Bahnhofs Praha-Holešovice. Traurige Ironie, daß die Pflanzen des Innenhofs heute das einzig Lebendige an diesem Autohaus sind. Eine gute Allegorie aber für das, was der Kapitalismus der DDR brachte: die Landschaften blühen ja, aber leider nicht im übertragenen Sinne.

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